Merkwürdiger Corona-Vorschlag der AfD: „In Deutschland gute Erfahrungen gemacht“

Die AfD formuliert während der Corona-Krise einen merkwürdigen Vorschlag. (Symbolbild)
Die AfD formuliert während der Corona-Krise einen merkwürdigen Vorschlag. (Symbolbild)
Foto: imago images / Christian Spicker; imago images / Ralph Peters (Montage: DER WESTEN)

Bei diversen Forderungen der AfD kommt es schonmal vor, dass man als Zuhörer ein wenig die Stirn runzelt.

Und auch der Vorschlag, den Götz Frömming, der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, am Donnerstag formulierte, kommt reichlich merkwürdig daher.

AfD-Fraktion will Schüler und Studenten zur Feldarbeit „abordnen“

Da aufgrund der Grenzschließungen Tausende Saisonarbeiter aus Osteuropa nicht nach Deutschland kommen können, hat die AfD-Fraktion folgende Idee: Schüler ab der 10. Klasse sowie Studenten seien „bestens geeignet, um in der Landwirtschaft auszuhelfen.“ Die Abordnung von Schülern zur Feldarbeit unter Lehrerbegleitung sei auch aus pädagogischer Sicht wertvoll. „Wir haben damit in Deutschland gute Erfahrungen gemacht“, erklärte Frömming.

Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind geschlossen – da wäre laut der AfD-Fraktion die Arbeit an der frischen Luft „eine willkommene Abwechslung.“ Zudem sei die Gefahr, sich mit Covid-19 anzustecken, unter freiem Himmel, bei Einhaltung des Mindestabstands und sowieso bei jüngeren Menschen sehr gering.

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Den Vorschlag von Landeswirtschaftsministerin Klöckner, Asylbewerber oder Arbeitslose für die Saisonarbeit zu verpflichten, lehnt die AfD-Fraktion ab. Ihre Begründung: Die Motivation dieser Personengruppen sei geringer „und damit ist dann den Bauern auch nicht geholfen.“ Warum dagegen deutsche Schüler und Studenten deutlich mehr Motivation haben sollten, Feldarbeit zu verrichten, wird in der Mitteilung nicht erklärt.

Kinderarbeit und widersprüchliche Argumente

Dieser Vorschlag kommt äußerst sonderbar daher. Schüler der 10. Klasse sind im Durschnitt 15 oder 16 Jahre alt – und diese Jugendlichen sollen nun in der deutschen Landwirtschaft die erwachsenen Saisonarbeiter ersetzen? Wovon die AfD-Fraktion in ihrem Vorschlag spricht, ist im Kern Kinderarbeit.

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Zudem dauern die Arbeitssaisons teilweise bis Oktober an. Und sobald die Bildungseinrichtungen wieder öffnen, besteht für die Jugendlichen wieder die Schulpflicht. Dann ständen die Landwirte erneut vor einem Arbeitermangel.

Noch widersprüchlicher ist aber die Tatsache, dass Schul- und Grenzschließungen auch zu den Zielen der AfD gehörten. Vor wenigen Wochen hatte Jörg Urban, der Chef der sächsischen AfD-Landtagsfraktion, einen Dringlichkeitsantrag zur Schließung sowohl der Schulen in Sachsen als auch der Grenzen zu Polen und Tschechien gefordert. (at)