Markus Lanz: Coronavirus-Experte knallhart – Polizei muss eingreifen

Der Coronavirus-Experte Jonas Schmidt-Chanasit.
Der Coronavirus-Experte Jonas Schmidt-Chanasit.
Foto: Screenshot ZDF

Das Coronavirus und die Folgen. Wie bereits in den letzten Tagen stand dieses Thema auch am Mittwoch wieder auf der Agenda von Markus Lanz. Der Südtiroler hatte sich dazu am Mittwoch den Professor vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Jonas Schmidt-Chanasit, eingeladen.

Angesprochen auf die Möglichkeiten, das Virus einzudämmen, widersprach der 40-jährige Coronavirus-Experte dem, was in den letzten Tagen häufig zu hören war. Der Ausgangssperre.

Markus Lanz: Virologe widerspricht Ausgangssperren

Jonas Schmidt-Chanasit: „Wir müssen - ich kann das nur noch einmal betonen - für Deutschland die beste Lösung finden. Wir gucken natürlich, was in den anderen Ländern passiert ist, wie problematisch die Situation dort ist, wir können uns sicherlich auch an anderen Ländern orientieren, was die Maßnahmen betrifft. Dennoch müssen wir für uns, für unser Land, die beste Lösung finden. Eine Lösung, die auch zu uns passt. Es sind schon massive Maßnahmen ergriffen worden.“

Die Frage jedoch: Was tun, wenn sich die Menschen weiterhin in Gruppen aufhalten, sich weiterhin nicht an die Forderungen der Bundesregierung halten. Die Zahl der 10 Millionen Infizierten in den kommenden 100 Tagen (bei Nicht-Beachtung der Vorgaben des RKI) schwebte dabei immer wieder über den Köpfen der Talk-Runde.

„Wir müssen mit Augenmaß vorgehen!“

Schmidt-Chanasit: „Wir müssen hier mit Augenmaß vorgehen. Wenn wir jetzt über die Ausgangssperre reden, wird es sicherlich einige kluge Etymologen geben, die sagen können, wie der Effekt sein wird, den wir damit zugewinnen können. Ich bin der Meinung, der wird nicht sehr groß sein.“

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Die Gäste am Mittwoch:

  • Karl Lauterbach, Politiker
  • Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe
  • Harald Welzer, Soziologe
  • Marcel Fratzscher, Ökonom

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Der Virologe befindet eine andere Eingreif-Maßnahme des Staates für deutlich praktikabler: „Wahrscheinlich wäre es besser, wenn wir draußen sehen, dass die Leute sich nicht an diese soziale Distanz halten, dass es eben zu Gruppenbildung kommt, mit der Polizei einzuwirken. Dass diese Versammlungen aufgelöst werden.“

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Der Vorteil, so Schmidt-Chanasit, man bestrafe nicht die Menschen, die sich an die Vorgaben halten würden. Denn, so der Virologe, man spreche hier nicht von einer Woche, sondern von Monaten.