Klimahysterie: Star-Autorin kritisiert Unwort des Jahres – und macht überraschenden Vorschlag

Das Unwort des Jahres 2020„Klimahysterie“ schlägt hohe Wellen.
Das Unwort des Jahres 2020„Klimahysterie“ schlägt hohe Wellen.
Foto: dpa

Im Großen und Ganzen schien man sich einig zu sein: „Klimahysterie“ war genau die richtige Wahl, als es um die Frage ging, welcher Begriff „Unwort des Jahres 2020“ sein soll, so die scheinbar einhellige Meinung.

Einen ersten prominenten Kontrapunkt setzte jetzt Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk bezeichnete Zeh die Auswahl der „Unwort“-Jury als „kontraproduktiv“.

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Klimahysterie: Jury ergreift „sehr stark“ Partei

Der Diskurs um das Thema Klimawandel sei moralisch stark aufgeladen, und mit der Wahl ergreife die Jury „sehr stark“ Partei.

Sie sei keineswegs für eine Verwendung des Begriffs „Klimahysterie“, so Zeh, die sich für eine Art Relativierung ausspricht.

Klimahysterie und Klimaleugner

Die Jury hätte womöglich besser zwei Wörter ausgewählt, schlägt sie vor: Neben „Klimahysterie“ auch ein Wort wie „Klimaleugner“.

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Juli Zeh

  • 1974 in Bonn geboren
  • Zeh ist promovierte Juristin
  • Ihr Debüt-Roman "Adler und Engel" (2001) erschien in über 30 Sprachen

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Damit wäre „klar gewesen, dass eine sachliche Diskussionsebene gewahrt werden soll und dass man sich nicht gegenseitig bezeichnen soll als Hysteriker oder anders herum wieder als Spinner oder als Verschwörungstheoretiker.“

„Bedrohlicher als Klimawandel“

Sie empfinde es als „manchmal bedrohlicher als den Klimawandel selber, dass wir in einer Zeit, wo die Gesellschaft sich eh spaltet, jetzt dieses Umweltthema noch als einen weiteren Katalysator in diesem Spaltungsprozess haben“, so Zeh im Interview.

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Die Jury hatte ihre Wahl damit begründet, dass das Wort „Klimahysterie“ die Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung „diffamiert und Debatten diskreditiert".

Der Begriff war neunmal als Vorschlag eingereicht worden - insgesamt sei das Thema Umweltschutz in diesem Jahr dominierend gewesen, heißt es aus der Jury. Andere Vorschläge aus diesem Bereich waren „Ökodiktatur“, „Ökofaschismus“ oder „CO2-Jünger“. Insgesamt gab es 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen. (mit dpa)