Türkei-Urlaub: Reiseveranstalter trifft extreme Entscheidung – Urlauber bekommen ab Montag tatsächlich...

Urlaub in der Türkei: Mit dieser Corona-Aktion will ein Reiseveranstalter trotz Reisewarnung wieder den Tourismus in der Türkei ankurbeln.
Urlaub in der Türkei: Mit dieser Corona-Aktion will ein Reiseveranstalter trotz Reisewarnung wieder den Tourismus in der Türkei ankurbeln.
Foto: imago images / ZUMA Wire

Wann wird Urlaub in der Türkei wieder möglich sein?

Im März hatte die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie eine allgemeine Reisewarnung verhängt. Diese wurde für einige Länder bereits wieder aufgehoben – doch für die Türkei und rund 160 weitere Staaten gilt sie noch mindestens bis zum 31. August.

Urlaub in der Türkei: Millionen deutsche Urlauber im Jahr

Für die Türkei ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Jährlich verbringen mehrere Millionen Deutsche ihren Urlaub in der Türkei, das Land gilt nach Spanien und Italien sogar als drittbeliebtestes Urlaubsland der Deutschen.

Und ein Reiseveranstalter versucht nun mit einer Aktion, potenziellen Türkei-Touristen den Urlaub trotz Corona-Reisewarnung wieder schmackhaft zu machen.

Urlaub in der Türkei: Mit Corona-Aktion will ein Veranstalter die Touristen zurückholen

Die Türkei gilt als Corona-Risikoland. Das bedeutet: Urlauber, die aus der Türkei zurückkehren, müssen sich nach ihrer Rückkehr sicherheitshalber in eine 14-tägige Selbstquarantäne begeben. Bei diesen Aussichten lassen die meisten die Reise doch lieber gleich komplett bleiben. Die einzige Möglichkeit, der Quarantäne zu entgehen, besteht darin, einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Deshalb hat sich Urlaubsanbieter „Bentour“ nun für einen besonderen Schritt entschieden: Ab dem 6. Juli bietet das Unternehmen als erster Reiseveranstalter einen kostenlosen Corona-Test für seine Touristen an.

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Urlaub – So bewertet das Auswärtige Amt die Lage:

  • Grundsätzlich sind die Reisewarnungen für EU-Mitgliedsstaaten und die Schengen-assoziierten Staaten aufgehoben. Doch das bedeutet noch nicht automatisch ein normales Tourismusgeschehen.
  • Finnland, Norwegen und Schweden können weiterhin Einreisen beschränken oder eine Quarantäne bei der Einreise anordnen.
  • Von Reisen nach Großbritannien, Irland und Malta rät das Auswärtige Amt ab.
  • Diese Warnungen gelten vorerst bis einschließlich dem 31. August 2020.

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Gegenüber „Bild“ erklärt „Bentour“-CEO Deniz Ugur, wie das Ganze zukünftig ablaufen soll. „Für den Test werden unsere Gäste 45 Minuten früher als gewohnt zum Flughafen gebracht und dort ein PCR-Test durchgeführt“, so Ugur. „Die Untersuchungen werden in einem vom Robert-Koch-Institut anerkannten Labor durchgeführt, die Ergebnisse sechs bis acht Stunden später per E-Mail an die Gäste übermittelt.“ Ist das Ergebnis negativ, muss die getestete Person auch nicht in Quarantäne.

Türkischer Außenminister fordert die Neuprüfung

Ob diese Regelung wieder mehr Urlauber in die Türkei lockt? Erst am Donnerstag hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu (52) seinen deutschen Kollegen Heiko Maas (53, SPD) in Berlin besucht und gefordert, die Reisewarnung für sein Land neu überprüfen zu lassen. Die Türkei sei ein „sicheres Land“ und zusammen mit Deutschland „führend im Bereich der Gesundheit“, so Cavusoglu.

Doch Maas kündigte anschließend lediglich an, alle zwei Wochen die Datenlage erneut prüfen zu lassen. Die allgemeine Reisewarnung für die Türkei bleibe bestehen. Laut Cavusoglu halte Ankara dies für eine Entscheidung, bei der die Politik mehr im Vordergrund stehe als die Wissenschaft.

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Tourismuszahlen im Land stark eingebrochen

Der Tourismus ist für die Türkei eine sehr wichtige Einnahmequelle. Durch das Coronavirus sind die Tourismuszahlen im Land stark eingebrochen.

Im Mai kamen rund 30 000 Besucher in das Land und damit 99,26 Prozent weniger, als im Vorjahreszeitraum, wie das Tourismusministerium am Montag mitteilte. In den ersten fünf Monaten des Jahres gingen die Besucherzahlen demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 66,35 Prozent zurück. Insgesamt machten vergangenes Jahr nach offiziellen Angaben mehr als fünf Millionen Deutsche dort Urlaub. (at mit dpa)