Essen: Ärztin rechnet mit Ausgangssperre und hat deutliche Worte – „Wir an der Front kämpfen den Kampf“

Die Essener Ärztin Dr. Carola Holzner appelliert an den „gesunden Menschenverstand".
Die Essener Ärztin Dr. Carola Holzner appelliert an den „gesunden Menschenverstand".
Foto: S. Drolshagen/Privat/dpa

Schon seit Anfang März hat die italienische Regierung wegen des Coronavirus eine drastische Ausgangssperre verhängt. Dort war das Gesundheitssystem mit dem extremen Anstieg der Infizierten restlos überfordert.

In einem Großteil von Deutschland sieht man bislang von einer Ausgangssperre ab. Am Sonntagnachmittag berät sich die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder, ob eine bundesweite Ausgangssperre nötig sein wird. Doch nach der Meinung einer Ärztin aus Essen dürfte die nicht mehr lange auf sich warten lassen: Dr. Carola Holzner vermutet, dass es auch hierzulande bald eine Ausgangssperre wegen des Coronavirus geben wird. Und das aus gutem Grund.

Coronavirus in Essen: Ärztin spricht Klartext

„Wenn ich sehe, wie viele Menschen jetzt noch draußen mit nahem Kontakt zu anderen umherspazieren, fröhlich in den Eiscafes die Tische zusammen schieben, wird mir anders“, sagt Dr. Carola Holzner. Sie kritisiert die Menschen, die noch immer gruppenweise draußen in den Parks in der Sonne sitzen.

Denn: „Jeder kann seien Teil dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet, indem er einfach zuhause bleibt und den Kontakt zu anderen minimiert. Wir an der Front kämpfen den Kampf – aber gewinnen können wir ihn nur, wenn die ganze Armee hinter uns steht“, fordert die Ärztin.

Ärztin hält Ausgangssperre für nötig

Viele Menschen würden zwar in den Sozialen Medien ihre Solidarität bekunden, aber dennoch ihre Zeit außerhalb der eigenen vier Wände verbringen, um sich mit Freunden zu treffen. Und weil das so ist, ist für Dr. Holzner klar: „Weil sich keiner an die Verhaltensregeln hält, wird es auch hier bald eine Ausgangssperre geben.“

Sie macht deutlich: „Alle sollen einfach zuhause bleiben. Wenn das nicht passiert, kommt die Ausgangssperre unausweichlich - und zwar für alle."

------------------------

Mehr Neuigkeiten zum Coronavirus:

Trotz Corona-Krise: So spenden Sie Blut!

Oliver Pocher: Amira Pocher hat Coronavirus – SO reagiert Michael Wendler

Coronavirus: Sechs neue Todesfälle in Bayern ++ „Langsam unerträglich“ – emotionaler Hilferuf ++ Spitzenpolitiker infiziert

------------------------

Gang in die Notaufnahme wegen Corona oft überflüssig

Wer befürchtet, sich mit Covid-19 angesteckt zu haben, müsse ebenso nicht direkt in die Notaufnahme kommen. Die erste Anlaufstelle sollte laut Holzner der „gesunde Menschenverstand" sein: Wer nicht zur Risikogruppe gehöre und nicht so krank sei, dass er in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden müsse, solle die Krankheit zuhause auskurieren und dabei den Kontakt zu anderen vermeiden. „So wie man das nun mal macht, wenn man krank ist. Bei Grippe, Erkältung und Kopfschmerzen funktioniert es doch auch."

Zu Hause bleiben sollten sie derzeit unabhängig von einem Testergebnis ohnehin tun: „Je mehr Menschen ohne Kontakt zu anderen zuhause bleiben, umso schneller können wir zur Normalität zurückkehren.“

Benötigst du in dieser außergewöhnlichen Zeit Unterstützung? Dann schreibe eine Mail an wirhelfen@derwesten.de oder schaue in unserer Facebook-Gruppe zum Thema Coronavirus im Ruhrgebiet vorbei:

FB-Gruppe Wir helfen