Putin-Gegner Nawalny: Erstes Foto aus dem Krankenhaus – und dann meldet er sich sogar selbst zu Wort

Putin-Gegner Nawalny befindet sich weiterhin in der Charité. (Symbolbild)
Putin-Gegner Nawalny befindet sich weiterhin in der Charité. (Symbolbild)
Foto: imago images / Dirk Sattler

Alexej Nawalny, bekannter Anti-Korruptions-Aktivist und scharfer Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin, war im August in ein Krankenhaus im sibirischen Omsk eingeliefert worden, nachdem er während eines Fluges nach Moskau plötzlich heftige Krämpfe bekommen und das Bewusstsein verloren hatte.

Das Umfeld von Alexej Nawalny geht davon aus, dass der Putin-Gegner durch einen Tee vergiftet wurde, den er kurz vor dem Abflug trank. Der 44-Jährige wird derzeit in der Berliner Charité behandelt.

Alle aktuellen im Fall Alexej Nawalny in unserem Blog:

Dienstag, 15. September

12 Uhr: Erstes Foto aus dem Krankenhaus!

Putin-Kritiker Alexej Nawalny ist ansprechbar - und darf Besuch empfangen. Wie sehr sich seine Familie darüber freut, zeigt das erste Bild Nawalnys aus der Berliner Charité. Auf seinem Instagram-Account wurde das Bild am Dienstagmittag gepostet:

Zu dem Bild schreibt der Patient selbst: „Hallo, hier ist Nawalny. Ich vermisse euch. Ich kann fast noch nichts machen, aber ich konnte gestern schon den kompletten Tag eigenständig atmen. Ganz ohne fremde Hilfe. Sogar das Ventil im Hals habe ich nicht benutzt. Das hat mir sehr gut gefallen. Das ist ein erstaunlicher, von vielen unterschätzter Prozess. Kann ich empfehlen.“

Montag, 7. September

15.30 Uhr: Nawalny erwacht aus Koma

Bei Alexej Nawalny ist das künstliche Koma beendet worden. Der Patient werde schrittweise von der maschinellen Beatmung entwöhnt und reagiere auf Ansprache, teilte die Charité am Montag in Berlin mit.

Mittwoch, 2. September

17.45 Uhr: Merkel: „Die Welt erwartet Antworten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bestürzt über die aktuellen Entwicklungen im Fall Nawalny gezeigt, nachdem eine Nowitschok-Vergiftung „zweifelsfrei“ nachgewiesen wurde. „Er sollte zum Schweigen gebracht werden“, sagte die Kanzlerin in einer Sonder-Pressekonferenz. Merkel sprach von einem „Verbrechen“ und „bestürzenden Informationen“. Sie fordert: „Die Welt erwartet Antworten!“

15.45 Uhr: Bundesregierung jetzt „zweifelsfrei“ sicher, dass...

Bei dem in Deutschland in Behandlung befindlichen russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny wurde nach Angaben der Bundesregierung „der zweifelsfreie Nachweis“ eines chemischen Nervenkampfstoffes aus der Nowitschok-Gruppe erbracht. Das erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. (dpa)

Montag, 24. August

18.26 Uhr: Merkel und Maas fordern „volle Transparenz von Russland“

Nachdem die Ärzte der Berliner Charité am Nachmittag bekanntgaben, dass sie von einer Vergiftung Alexej Nawalnys ausgehen, hat sich jetzt Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas zu Wort gemeldet. „Angesichts der herausgehobenen Rolle von Herrn Nawalny in der politischen Opposition in Russland sind die dortigen Behörden nun dringlich aufgerufen, diese Tat bis ins letzte aufzuklären - und das in voller Transparenz“, heißt es in dem Statement. Die Verantwortlichen müssten ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.

16.22 Uhr: Ärzte gehen von Vergiftung aus

Klinische Befunde weisen laut der Berliner Charité auf eine Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hin. Die Befunde deuteten „auf eine Intoxikation durch eine Substanz aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterase-Hemmer“ hin, wobei die konkrete Substanz bislang nicht bekannt sei, erklärte die Charité am Montag in Berlin. Der bekannte Anti-Korruptions-Aktivist und scharfe Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin wird seit dem Wochenende in der Berliner Klinik behandelt. Der Gesundheitszustand Nawalnys sei ernst, es bestehe aber keine akute Lebensgefahr. „Der Ausgang der Erkrankung bleibt unsicher und Spätfolgen, insbesondere im Bereich des Nervensystems, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.“

13.35 Uhr: Putin-Gegner Nawalny in Charité: Satz von Merkel-Sprecher könnte Erdbeben auslösen!

Dieser Satz des Sprechers von Angela Merkel könnte die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland deutlich belasten. Die Bundesregierung glaubt tatsächlich, dass der Kritiker von Wladimir Putin vergiftet wurde, wie am Montag nun auf einer Pressekonferenz herauskam.

