Limburg: Lkw rast in Autos – Fahrer war schon in NRW auffällig

In Limburg ist ein Lkw in mehrere Autos gekracht.
In Limburg ist ein Lkw in mehrere Autos gekracht.
Foto: dpa

Limburg. Im hessischen Limburg ist am Montagabend ein Lkw in mehrere Autos gerammt. Dabei haben sich neun Menschen verletzt, darunter auch der Fahrer.

Der aus Syrien stammende Mann soll den Lastwagen zuvor in unmittelbarer Nähe gekapert haben. Er wurde nach dem Vorfall festgenommen. Die Hintergründe des Vorfalls in Limburg sind weiter unklar. Die Behörden haben allerdings einen Verdacht.

Mutmaßlicher Terror-Anschlag in Limburg – Polizei korrigiert Angaben

Mittlerweile gehen die Behörden offenbar von einem terroristischen Motiv aus. Das erfuhr das „ZDF“ von Sicherheitsbehörden.

Alle Entwicklungen aus Limburg erfährst du hier in unserem News-Blog:

Das wissen wir über den mutmaßlichen Täter – und das nicht

20.02 Uhr: Gegen den Mann, der in Limburg mit einem gestohlenen Lastwagen auf acht Autos aufgefahren sein soll, ist am Dienstag Haftbefehl erlassen worden. Die Tatvorwürfe lauten versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Abend.

17.43 Uhr: Der mutmaßliche Täter ist bereits Ende August in Moers auffällig geworden. Damals hatte der Mann am 31. August auf der Moerser Kirmes eine 16-Jährige belästigt. Anschließend sei es laut Deutscher Presse-Agentur zum Gerangel mit der Mutter der Jugendlichen gekommen. Er habe eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten.

11.42 Uhr: Nach dem Zwischenfall in Limburg gab es viele Spekulationen um den mutmaßlichen Täter. Mittlerweile ist klar: Bei dem Mann am Steuer des Lkw handelt es sich um einen Syrer (32), der seit November 2015 in Deutschland lebt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen. 2016 hat er subsidären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten.

Der 32-Jährige ist wegen Drogendelikten und Gewaltkriminalität polizeibekannt. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden allerdings bislang nichts bekannt.

10.59 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Terror-Akt in Limburg hat die Polizei mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) noch in der Nacht zum Dienstag eine Wohnung im südhessischen Langen durchsucht. Die Maßnahme stehe in Verbindung mit dem Vorfall in Limburg, sagte eine Polizeisprecherin der „Offenbach-Post“. Weitere Details nannte sie nicht.

9.22 Uhr: Die Behörden stufen den Vorfall als Tat mit terroristischem Hintergrund ein. Das berichtet das „ZDF“. Demnach sei der mittlerweile festgenommene Fahrer des Lkw Anfang 30 und stamme aus Syrien.

Nach Angaben öffentlich-rechtlichen Senders habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terror-Akt in Limburg aufgenommen.

Dienstag, 6.04 Uhr: Zunächst hieß es, dass sich bei dem mutmaßlichen Terror-Anschlag gegenüber dem Landgericht 17 Menschen verletzt hätten. In der Zwischenzeit hat die Polizei diese Zahl korrigiert.

So klärte ein Polizeisprecher am Dienstag auf, dass insgesamt neun Menschen leicht verletzt wurden. Sieben Verletzte seien ins Krankenhaus gebracht worden, einer sei ambulant versorgt worden. Das geht aus der Auswertung des Rettungsdienstes hervor.

Tatverdächtiger festgenommen

22.50 Uhr: Zur Frage, ob es sich möglicherweise um einen terroristischen Anschlag handeln könnte, sagte ein LKA-Sprecher nach dem Vorfall: „Wenn solche Ereignisse passieren, dann ist es Aufgabe der Polizei, natürlich in sämtliche Richtungen alle Möglichkeiten im Blick zu haben. Genau das machen wir. Und wir schließen momentan überhaupt nichts aus.“

Mehrere Menschen seien in ihren Autos eingeklemmt worden, so ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Außer dem Lastwagen seien weitere acht Fahrzeuge in den Vorfall verwickelt gewesen.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) teilte mit, dass ein Mensch „sehr schwer verletzt und in kritischem Zustand“ sei. Der Fahrer des Lkw verletzte sich bei dem Crash ebenfalls. Er wurde von der Polizei festgenommen.

Montag, 22.33 Uhr: Ein Lkw ist in Limburg in mehrere Autos gekracht. Mehrere Menschen seien in ihren Autos eingeklemmt worden, so ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Außer dem Lastwagen seien weitere acht Fahrzeuge in den Vorfall verwickelt gewesen.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen warnt aber wiederholt vor Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. „Wir geben heraus, was gesichert ist und nicht, was jemand gehört haben will“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen der Deutschen Presse-Agentur. Ermittler seien vor Ort, unter anderem sei ein Hubschrauber im Einsatz. „Es geht um Übersichtsaufnahmen und eine saubere Ermittlungsarbeit.“

Polizei warnt eindringlich

Der Sprecher widersprach Spekulationen, es herrsche eine „Nachrichtensperre“ vonseiten der Behörden. „Gesicherte Erkenntnisse geben wir heraus.“ Dass der Fahrer festgenommen worden sei, bezeichnete der Sprecher als normal. „Bei jedem Unfall mit so vielen Verletzten fährt ein Fahrer danach nicht einfach davon“, sagte er.

Auf Twitter schrieb die Polizei Westhessen: „Trolle oder wilde Spekulationen braucht niemand.“ Zudem rief sie Zeugen dazu auf, sich zu melden, wenn sie etwas gesehen haben, Videos oder Bilder haben, die mit den Geschehnissen im Zusammenhang stehen.

Mann zieht Lkw-Fahrer aus dem Cockpit

Die „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) berichtet, dass ein Mann zuvor die Fahrertür eines Lkw etwa 200 Meter vor dem Tatort aufgerissen habe. Die Zeitung zitiert den Lkw-Fahrer: „Was willst Du von mir?“, habe er den Mann gefragt. „Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt.“

Die Polizei bestätigte diese Darstellung nicht. Nach dem Unfall soll der Fahrer des Lkw „von mehreren Passanten erstversorgt worden sein. Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals "Allah" gesagt haben“, hieß es in dem „FNP“-Bericht. Auch diese Darstellung bestätigte die Polizei nicht. Nach Angaben der „FNP“-Redaktion hatte ein Reporter die Passanten interviewt.(dpa, pen, ak)