Anne Will: Virologe mit eindringlicher Warnung – „Es ist dringend notwendig ..."

Virologe Alexander Kekulé warnt bei Anne Will eindringlich.
Virologe Alexander Kekulé warnt bei Anne Will eindringlich.

Das Coronavirus hält Deutschland weiter in Atem. Auch bei Anne Will gab es am Sonntagabend lediglich ein Thema. „Zwei Wochen Ausnahmezustand - wo steht Deutschland im Kampf gegen Corona?" wollte Anne Will wissen und lud unter anderem Virologe Alexander Kekulé und Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, ins Studio.

Seit rund zwei Wochen gilt die Kontaktsperre, vergangene Woche beschloss Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Maßnahmen auszuweiten: Sie sollen nun bundesweit bis zum Ende der Osterferien am 19. April gelten. Es sind weitreichende Maßnahmen, die das Coronavirus eindämmen sollen. Das öffentliche Leben in Deutschland steht nahezu still.

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Anne Will in der ARD - Die Gäste:

  • Olaf Scholz
  • Martina Wenker
  • Alexander Kekulé
  • Christian Gerlitz
  • Jens Südekum
  • Christel Bienstein

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Anne Will: Experte mit eindringlicher Warnung

Auch wenn sich der Trend seit der verhängten Kontaktsperre vor rund zwei Wochen dahingehend verändert, dass die Verdopplungszeit der Infektionsraten von weniger als fünf auf fast zehn Tage gestiegen ist, so ist Entwarnung noch lange nicht in Sicht. Vor allem in Seniorenheimen ist die Sorge groß. Ältere Menschen sind besonders gefährdet. Anne Will möchte daher von ihrem Gast Alexander Kekulé wissen: „Wenn man von steigenden Zahlen an Todesfällen in Pflegeeinrichtungen hört, ist womöglich der erste Impuls, den Vater da rauszuholen. Empfehlen sie das?"

Der Experte hat eine klare Meinung. „Generell kann man das sicher nicht empfehlen." Doch Alexander Kekulé vom Universitätsklinikum Halle/Saale warnt: „Was dringend notwenig ist, ist diese Heime abzusichern. Es ist tatsächlich so, dass wir da noch viel zu tun haben." Man müsse dafür sorgen, dass Menschen - besonders die, die keine Verwandten und somit die Möglichkeit nicht haben, nach Hause zu gehen - in den Einrichtungen sicher sind.

„Das ist das, was ich ganz dringend empfehle", so der Virologe.

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Altenheime haben es besonders schwer

Doch wie geht das? Kekulé erklärt: „Wir müssen grundsätzlich die Heime genauso ernst nehmen wie die Krankenhäuser. Die Sicherung der Risikogruppen ist genauso wichtig wie die der Krankenhäuser." Offensichtlich sei das bislang nicht der Fall gewesen: „Sonst hätten wir nicht diese vielen Todesfälle." Das liege zum einen daran, dass das Personal nicht darauf eingestellt sei, zum anderen seien die Maßnahmen nicht dafür vorgesehen. Deutliche Worte vom Experten.

Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, stimmt dem Experten zu. In Seniorenheimen seien die Menschen sicherer als zuhause. Und auch in einem anderem Punkt kann sie Alexander Kekulé nicht widersprechen: „Sicher hat keiner damit gerechnet, dass so eine schwere Epidemie über Deutschland kommt. Altenheime haben Erfahrung mit Grippeviren und dem Norovirus." Doch wenn es zur Ausstattung von Schutzkleidung kommt, zeigen sich in Altenheimen Probleme. „Sie sind nicht ausreichen ausgestattet", so Bienstein. „Das ist ein Riesenproblem."

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Das Coronavirus breitet sich in den Seniorenheimen rasch aus. Insgesamt gibt es dort bereits mehr als 500 Todesfälle - bei rund 1500 Toten (Stand: Montag 7 Uhr) in Deutschland ein Drittel. (cs)

Anne Will läuft sonntags um 22 Uhr in der ARD. Ganze Folgen gibt's auch in der Mediathek.