Bei Putin-Kritiker Alexej Nawalny handele sich um einen Patienten, „auf den mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Giftanschlag verübt worden ist“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Seibert begründete damit, wieso sich das Bundeskriminalamt um die Sicherheit Nawalnys kümmert, der in der Berliner Charité behandelt wird.

Der Regierungssprecher äußerte sich aber nicht zum Gesundheitszustand des Kreml-Kritikers Nawalny. Darüber könnten nur seine Ärzte und die Familie Auskunft geben.

Samstag, 23. August

08.55 Uhr: Flugzeug mit Patient Nawalny in Berlin gelandet

Am Samstagmorgen ist das Flugzeug, das den mutmaßlich vergifteten russischen Oppositions-Politiker Alexej Nawalny nach Berlin bringen soll, gelandet. In der deutschen Hauptstadt soll er von Ärzten behandelt werden, das berichtet ntv.

19.44 Uhr: Bundespräsident Steinmeier spricht über Putin-Kritiker Nawalny

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hofft auf eine baldige Aufklärung der Erkrankung von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny. Es sei wichtig, „dass die Frage nach der Ursache der dramatischen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes“ beantwortet werde, sagte Steinmeier am Samstag am Rande seines Besuchs bei den Salzburger Festspielen. „Ich hoffe, dass alle diejenigen, die zur Klärung dieser Frage etwas beitragen können, dies tatsächlich tun.“

Steinmeier zeigte sich erleichtert, dass Nawalny „in einem Krankenhaus und von Ärzten behandelt wird, die das Vertrauen der Familie genießen“. Er wünsche dem russischen Politiker eine rasche und vollständige Genesung, „damit seine Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt wird“.

Freitag, 22. August

18.07 Uhr: Kehrwende im Fall Alexej Nawalny

Kehrtwende im Fall von Alexej Nawalny? Die behandelnden Ärzte in Russland haben ihre Meinung nun geändert und der Verlegung der Kreml-Kritikers zugestimmt. Sein Team lehne „´einen Transport in ein anderes Krankenhaus, das die Angehörigen uns nennen“ nicht mehr ab, sagte der stellvertretende Chefarzt des behandelnden Krankenhauses im russischen Omsk.

15.10 Uhr: Russische Ärzte wollen nun eine Diagnose haben

Die behandelnden Ärzte des russischen Oppositionspolitikers und Putin-Kritikers Alexej Nawalny in der sibirischen Stadt Omsk haben nach eigenen Angaben bei dem Putin-Kritiker eine Stoffwechselstörung diagnostiziert. Das sagte der Chefarzt Alexander Murachowski am Freitag in einem Krankenhaus der Großstadt der Agentur Interfax zufolge.

Nawalnys Ärztin, Anastassija Wassiljewa, teilte über Twitter mit, dass ein niedriger Blutzucker und eine Stoffwechselstörung keine Diagnose, sondern eine Zustandsbeschreibung seien. Nawalnys Blutzucker sei im normalen Bereich gewesen.

„Sie verkaufen uns wieder einmal für Idioten: sagen kluge allgemeine Worte, aber können nicht den Grund für das Koma und eine Diagnose erstellen“, schrieb sie. Die Mediziner hatten zuvor schon mitgeteilt, dass sie keine Spuren von Gift im Körper des 44-Jährigen entdeckt hätten.

Nawalnys Team fordert einen raschen Transport nach Deutschland. Seine Frau Julia schrieb dazu auch einen Brief an Kremlchef Wladimir Putin. Allerdings lehnten die russischen Ärzte den Transport ab, weil Nawalnys Zustand instabil sei.

Vor dem Krankenhaus trat seine Ehefrau vor die Presse: „Die Situation ist empörend“, beklagte sie. Die Behörden würden versuchen, etwas zu verbergen. „Wir fordern, dass wir ihn zu Ärzten bringen, denen wir vertrauen.“

12.05 Uhr: Russische Ärzte behaupten, Nawalny sei nicht vergiftet worden

Bei dem in Lebensgefahr schwebenden Kreml-Kritiker Alexej Nawalny gehen die Ärzte in Russland nach eigenen Angaben nicht von einer Vergiftung aus. „Bisher wurde kein Gift im Blut und Urin gefunden“, sagte der stellvertretende Chefarzt des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, am Freitag vor Journalisten.

