Asteroid raste in Richtung Erde: Beunruhigende Nasa-Mail aufgetaucht – „Ich muss euch alarmieren“

Ein Asteroid verfehlte die Erde um 70.000 Kilometer.
Ein Asteroid verfehlte die Erde um 70.000 Kilometer.
Foto: ESA - P.Carril/dpa

Ein riesiger Asteroid raste erst vor wenigen Wochen in Richtung Erde. Er flog zwar etwa 70.000 Kilometer an unserem Planeten vorbei und dennoch: So nah war seit Jahrzehnten kein Asteroid mehr unserer Erde.

Und jetzt offenbaren E-Mails der Nasa unglaubliches: Die hätte den Asteroid und die damit einhergehende mögliche Gefahr nämlich beinahe komplett übersehen.

Asteroid 2019 OK flog an der Erde vorbei – größter Asteroid seit 100 Jahren

Der Asteroid wurde von der Nasa auf den Namen „2019 OK“ getauft. Es ist der größte Asteriod seit rund 100 Jahren, der in dieser Nähe an der Erde vorbeifliegt.

Sicherheitslücken bei US-Weltraumagentur

Seit 2005 ist die Nasa gesetzlich dazu verpflichtet, 90 Prozent aller für die Erde gefährlichen Asteroiden aufzudecken. Auch wenn bei 2019 OK nie direkte Gefahr für die Erde bestand – der Asteroid deckt einige Sicherheitslücken im Erfassungsnetz der amerikanischen Weltraumagentur auf.

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Buzzfeed News“ hat durch den Zugriff auf interne Dokumente und Emails der Nasa nämlich herausgefunden: 2019 OK wurde gerade einmal 24 Stunden vor seinem Vorbeiflug aufgespürt.

„Ich muss euch warnen“

„Weil es morgen vermutliche Berichterstattung darüber geben wird, muss ich euch warnen, dass in etwa 30 Minuten ein 57 bis 130 Meter großer Asteroid die Erde mit gerade einmal einem Fünftel des Abstands zum Mond passieren wird“ schreibt ein Nasa-Mitarbeiter der planetarischen Verteidigung. Und er fügt hinzu: „2019 OK wurde vor etwa 24 Stunden entdeckt.“

Kite-Surfer filmt zufällig Asteroid

„Dieses Objekt ist durch eine ganze Reihe unserer Sicherheitsnetze gebrochen“, schreibt ein anderer Nasa-Wissenschaftler zwei Tage nach dem Zwischenfall an einen seiner Kollegen. Er nennt den Asteroiden „sneaky“, im Deutschen also etwas wie hinterhältig oder raffiniert.

Asteroid offenbart Lücken

Eine Aussage macht dabei besonders aufmerksam. So schreibt der Wissenschaftler: „Ich frage mich, wie oft so etwas ähnliches passiert ist, ohne das wir den Asteroid überhaupt entdeckt haben.“

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Neben Problemen in der operativen Erkennung und dem aktuellen Vorgehen beim Erkennen von Asteroiden steht der Zwischenfall auch sinnbildlich für den Konflikt der Weltraumagentur und dem amerikanischen Kongress. Denn die Nasa beschwert sich, dass mit dem gesetzlichen Auftrag zur Erkennung von Gefahren 2005 nicht auch mehr Gelder für Teleskope und Raumshuttles bereitgestellt wurde.

Nasa: Mittel sind unzureichend

In einem Bericht vom Juni dieses Jahres gibt die Behörde an, das die bisherigen Mittel schlicht nicht ausreichen würden, um den Auftrag angemessen zu erfüllen.

Gegenüber „Buzzfeed News“ stimmt dem auch ein Wissenschaftler vom MIT zu: „Unsere Kapazitäten, nach Asteroiden zu suchen, sind momentan einfach nicht auf dem Level, auf dem sie sein sollten.“

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Für eine sehr beruhigende Sache gibt die Nasa jedoch Entwarnung. So habe nie die Gefahr bestanden, dass 2019 OK auf die Erdoberfläche einschlägt. „Die Systeme, die automatisch mögliche Einschläge berechnen, funktionieren wie sie sollen“, wird ein Wissenschaftler zitiert.

Im Zweifel gibt es allerdings kaum Möglichkeiten, einen gefährlichen Asteroiden zu stoppen.

Asteroiden: Wie lassen sie sich stoppen?

NASA und ESA denken schon länger darüber nach, wie man Asteroiden-Einschläge abwehren könnte. Wie der „Spiegel“ berichtet, gab es im Mai eine Art Planspiel, in der die Experten den Abschuss durchspielen.

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„Wir nehmen die Bedrohung sehr ernst. Und ein Planspiel wie dieses hilft uns bei der Vorbereitung auf solche Ereignisse. Das ist wie bei einem Feueralarm, den muss man auch üben“, sagte ESA-Mathematiker Rüdiger Jehn dem Magazin.

Nuklearwaffen wären nicht praktisch

Die gangbarste Möglichkeit, einen Asteroiden zu stoppen, wäre demnach nicht etwa ein Abschuss, zum Beispiel mit Nuklearwaffen – wie man es aus Hollywood-Filmen wie „Armageddon“ kennt – sondern eine Attacke mit einer großen Sonde. Die könnte durch ihren Einschlag dann die Flugbahn des Asteroiden entscheidend verändern. (dav)