Wetter: Kachelmann widerlegt Temperatur-Binsenweisheit im Mai – und macht knallharte Ansage

Jörg Kachelmann nimmt der alten Bauernregeln zu den Eisheiligen den Wind aus den Segeln.
Jörg Kachelmann nimmt der alten Bauernregeln zu den Eisheiligen den Wind aus den Segeln.
Foto: imago images / Manngold; imago images / STAR-MEDIA (Montage: DER WESTEN)

Jeder Hobbygärtner hat noch die alte Binsenweisheit von Mutti oder Oma im Kopf, wenn er seine Blumen im Garten oder auf dem Balkon im Frühjahr pflanzen möchte. „Nicht vor den Eisheiligen pflanzen. Das überleben die Pflanzen nicht“, hieß es da immer. Doch Wetter-Experte Jörg Kachelmann stößt allen abergläubischen Menschen nun derbe vor den Kopf.

Mitte Mai (11. bis 15. Mai) sind die Eisheiligen. In diesem Jahr war das vermeintliche Wetter-Phänomen auf Montag bis Freitag datiert. Danach - so heißt es im Volksmund - seien keine Bodenfröste mehr möglich. Dem widerspricht der Meteorologe Kachelmann mit Blick auf die Wetterkarte der Nacht von Samstag auf Sonntag aber nun vehement.

Wetter-Experte Kachelmann zeigt Temperatur-Phänomen im Mai

„Wieder diverse Orte mit Bodenfrost letzte Nacht, die Bescheuerung des Eisheiligen-Aberglaubens illustrierend“, lautet seine Kampfansage bei Twitter. Hinzu fügt er eine Wetterkarte der Bundesrepublik, die die Temperaturen der einzelnen Orte in der Nacht aufzeigt.

Und tatsächlich! In Blau sind dort deutlich die Minustemperaturen in der Nacht zu sehen. Die Tiefstwerte reichen bis -3 Grad. Diese wurden beispielsweise in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg oder im Erzgebirge in Sachsen erreicht. Auch NRW hat einen einzigen blauen Marker. In der Region um Arnsberg sanken die Werte auf 0 Grad ab.

Im Vergleich dazu war es in Cuxhaven in Niedersachsen relativ warm. Der Ort erreichte nächtliche Temperaturen von 12 Grad.

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Das sind die Eisheiligen:

  • Die Eisheiligen sind mehrere Gedenktage Heiliger im Mai
  • Nach einer alten Bauernregel sind an diesen Tagen die letzten Bodenfröste des Jahres möglich
  • Danach sei nach dem Volksglauben nicht mehr mit Kälteeinbrüchen zu rechnen
  • Die Eisheiligen werden regional auch Maifröste, Eismänner oder Gestrenge Herren genannt

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Somit widerlegt Jörg Kachelmann die These, dass es nach Mitte Mai nicht mehr knackigkalt werden kann. Und obwohl am Pfingstwochenende die Sonne satt vom Himmel strahlt und sommerliche Werte tagsüber erreicht werden, sind die Temperaturen nachts noch frühlingsfrisch.

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Der 61-jährige Riverboat-Moderator kann es aber auch weiter nicht lassen - und wischt auch Verschwörungstheoretikern mit einem weiteren Tweet eins aus. „Schwieriger Tag für die durchgeknallten Verschwörungswürstchen“, setzt er an und zeigt bei Twitter ein aktuelles Luftbild von Sonntagmorgen. Darauf zu sehen: Wolken, die von Nordost nach Südwest über Deutschland hinwegziehen.

„Sieht zwar aus wie ausgebreitete Kondensstreifen, ist aber rein natürlichen Ursprungs“, schreibt er zu der ewig wiederkehrenden Chemtrail-Theorie, die bei Verschwörungstheoretikern beliebt ist.

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Wie man Verschwörungstheorien im Allgemeinen erkennt und am besten darauf reagiert, hat jetzt die Düsseldorfer Forscherin Prof. Dr. Christiane Eilders von der Heinrich-Heine-Universität (js)