Coronavirus: Arzt packt aus – „Der Krieg ist buchstäblich explodiert“

Das Coronavirus hat Italien in Europa am schwersten getroffen. Nun packt ein Arzt aus Bergamo aus. (Symbolbild)
Das Coronavirus hat Italien in Europa am schwersten getroffen. Nun packt ein Arzt aus Bergamo aus. (Symbolbild)
Foto: imago images / Opn Images / Christian Ohde

Italien ist fest in der Hand des Coronavirus. Das komplette Land spürt die Auswirkungen. Öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Nach 18 Uhr dürfen Restaurants und Kneipen nicht mehr besucht werden, das Land wurde zur Sperrzone. Wer vor allem das Coronavirus zu spüren bekommt, sind die Ärzte. Nun packt ein Mediziner aus Bergamo aus – und beschönigt gar nichts.

„Der Krieg ist buchstäblich explodiert und die Schlachten werden Tag und Nacht ununterbrochen gekämpft", schreibt Daniele Macchini auf seiner Facebookseite. In einem sehr langen Post stellt der Chirurg klar, was der Kampf gegen das Coronavirus mit ihm macht, wie es in den Krankenhäusern aussieht und was ihn tierisch aufregt.

Coronavirus: „Hören wir auf zu sagen, dass es eine Grippe ist“

„Die Ergebnisse der Tupfer kommen nun nacheinander: positiv, positiv, positiv“, schreibt er. So sieht es aktuell in italienischen Krankenhäusern aus.

Viele Betten wurden für Corona-Patienten freigeräumt. Behandlungen, die nicht zwingend notwendig sind, wurden einfach abgesagt. Vor dem Krankenhaus in Bergamo wurde ein Container aufgestellt – eine Art Notaufnahme für Covid-19-Infizierte. Die Atmosphäre in den Krankenhaus-Gängen beschreibt er als „surreale Stille und Leere“.

Er habe das Gefühl, er warte auf einen Krieg – gegen das Coronavirus. Er gibt zu: „Wir warteten auf einen Krieg, der noch nicht begonnen hatte und von dem viele, einschließlich mir, nicht so sicher waren, dass er jemals so wild kommen würde.“

Auch erinnert der Arzt sich an den Tag zurück, als der erste Patient in Italien positiv getestet wurde. „Wenn ich darüber nachdenke, scheint meine Aufregung um einen möglichen Fall fast lächerlich und ungerechtfertigt, jetzt, wo ich gesehen habe, was passiert.“

Macchini fordert: „Hören wir auf zu sagen, dass es eine Grippe ist.“ Denn das ist es nicht. Es gibt keine Medikamente, keine Impfung. „Es bleibt zu hoffen, dass unser Körper das Virus von selbst bekämpfen wird, wenn wir ehrlich sind.“

Coronavirus: Ignorante Menschen sind Auslöser der Katastrophe

„Ich verstehe die Notwendigkeit, nicht in Panik zu geraten, aber wenn die Botschaft über die Gefahr des Geschehens die Menschen nicht erreicht und ich immer noch das Gefühl habe, dass die Menschen sich nicht darum kümmern und beschweren, dass sie nicht ins Fitnessstudio gehen oder keine Fußball-Turniere spielen können, könnte ich erschaudern.“

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Macchini prangert diejenigen an, die sich über die Maßnahmen der Regierung beschweren. Die trotz Epidemie an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen wollen. Er fordert, dass diese Menschen Rücksicht auf Ältere nehmen sollen. Denn die sind besonders gefährdet. Der Arzt wird deutlich, schreibt, dass die Risiko-Gruppen besonders gefährdet sind.

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In Italien gibt es aber auch etliche Fälle von erkrankten Personen um die 20. Der Mediziner will warnen, berichtet von jungen Menschen, die auf der Intensivstation liegen. Mittels einer Maschine wird ihr Blut extrahiert und mit Sauerstoff angereichert. Anschließend wird es in den Körper zurückgepumpt. „Wenn du das siehst, wird dir die Ruhe trotz deines jungen Alters vergehen.“

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Er will den Menschen, die sich in sozialen Netzwerken so verantwortungslos zeigen und dafür feiern, keine Angst vor das Coronavirus zu haben, klarmachen, dass die „epidemiologischen Katastrophe“ bereits eingetreten ist. Dieser emotionale Post wurde über 31.000 Mal geteilt. (ldi)