Coronavirus: Trotz Verbot! Was AfD-Gruppe im Krankenhaus macht, ist einfach dämlich

Coronavirus: Eine Dankesaktion einer AfD-Regionalgruppe endet peinlich. (Symbolbild)
Coronavirus: Eine Dankesaktion einer AfD-Regionalgruppe endet peinlich. (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image; imago images / Christian Spicker (Montage: DER WESTEN)

Hoyerswerda. Es sollte ein positives Zeichen der AfD inmitten der Coronavirus-Krise sein – doch es endete recht peinlich für die verantwortlichen Politiker.

Die AfD-Regionalgruppe aus Hoyerswerda (Sachsen) wollte die „Helden des Alltags“ hervorheben, die während der Coronavirus-Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten müssen. Das berichtet „T-Online“. Dabei hatten die Lokalpolitiker aber wohl nicht bedacht, dass zu Zeiten von „Social Distancing“ der Besuch einer ganzen Delegation in einem Krankenhaus eher unvorteilhaft ist.

Coronavirus: AfD-Regionalgruppe besucht zu dritt Krankenhaus

Drei Mitglieder der AfD Hoyerswerda haben einen Baumarkt, diverse Geschäfte sowie das Lausitzer Seenland Klinikum besucht und für die dortigen Mitarbeiter Blumensträuße mitgebracht. Das Krankenhaus reagierte auf die Aktion mit einem unmissverständlichen Schreiben: „Ihre Wertschätzung können Sie gerne auf anderem, infektionssicheren Wege zum Ausdruck bringen.“

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Auch Chefarzt und Krankenhaushygieniker Frank Dietrich verurteilt den Besuch der Politiker scharf: „Das Infektionsschutzgesetz und die von allen Mitbürgern erwarteten Verhaltensregeln sprechen ganz klar gegen ihr Handeln. Sie bringen damit sich selbst, unsere Patienten und unsere Mitarbeiter unnötig in Gefahr.“

AfD verteidigt die Aktion

AfD-Ratsmitglied Toni Schneider versteht die Kritik nicht. Man sei nur im Eingangsbereich der Klinik gewesen, habe sogar mit einer Dresdner Medizinerin Rücksprache gehalten. Zudem habe das formelle Betretungsverbot von Krankenhäusern zum Zeitpunkt des Besuches noch keine Gültigkeit gehabt. Und die Blumen? Die sollen von einem Familienbetrieb stammen, „der durch die Corona-Krise selbst direkt betroffen ist.“

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Laut „T-Online“ hatte Schneider behauptet, das Schreiben des Klinikums sei unter Drucks verfasst und von CDU-Vertretern veröffentlicht worden.

Die Besuchsaktion wurde fotografisch auf Facebook festgehalten, den Post hat die AfD-Regionalgruppe aber mittlerweile wieder gelöscht. (at)