München: Gefährliches Gift in Getränken in Supermarkt – Frau festgenommen, doch Polizei warnt weiter

München: Eine Frau soll in mehreren Supermärkten Getränke vergiftet haben. Sie wurde von der Polizei festgenommen.
München: Eine Frau soll in mehreren Supermärkten Getränke vergiftet haben. Sie wurde von der Polizei festgenommen.
Foto: imago images / Eibner Europa

München. Es gleicht einem Wunder, dass nach dieser heimtückischen Tat in München niemand ums Leben gekommen ist.

In zwei Supermärkten in München wurden Getränkeflaschen verkauft, deren Inhalt mit einer tödlichen Dosis Lösungsmittel präpariert worden war. Mehrere Menschen klagten nach dem Trinken über gesundheitliche Beschwerden und mussten teils sogar medizinisch behandelt werden. Hätten die Personen mehr getrunken, hätte das tödliche Folgen gehabt haben können.

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Doch nun hat der Spuk hoffentlich ein Ende: Am Samstag vermeldete die Polizei München die Festnahme der mutmaßlichen Täterin.

München: Psychisch kranke Frau (56) soll Getränke im Supermarkt vergiftet haben

Auf einer Pressekonferenz teilte Josef Wimmer, Leiter des Kriminalkommissariats 11, mit, dass eine 56-jährige Frau aus München als Täterin ermittelt und am Freitagabend festgenommen wurde.

Die Ermittlungen gestalteten sich zunächst schwierig, da der/die gesuchten Täter/in „nicht einschätzbar oder kalkulierbar“ gewesen sei, so Wimmer. Es wurden keine Forderungen gestellt. Und auch die einzelnen betroffenen Supermarktketten standen in keinerlei Beziehung, aus der man eventuell hätte herleiten können, in welchem Geschäft er/sie als nächstes hätte zuschlagen können.

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Bei der 56-Jährigen handelt es sich um eine gebürtige Münchnerin, die bereits in der Vergangenheit sowohl psychisch als auch strafrechtlich auffällig geworden ist. Wie die Staatsanwaltschaft auf der Pressekonferenz am Samstag mitteilte, leide die Frau an einer „massiven, psychischen Erkrankung“. Einem Gutachten zufolge bestehe die Gefahr, dass die 56-Jährige in unbehandeltem Zustand weitere Taten durchführen könnte. Deswegen habe die Staatsanwaltschaft beantragt, die Frau in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen.

Das Motiv der Tatverdächtigen sei aktuell noch unklar.

Staatsanwaltschaft spricht von heimtückischen Mordversuchen

Der 56-Jährigen wirft die Staatsanwalt mehrere Vergehen vor. Zunächst war von versuchtem Mord die Rede, doch mittlerweile heißt es in der Anklage: versuchter Mord in vier Fällen. Die Frau sei davon ausgegangen, dass die nichtsahnenden Kunden den veränderten Geschmack der vergifteten Getränke nicht bemerken würden. Dementsprechend hätten sie auch mehr davon getrunken und wären somit auch an der hohen Giftdosis gestorben. Diese Inkaufnahme eines tödlichen Ausgangs erfülle laut Staatsanwaltschaft das Merkmal der „Heimtücke“. Zudem spricht die Anklage von gemeingefährlicher Vergiftung, gefährlicher Körperverletzung und hinterlistiger Überfälle.

In der Vergangenheit war die Frau ebenfalls polizeilich in Erscheinung getreten. Dabei ging es jedoch nicht um Vergiftungs- oder Tötungsdelikte, sondern um Hakenkreuzschmierereien, so die Staatsanwaltschaft. Einen rechtsradikalen Hintergrund bei den vergifteten Getränken schließen die Ermittler aber aus.

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Trotz der Festnahme bittet die Polizei München auch nach wie vor, bei Produkten im Supermarkt auf komische Gerüche und Geschmäcke, beschädigte Sicherrungsringe oder Verunreinigungen zu achten – und im schlimmsten Fall sofort den Notruf zu wählen. „Generell ausschließen können wir natürlich nicht, dass die Beschuldigte noch irgendwo etwas hinterlegt hat“, gibt Josef Wimmer zu bedenken – aber: „Konkrete Hinweise diesbezüglich haben wir nicht.“

Über die Tat berichteten wir am Dienstag <<<. (at)