Urlaub: Tourist landet am Flughafen – dann folgt der Horror: „Fühle mich wie ein Gefangener“

Wie leer gefegt! Die Ankunftshalle für Passagiere auf dem Flughafen Manila am 19. April.
Wie leer gefegt! Die Ankunftshalle für Passagiere auf dem Flughafen Manila am 19. April.
Foto: imago images / Xinhua

Es sollte ein unvergesslicher Urlaub werden, die schönste Zeit im Jahr, vielleicht sogar seines Lebens. Doch diese Zeit ist der absolute Horror...

Erinnerungen werden wach an den Film „The Terminal“ von Regisseur Steven Spielberg und den Hollywood-Stars Tom Hanks und Catherine Zeta-Jones in den Hauptrollen. Nur bitter, dass es sich in DIESEM Fall nicht um einen Hollywood-Streifen handelt.

Roman Trofimov aus Estland hat den Urlaub seiner Träume angetreten, es sollte ein Trip durch Südostasien werden. Am Ende wird er selbst zum „Tom Hanks“, denn mitten in der Lockdown-Phase in Südostasien landet er in der philippinischen Hauptstadt Manila – und muss dort mangels Ausreisemöglichkeit seit über 110 Tagen ausharren!

Urlaub: Tourist aus Estland landet in Manila – und kann Flughafen nicht verlassen!

Der Reihe nach: Am 20. März landet er mit einer AirAsia-Maschine aus Bangkok (Thailand) in Manila. Es ist die Zeit, in der immer mehr Länder einen heftigen Lockdown verhängen, nahezu den kompletten Flugverkehr stilllegen. AirAsia sei laut Trofimovs Facebook-Schilderungen nicht in der Lage gewesen, ihn zurück nach Thailand zu bringen, hatte keine Starterlaubnis von den philippinischen Behörden.

Den Flughafen verlassen durfte er nicht, er habe lediglich ein Touristenvisum gehabt und keines für einen dauerhaften Aufenthalt auf den Philippinen. Seine Reisedokumente seien zudem von AirAsia eingezogen worden, da er einen Rückflug nach Thailand über die gleiche Fluggesellschaft gebucht hätte und sie zwecks Corona-Eindämmung dazu verpflichtet gewesen sein sollen.

„Fühle mich wie ein Gefangener“

Während zahlreiche Regierungen ihre Staatsbürger aus dem Ausland nachhause gebracht haben, muss er ausharren. Er fühle sich „wie ein Ausgestoßener“, wie ein Gefangener, schreibt er auf Facebook.

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Besonders bitter: Er muss auf dem Terminal-Flur oder auf Metallbänken schlafen, berichtet er. Sein Bart und seine Haare wachsen wild, er teilt Fotos von seinen „Mahlzeiten“ – Wasserflaschen und Snacks, die ihm das Flughafenpersonal spenden. Ihm sei mitgeteilt worden, dass er so lange ausharren müsse, bis der Shutdown auf den Philippinen gelockert und eine Ausreise möglich sein würde – ohne Aussicht, wann genau das erfolge.

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Das sind die Philippinen:

  • ein südostasiatisches Land bestehend aus über 7.000 Inseln
  • Hauptstadt Manila
  • rund 107 Millionen Einwohner (Stand 2018), 343.448 Quadratkilometer groß
  • Amtssprachen: Englisch und Filipino

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Roman Trofimov: „Meinem Herzen geht es nicht gut“

Das Personal am Flughafen sei in der Lockdown-Phase reduziert worden, er fühle sich wie in einer Geisterstadt, schreibt er. Eventuell hätte ihm das estnische Konsulat helfen können, dafür hätte er aber den Transitbereich verlassen und philippinischen Boden betreten müssen – was er wiederum nicht darf.

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Und selbst, als im Juni die ersten Corona-Lockerungen in Kraft getreten sind – Flüge zurück in sein Heimatland Estland sind noch immer gestrichen. Roman Trofimov: „Ich habe einen Rückenschaden, bin deshalb eine Person mit Behinderung. Meinem Herzen geht es nicht gut, ich sehe zu wenig Sonnenlicht und bekomme zu wenig frische Luft. Ich habe keine andere Wahl, als mein Schicksal öffentlich zu machen und es mit den Medien zu teilen.“

Dabei sei eine Südostasien sein größter Traum gewesen: „Es war mein Traum. Ich habe Thailand und die Philippinen verglichen und konnte mich nicht entscheiden, welches Land schöner zu bereisen war. Ich wollte eine schöne Zeit ohne Stress erleben.“

Estnisches Außenministerium stellt Ausreise in Aussicht

Eine gute Nachricht gibt es jetzt nach fast vier Monaten: Inzwischen hat das estnische Außenministerium bekanntgegeben, dass man nach Möglichkeiten suche, Roman Trofimov zurückzuholen. Eine Sprecherin wird von der estnischen Nachrichtenseite „ERR“ zitiert: „Die estnische Botschaft in Tokio steht in Kontakt mit den Behörden der Philippinen, um eine Lösung zu finden. Auch der philippinische Generalkonsul kooperiert mit uns.“

Und es sieht nach einem Happy End ganz nach Hollywood aus: Laut der Ministeriumssprecherin werde er „in den kommenden Tagen“ die Möglichkeit haben, zurück nach Estland zu fliegen.

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Endlich! Bleibt wirklich zu hoffen, dass dieser Albtraum endet... (mg)