Mallorca-Reise mit TUI: Urlauber von erster Reise entsetzt – „Scheitern auf ganzer Linie“

Ein Tui-Urlauber ist von seiner Mallorca-Reise enttäuscht. (Symbobild)
Ein Tui-Urlauber ist von seiner Mallorca-Reise enttäuscht. (Symbobild)
Foto: imago images / Eibner; imago images / Chris Emil Janßen

Endlich wieder Reisen! Mallorca mit TUI – darauf hatte sich ein Ehepaar eigentlich gefreut. Doch die Vorfreude währte nicht lange.

Die ersten Reisenden sollten nach dem Corona-Lockdown Mitte Juni endlich wieder in den Sommer-Urlaub fahren dürfen. Doch was ein Mallorca-Urlauber bei TUI erlebte, machte ihn einfach nur wütend.

Mallorca-Reise mit TUI: „Scheitern auf ganzer Linie“

Knapp 10.900 Deutsche durften am Montag (15. Juni) auf die spanische Insel Mallorca reisen. Für viele Urlauber die erste Möglichkeit, den Sommer doch noch am spanischen Strand verbringen zu können. Doch nicht jeder Reisende konnte das Glück teilen. Zwei Tui-Reisende berichten von ihrem Ärgernis: Von wegen Sonne, Strand und Meer – der von TUI organisierte Flug nach Mallorca entwickelte sich zu einem „Scheitern auf ganzer Linie“.

Unter strengen Auflagen und mit Blick auf die Einreiseregelungen der einzelnen Länder flogen die ersten Flieger in Richtung Balearen. Entsprechend groß war die Vorfreude bei Kai-Jörg.

Er und seine Frau dürften als erste Deutsche mit dem Reiseanbieter TUI wieder nach Mallorca fliegen. Der Beginn einer entspannten Urlaubsreise – davon gingen beide zumindest aus...

TUI-Reise endet in der Schweiz

Alles schien perfekt von TUI durchgeplant zu sein. Um 9 Uhr von Frankfurt nach Zürich und von dort um 13.10 Uhr weiter nach Palma – alles läuft planmäßig und ohne Verspätung. Doch dann scheitern Kai-Jörg, seine Frau und ein anderes Paar an der Kontrollstelle der spanischen Grenzpolizei. Genau an dieser Stelle endet der Traum vom Mallorca-Urlaub – denn die Behörden lassen die Touristen nicht einreisen!

Der Grund: Der Flug nach Palma startete von Zürich aus – aber aus der Schweiz darf man nach den aktuellen Corona-Regelungen nicht auf die spanische Baleareninsel einreisen. Kai-Jörg zeigt sich auf Facebook fassungslos. Wie konnte einem Reiseunternehmen wie TUI ein solcher Fehler passieren?

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Mit dem selben Flieger geht es zurück nach Zürich. Über die TUI-Hotline erreichen Kai-Jörg und seine Frau niemanden. Schließlich bleibt ihnen nur noch eine Möglichkeit, um zurück zum rund 500 Kilometer entfernten Startflughafen nach Frankfurt zurückzukehren: Ein Mietwagen! Kosten: rund 320 Euro – „in der Hoffnung auf die zugesagte Erstattung durch TUI“, schreibt Kai-Jörg.

Chaotische Rückreise und keine Hilfe vom Kundenservice

Die Nacht verbringen er und seine Frau in einem Hotel in der Nähe von Frankfurt, was das Paar 118 Euro kostet. Am nächsten Tag geben sie den Mietwagen ab, holen ihr eigenes Auto aus dem Parkhaus am Frankfurter Flughafen und kehren nach Hause zurück. Doch auch jetzt hat Kai-Jörg nach wie vor Probleme, TUI wegen des Urlaubs-Fiaskos zu erreichen – 23 (!) Minuten Warteschleife und letztendlich bekommt er nur den Hinweis auf das Tui-Beschwerdeformular, dass jedoch erst am geplanten Rückreisetag angelegt werden kann, „da das System uns ja immer noch im Urlaub wähnt.“

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Kai-Jörg ist mehr als enttäuscht: „Letztendlich sind wir eine Erfahrung reicher und knapp 2.500 Euro ärmer und das wegen einem Versprechen des weltweit größten Reiseanbieters.“ Er resümiert: „Scheitern auf ganzer Linie“.

TUI erklärt sich: Fehler lag beim „Dynamic Packaging“-Verfahren

Auf Anfrage unserer Redaktion hat sich TUI am Donnerstag zu dem Vorfall geäußert. Grund für das Problem sei das so genannte „Dynamic Packaging“ gewesen, erklärt TUIfly-Sprecher Aage Dünhaupt.

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Das ist TUI:

  • Reisekonzern mit Sitz in Berlin und Hannover
  • 1968 gegründet
  • Größtes Touristik-Unternehmen Europas
  • Über 71.000 Mitarbeiter
  • Umsatz 2019: 18,9 Milliarden Euro
  • Das Touristikunternehmen betreibt unter anderem Hotels, Flugreisen. Reisebüros und Kreuzfahrten

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Dabei kombiniert ein Subportal den günstigsten Flug mit dem günstigsten Hotel, um das preiswerteste Paket für den Urlauber zusammenzustellen. Bedauerlicherweise habe das System in diesem Fall jedoch eine Kombination ausgespuckt, „die so nicht hätte sein sollen.“

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TUI entschuldigt sich beim Mallorca-Urlauber

Mit dem Kunden habe man die Angelegenheit mittlerweile jedoch geklärt. Er soll seine Kosten zurückerstattet bekommen. Das schreibt der Urlauber auch wenig später in einem Update bei Facebook. TUI habe sich entschuldigt. Die Wogen scheinen also erstmal geglättet.

Kreuzfahrt-Schiffe dürfen im spanischen Hafen nicht anlegen

Doch nach dem Reise-Hoch Mitte Juni, das viele Urlauber gute Laune verspüren ließ, weil endlich wieder Urlaub an Stränden im Ausland möglich ist, folgte schnell ein Downer: Wie die spanischen Behörden mitteilten, sei es Kreuzfahrtschiffen weiter nicht erlaubt anzulegen. Mehr zu dem Schiffsreise-Verbot liest du hier >>> (at)