Maybrit Illner zu Coronavirus: Ärzte-Chef rastet DESWEGEN aus – „Eine Peinlichkeit“

Frank Ulrich Montgomery ist der Vorsitzende des Weltärztebundes.
Frank Ulrich Montgomery ist der Vorsitzende des Weltärztebundes.
Foto: Screenshot ZDF

Am Sonntagabend traf sich Maybrit Illner mit führenden Vertretern von Politik und Gesundheitswesen zum Thema Coronavirus. Und vor allem ein Gast der 55-jährigen Talkshow-Moderatorin fuhr dabei besonders aus der Haut.

Frank Ulrich Montgomery ist Vorsitzender des Weltärztebunds und Ehrenpräsident der Bundesärztekammer. Ihn ärgerte jedoch nicht das Coronavirus an sich. Ihn ärgert, dass gewisse Strukturen in Deutschland so vieles erschweren.

Maybrit Illner: Ärzte-Chef platzt der Kragen

Vor allem das Robert-Koch-Institut (RKI), die Bundesbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten habe derzeit darunter zu leiden, so Montgomery. So würden derzeit die Coronafälle nicht direkt an das RKI gemeldet, sondern müssten den Umweg über die Landesbehörden der einzelnen Bundesländer gehen. Ein Zwischenschritt, der wertvolle Zeit verbrauche, so Montgomery.

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Die Gäste bei Maybrit Illner:

  • Olaf Scholz (Bundesfinanzminister und Vizekanzler)
  • Ulrike Lüken (Psychologin)
  • Armin Laschet (Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen)
  • Johannes B. Kerner (Moderator)
  • Frank Ulrich Montgomery (Vorsitzender Weltärztebund)

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Der Ärzte-Chef sagt: „Das wir zum Beispiel bei allen Zahlen uns auf eine amerikanische Universität verlassen, und das Robert-Koch-Institut zwei Tage hinterherhinkt, ist eine Peinlichkeit für so ein gut entwickeltes Land und auch für das Robert-Koch-Institut, das nichts dafür kann.“ Daher fordert er klipp und klar, diesen Umweg auszuschalten und eine Direktmeldung der Fälle ans RKI einzurichten.

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Kontaktsperren sind sinnvoll

Und auch zu den ab Montag geltenden Kontaktsperren wurde der Ehrenpräsident der Bundesärztekammer befragt. Ein sinnvoller Schritt, wie er findet. Deutlich sinnvoller jedenfalls als eine auch diskutierte Ausgangssperre: „Harte Ausgangssperre bringt nichts. Sie bringt nur Probleme, denn Sie müssen erst mal sagen, was Sie mit denen machen, die sie brechen. Schicken Sie jetzt die Polizei hinter denen her?

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Zweitens: Wie kommen Sie aus der Ausgangssperre vernünftig begründet wieder raus? Und drittens befürchte ich so etwas wie einen Lagerkoller, wenn die Leute zu lange eingesperrt sind. Wir müssen auch das berücksichtigen. Und viertens: So etwas gibt auch deutlich radikaleren Menschen in unserer Gesellschaft Aufschub: 'Die wollen euch da einsperren. Wir bieten euch das Heil.' Deshalb finde ich es aus diesen vier Gründen gut, Kontaktsperren zu machen. Aber keine Ausgangssperren.“