Berlin: Muslime finden in Moschee keinen Platz zum Beten – was dann passiert, ist nicht normal

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Berlin. Hat das Coronavirus in Berlin auch etwas Gutes an sich?

Trotz erster Öffnungen ist das soziale, gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben in Deutschland eingeschränkt – es gilt nach wie vor, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Ansteckungsrate möglichst niedrig zu halten. Inzwischen dürfen immerhin auch religiöse Gemeinden wieder ihre Messen feiern, doch natürlich gelten auch dort (je nach Bundesland strengere) Hygiene- und Abstandsregeln.

Doch ausgerechnet in Berlin hat DAS zu einem kulturellen Zusammenfinden geführt – und zu einem absoluten Novum!

Berlin: Muslime wegen Corona-Auflagen ohne Platz in Moscheen

Die Dar-Assalam-Moschee in Berlin-Neukölln bietet unter normalen Umständen Hunderten Muslimen Platz zum Gebet, gerade am wichtigsten Tag der islamischen Woche, dem Freitag. Doch wegen der Coronavirus-Auflagen können zurzeit nur rund 50 Gläubige Platz finden. Gerade im Fastenmonat Ramadan viel zu wenig, schließlich leben in Berlin geschätzt etwa 250.000 Muslime.

Doch jetzt ist ein absolutes Novum geschehen, denn: Die nahegelegene evangelische Martha-Kirche hat ihre Pforten für die Moslems geöffnet! Berliner Muslime verrichten ihre Gebete in einer christlichen Kirche!

„Pandemie hat uns zu einer Gemeinschaft werden lassen“

Mohamed Taha Sabry, der Imam der Dar-Assalam-Moschee, zur Nachrichtenagentur „Reuters“: „Das ist ein fantastisches Zeichen, gerade in dieser Zeit der Krise und des Ramadan.“ Der Geistliche weiter: „Die Pandemie hat uns zu einer Gemeinschaft werden lassen. Krisen bringen Menschen stets näher.“

Samer Hamdoun, der zum ersten Mal in seinem Leben bewusst in einer Kirche gebetet hat, sagt: „Es ist ein seltsames Gefühl, hier zu beten. Die großen Musikinstrumente, die Bilder... aber wenn man diese kleinen Details vergisst, wird einem bewusst, dass es hier letztlich auch ein Haus Gottes ist.“

Pastorin hält bei muslimischem Freitagsgebet Predigt auf Deutsch

Und auch Monika Matthias, Pastorin der Martha-Gemeinde, hat am muslimischen Freitagsgebet teilgenommen. Sie sagt zu „Reuters“: „Ich war beim Gebet dabei, habe eine Predigt auf Deutsch gehalten. Und während des Gebets konnte ich nur 'Amen' sagen, denn letztlich haben wir alle die gleichen Ängste und Sorgen, wir wollen sie teilen und von einander lernen. Es ist schön, so über andere Religionen zu lernen.“

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Hoffentlich erst der Anfang einer neuen religiösen Toleranz mitten in Deutschlands Hauptstadt...