Grünes Gewölbe in Dresden ausgeraubt: Polizei veröffentlicht spektakuläres Video der Tat

Unbekannte haben das Grüne Gewölbe in Dresden ausgeraubt.
Unbekannte haben das Grüne Gewölbe in Dresden ausgeraubt.
Foto: dpa

Dresden. Gewaltiger Coup am Montagmorgen in Dresden. Unbekannte sind in Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe eingebrochen.

Die Einbrecher drangen in den historischen Teil der Sammlung in Dresden ein. Der ist eigentlich streng gesichert, weil die Kunstobjekte von unschätzbaren Wert sind. Um das Unmögliche zu schaffen, verfolgten die Täter offenbar einem präzisen Plan.

Grünes Gewölbe Dresden: „Maßloses Entsetzen in der Museumswelt“

Alle Infos in unserem Blog.

Dienstag, 26. November:

11.59 Uhr: Der Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden hat auch in anderen Museen für einen Schock gesorgt. „In der gesamten Museumswelt herrscht maßloses Entsetzen“, sagte Alfred Reichenberger vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle dem MDR-Magazin „Umschau“ (Dienstag). Im Landesmuseum Halle lagert unter anderem die berühmte Himmelsscheibe von Nebra.

9.34 Uhr: - Nach dem dreisten Juwelendiebstahl aus dem Historischen Grünen Gewölbe in Dresden fahndet die Polizei weiter nach den flüchtigen Tätern. Noch unklar ist das Ausmaß des Verlusts, mit dem das berühmte barocke Schatzkammermuseum international in die Schlagzeilen geraten ist. Selbst Museumsdirektor Dirk Syndram kennt das ganze Ausmaß nicht. Immerhin sei die Vitrine nicht vollständig leergeräumt worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe ein Foto gesehen, das zeigt, dass nicht alles fehlt.“

Eine umfassende Bestandsaufnahme ist erst nach Ende der Spurensicherung möglich. „Sobald der Tatort freigegeben ist, werden wir die Sachen schnellstmöglich bergen und wissen, wie viel von den knapp 100 Objekten, die insgesamt in der Vitrine waren, nicht mehr da sind“, sagte Syndram. Die Tat bezeichnete er als „Super-Gau“.

8.39 Uhr: Mittlerweile hat die Polizei Sachsen einige Bilder der gestohlenen Schmuckstücke aus dem Museum in Dresden veröffentlicht.

Montag, 25. November

Dresden: Grünes Gewölbe ausgeraubt – das haben die Täter gestohlen

22.13 Uhr: Bisher gibt es offiziell noch keine Spur zu den mutmaßlichen Tätern. Eine eilends einberufene Sonderkommission unter dem Titel „Epaulette“ wurde am Nachmittag auf 20 Beamte verdoppelt.

Außerdem hat die Polizei ein Video von dem Kunstraub veröffentlicht. >>>hier kannst du es sehen

Auf dem Schwarz-Weiß-Film aus der Überwachungskamera im Juwelenzimmer ist zu sehen, wie zwei Männer mit Taschenlampen den Raum betreten. Einer von ihnen, mit einer Kapuze auf dem Kopf, schlägt mit einer Axt auf die Scheiben der Vitrine ein und versucht, sie aufzubrechen.

Die Täter hatten nach Polizeiangaben zuvor das Gitter eines Fensters durchtrennt, waren ins Juwelenzimmer gegangen und hatten dort zielsicher die Vitrine mit Brillant- und Diamantschmuck geplündert. „In Gänze dauerte die Tat nur wenige Minuten“, hieß es am Abend im Polizeibericht. Die Täter seien im Pretiosensaal eingestiegen und durch das Wappenzimmer zum Tatort gegangen. „Sie müssen sich ausgekannt haben“, sagte Museumsdirektor Dirk Syndram.

16.05 Uhr: Aus Ermittlerkreisen drang heraus, dass die Tat in Verbindung mit dem Brand des Stromkasten unter der Ausgustbrücke in Dresden stehen könnte. Durch das Feuer soll die Stromzufuhr der staatlichen Kunstsammlung gekappt worden sein.

Danach sind die Täter nach Angaben der Polizei durch ein Fenster Richtung Schlossplatz eingedrungen. Um hereinzukommen, haben sie ein Gitter durchtrennt und eine Scheibe eingeschlagen. Dann steuerten sie zielgerichtet genau eine Vitrine aus Sicherheitsglas mit drei vollständigen Juwelengarnituren aus dem 18. Jahrhundert an.

„Das wäre eine schreckliche Vorstellung“

Nach Angaben von Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden seien eine Diamantgarnitur, eine Brilliantgarnitur und eine Diamant-Rauten-Garnitur entwendet worden.

Auf die Frage, ob die Täter womöglich versuchen würden, die Diamanten der Serien einzeln auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, sagte die Generaldirektorin: „Das wäre eine schreckliche Vorstellung.“ Denn: „Die besondere Bedeutung und Qualität liegt darin, dass diese Ensembles als solche überliefert sind“, so Ackermann auf einer Pressekonferenz am Montag. Die Vollständigkeit dieser Sammlung sei höher einzuordnen als der Materialwert an sich.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Whatsapp wird auf DIESEN Handys abgeschaltet – hunderttausende Geräte betroffen

Du errätst nie, wie alt dieser Schäferhund wirklich ist

• Top-News des Tages:

Royals: Schlimmste Krise seit Dianas Tod? Britische Königsfamilie vor gigantischem Problem

Erdogan: Mann aus NRW im Türkei-Urlaub verhaftet – die Vorwürfe sind heftig

-------------------------------------

Sicherheitsdienst meldet Einbruch

10.24 Uhr: Zum Tatablauf: Wie die Polizei mitteilte, hat bei dem Einbruch trotz des Stromablaufs ein Alarm ausgelöst. Der Sicherheitsdienst hat um 4.59 Uhr umgehend die Polizei gerufen. Als der erste Streifenwagen wenige Minuten später anrückte, waren die Täter bereits geflüchtet. Offenbar mit einem Auto.

Wie die Bild berichtet, soll wenig später in einer Tiefgarage an der Kötzschenbrodaer Straße ein Audi gebrannt haben. Laut Informationen der Zeitung sollen die Kunsträuber damit geflohen sein. Die Tiefgarage liegt etwa zehn Minuten mit dem Auto vom Tatort am Grünen Gewölbe entfernt.

Auf Video-Aufnahmen seien zwei Tatverdächtige im Museum zu sehen. Doch die Polizei schließt nicht aus, dass weitere Täter beteiligt waren.

„Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen“

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagierte geschockt auf den Einbruch: „Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen!“, sagte Kretschmer am Montag.

------------------------------------

Das ist das Grüne Gewölbe

  • Schatzkammer in Dresden
  • Angelegt von Sachsens Kurfürst August der Starke zwischen 1723 und 1730
  • Unterteilt in zwei Abteilungen
  • Historische Teil im Erdgeschoss des Residenzschlosses
  • Neues Grüne Gewölbe mit besondere Einzelstücke im 1. Stock

------------------------------------

„Die Werte, die im Grünen Gewölbe und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den ‎Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet wurden“, so Kretschmer. „Man kann die ‎Geschichte unseres Landes, unseres Freistaates nicht verstehen, ohne das Grüne Gewölbe und ‎die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens.“

Die Polizei hat für 13 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt.

Wertvolles Stück in New York

Bei dem Coup konnte eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes nicht gestoheln werden - der Grüne Diamant. Der wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt.

Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung „Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe“ des Metropolitan Museum of Art. (ak mit dpa, epd)