Hartz 4 in der Corona-Krise: Familien völlig am Ende - „Das Problem ist...“

Die Folgen der Corona-Krise treffen auch Hartz 4-Empfänger hart.
Die Folgen der Corona-Krise treffen auch Hartz 4-Empfänger hart.
Foto: dpa; Montage: DER WESTEN

Die Corona-Krise betrifft uns alle! Doch wie so häufig trifft sie die besonders hart, die wenig bis gar nichts haben - beispielsweise die Hartz4-Familien.

Familie Werner aus Oberhausen will ihren richtigen Namen nicht in einem Artikel lesen, daher haben wir ihn geändert. Doch wie die Familie aus Oberhausen haben sich einige Hartz4-Familien an unsere Redaktion gewandt. Sie alle erleben in Zeiten von Corona das Gleiche.

Coronavirus: Hartz4-Familien leiden unter Hamsterkäufen

„Das Problem ist, dass wir durch die Hamsterkäufe der anderen dazu gezwungen sind, teure Produkte zu kaufen. Unser Geld wird langsam knapp", erzählt Papa Kai* (26). Er bezieht laut eigener Aussage seit einer krankheitsbedingten Kündigung vor drei Monaten Arbeitslosengeld II, hat mit seiner Frau (22) zwei Kinder (2 & 4)

Vor allem die derzeit gefragten Hamster-Produkte wie Nudeln, Feuchttücher, Fleisch, Konserven, Seife und Toilettenpapier findet die Familie oft nur für teures Geld. Statt der 500 Gramm Nudel-Packung für 0,45 Euro musste sie zuletzt die Packung für 2,70 Euro nehmen. „Feuchttücher für die Kids waren zum Beispiel gar nicht mehr da", erzählt er.

Sie wünschen sich Unterstützung. Das schreibt auch ein anderer Leser: „Wir würden uns wünschen, dass die Bundesregierung auch mal an solche Familien denkt und eventuell dafür sorgt, dass es da vom Jobcenter einmalige Zahlungen gibt."

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Das sagt das Jobcenter

Wir haben beim Jobcenter nachgefragt. Dort heißt es, die Kosten für Lebensmittel seien in der Regelleistung enthalten. "Vom Gesetzgeber hat es bislang noch kein Signal gegeben, dass die Grundsicherung aufgrund durch Auswirkungen der Corona-Pandemie gestiegener Lebenshaltungskosten erhöht werden soll", so Arbeitsagentur-Sprecher Christoph Löhr.

Kurzfristige Zahlungen nur in akuten Notsituation

Man habe keine Häufung von Anfragen nach zusätzlichen Zahlungen feststellen können. Löhr erklärt auf DER WESTEN-Anfrage: "Kurzfristige zusätzliche Zahlungen gewähren die Jobcenter, um akute Notsituationen zu vermeiden. Das kann zum Beispiel sein, wenn notwendige Reparaturen anfallen, notwendige Anschaffungen wie zum Beispiel neue Winterkleidung für heranwachsende Kinder fällig sind oder die Kundin bzw. der Kunde zum Beispiel Opfer eines Diebstahls oder eines Wohnungsbrandes geworden sind. In diesen Fällen wendet man sich ans Jobcenter und erörtert den Fall mit seiner Sachbearbeiterin."

Sorgen um eine ausbleibende oder verspätete Zahlung der Leistungen müssten sich Hartz 4-Empfänger nicht machen. "Die sichere Auszahlung von Geldleistungen hat für uns oberste Priorität", heißt es. (ms)

* Name geändert, aber der Redaktion bekannt