Mordprozess: Richter gibt zu, „geil“ zu werden – das hat Folgen

Ein Richter hat in einem Prozess absurde Äußerungen gemacht. (Symbolbild)
Ein Richter hat in einem Prozess absurde Äußerungen gemacht. (Symbolbild)
Foto: dpa

London. Eigentlich sollte er über einen angeklagten mutmaßlichen Mörder urteilen, doch plötzlich geriet ein britischer Richter selbst in den Fokus. Der Jurist, der im britischen Überseegebiet Bermuda im Gerichtssaal den Hammer schwang, machte in dem Mordprozess eine völlig absurde Bemerkung.

Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, sagte der Richter während der Verhandlung, die sexuellen Äußerungen von Zeugen würden ihn „geil“ machen.

Richter wird geil – und bekommt Rüffel

Der Prozess ist schon einige Monate her: Im Oktober wurde ein Mann zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einen 29-jährigen Familienvater erschossen hatte.

Ein Zeuge sagte damals aus und griff dabei tief in die Kiste der Fäkalsprache. Den Richter störte das offenbar kaum, er maßregelte den Zeugen nicht.
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Der Verteidiger des Verurteilten versuchte nun, das Verfahren wegen der Bemerkungen des Richters neu aufrollen zu lassen und wandte sich an das Oberste Gericht. „Insbesondere sein Kommentar 'all dieses Geschlecht fängt an, mich geil zu machen' war unangemessen und der Würde des Gerichtsverfahrens zuwider“, zitiert der Rechtsanwalt den Richter.

Kritik am Richter

Doch der Strafverteidiger hat keine Chance: Das Oberste Gericht befand jedoch, dass die Reaktion des Richters auf die unappetitliche Sprache den Ausgang des Verfahrens nicht beeinflusst habe.

Eine ordentliche öffentliche Kritik vom British Court of Appeals hatte die Äußerung dennoch zur Folge.