Tierheim warnt: Deshalb sollst du keinen Hund zu Weihnachten verschenken

Ein Hund unter dem Weihnachtsbaum? Keine gute Idee, mahnt der Hamburger Tierschutzverein.
Ein Hund unter dem Weihnachtsbaum? Keine gute Idee, mahnt der Hamburger Tierschutzverein.
Foto: Hamburger Tierschutzverein

Funkelnde Lichter, bunte Geschenke rund um den Tannenbaum und dazwischen ein kleiner Hund mit Schleife um den Hals? Wie niedlich!

Was niedlich klingt, ist laut dem Hamburger Tierschutzverein als Weihnachtsgeschenk überhaupt nicht zu empfehlen. Für Hund und Familie kann das tierische Präsent drastische Folgen haben.

Hund unter dem Tannenbaum: Schlechte Geschenkidee

Viele Menschen hielten ein Jungtier für das perfekte Geschenk für die Familie. Darüber hinaus würden sie vergessen, dass ein Haustier eine Menge Verantwortung mit sich bringe. Es handele sich schließlich um ein Lebewesen.

Das sollten alle zukünftigen Tierhalter bedenken:

  • Tiere machen Arbeit. Der Kleintierkäfig muss regelmäßig gereinigt werden, das Katzenklo geleert, der Hund will zur Gassi-Runde raus – das alles kostet Zeit.
  • Neben den Kosten für das Futter seien auch nötige Tierarztkosten nicht zu unterschätzen.

Eltern sollten sich nicht von den Kindern unter Druck setzen lassen

Das gelte vor allem für drängelnde Kinder, die sich zu Weihnachten nichts sehnlicher wünschen als ein Haustier. Problematisch: „Kinder verlieren schnell das Interesse – und die Abmachung, mit dem Hund Gassi zu gehen oder täglich das Katzenklo zu leeren, wird dann schnell zum Streitpunkt“, schreibt der Hamburger Tierschutzverein.

Familien, die sich der Verantwortung bewusst sind und dennoch gern ein Tier bei sich aufnehmen möchten, sollten das erst nach den Feiertagen tun.

Und das sollte nach Möglichkeit kein Babytier sein. Denn wer einen jungen Welpen oder andere Babytiere verschenke, fördere einen „Welpenwahn“, schreibt der Hamburger Tierschutzverein

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Tierliebhaber sollten „Welpenwahn“ nicht unterstützen

Dieser sorge für schlechte Zuchtbedingungen für „Hündinnen, die als Gebärmaschinen ausgenutzt werden, Welpen, die bestimmten Schönheitsmerkmalen genügen müssen – und Transportbedingungen, die im Verborgenen bleiben“. Jeder Kauf vom Züchter oder aus der Zoohandlung fördere dieses System, schreibt der Tierschutzverein.

Gleichzeitig werde damit den Tieren, die in Heimen oder Tötungsstationen festsitzen, die Chance auf eine Familie und ein sorgenfreies Leben genommen.

Tiere sollen Familienmitglieder sein

Der Weihnachtstrubel und das Silvesterfeuerwerk seien ohnehin kein guter Zeitraum für das Tier, um sich im neuen Heim einzuleben. Aus diesem Grund kündigte der Hamburger Tierschutzverein auch einen Vermittlungsstopp zwischen dem 21 und dem 26. Dezember an.

Der Hamburger Tierschutzverein wünscht sich, dass Tiere nicht als Ware, sondern als „Familienmitglieder“ angesehen werden, „deren Einzug gemeinsam und gut überlegt sein muss.“ Dann stehe dem tierischen Familienglück im neuen Jahr nichts im Wege. (vh)