Kalinitschenko hob hervor: „Wir glauben nicht, dass der Patient vergiftet wurde.“ Es sei „keine Spur“ von Gift bei Alexej Nawalny gefunden worden. „Wir haben praktisch eine Diagnose“, fügte der Arzt hinzu, ohne nähere Details zu nennen. Diese Diagnose habe die Familie von Nawalny erhalten, er dürfe sie aber aufgrund der Gesetzeslage nicht öffentlich bekanntgeben. Kalinitschenko erklärte zudem: „Der Zustand des Patienten ist instabil.“ Es sei deshalb „ratsam, jeglichen Transport abzulehnen“.

7.30 Uhr: Putin-Gegner: Drama um Nawalny spitzt sich zu! Merkel will ihm helfen – doch jetzt DAS

Das Drama um den Putin-Gegner Alexej Nawalny spitzt sich weiter zu. Kanzlerin Angela Merkel schaltete sich ein, um den lebensgefährlich erkrankten – und mutmaßlich mit einem Tee vergifteten – Regimekritiker Nawalny nach Deutschland zu holen. Bundeskanzlerin Merkel hatte eine Behandlung in ihrem Land angeboten.

Der Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin sollte in der Berliner Charité von Spezialisten behandelt werden. Ein Rettungsflieger aus Nürnberg machte sich deshalb noch in der Nacht auf den Weg ins sibirische Omsk. Dort liegt der Kreml-Gegner Alexej Nawalny auf einer Intensivstation im Koma und muss künstlich beatmet werden.

Doch die russischen Ärzte wollen nach Informationen der Bild-Zeitung nicht, dass Nawalny außer Landes geflogen wird. Die offizielle Begründung lautet: Er sei nicht transportfähig. Der Flug nach Berlin würde etwa fünf Stunden dauern.

Nawalnys Sprecherin Kyra Yarmisch twittert verzweifelt, dass durch das Transportverbot sein Leben in Gefahr sei. Man habe den Transport organisiert, weil die Ärzte erklärt hätten, ihn zu genehmigen: „Jetzt, im letzten Moment, geben Ärzte keine Erlaubnis. Diese Entscheidung wurde natürlich nicht von ihnen getroffen, sondern vom Kreml“, schreibt sie auf Twitter. Und in einem weiteren Tweet: „Eine Verzögerung des Transports kann zu irreparablen Schäden für Leben und Gesundheit führen.“

Putin-Gegner Nawalny vergiftet? Deutschland plant Verlegung

Erstmeldung 20. August 2020: Dass Putin-Gegner in Russland einen schweren Stand haben, ist nicht neu. Alexej Nawalny gehört zu den lautesten Kritikern von Russlands Präsident Wladimir Putin. Nawalny wurde bereits mehrere Male festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt.

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Während eines Flugs in Russland verlor der 44-Jährige nun sein Bewusstsein und musste noch im Flugzeug behandelt werden. Abschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Nun wird daran gearbeitet, dass er ausgerechnet nach Deutschland verlegt wird.

Wurde Putin-Gegner Nawalny vergiftet?

Der Putin-Gegner befand sich auf dem Rückweg von der Stadt Tomsk nach Moskau als er während des Flugs sein Bewusstsein verlor. Aufgrund seines kritischen Zustands musste die Maschine in Omsk eine Notlandung machen.

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Das ist der Putin-Gegner Alexej Nawalny:

  • Alexej Nawalny wurde am 4. Juni 1976 geboren
  • Er hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften
  • Im Jahr 2009 erlangte er durch seinen Blog große Bekanntheit
  • Er bezeichnet sich selbst als „nationalistischen Demokraten“
  • Der Putin-Gegner wollte 2018 als Präsidentschaftskandidat bei der Wahl antreten, wurde aber nicht zugelassen

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Seine Sprecherin Kyra Yarmisch sagte, dass sie ihn vor dem Flug noch gesehen habe und er auf sie „völlig gesund“ gewirkt habe. Am Flughafen habe er nur einen Schwarztee getrunken. Im Flugzeug habe er dann nach dem Abflug recht schnell das Bewusstsein verloren, so Yarmisch. Sie sei überzeugt davon, dass er „absichtlich vergiftet wurde“.

Wird Alexej Nawalny nach Deutschland ausgeflogen?

Der stellvertretende Direktor der Klinik in Omsk sagte, dass die behandelnden Ärtze alles machen würden, um das Leben des Regierungskritikers zu retten. Der Zustand von Nawalny sei aktuell „stabil“. Eine Vergiftung wurde bis jetzt noch nicht bestätigt.

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Wie „Bild“ berichtet, arbeiten Nawalnys Mitarbeiter aktuell daran ihn ausfliegen zu lassen.

Putin-Gegner Nawalny soll in ein EU-Land verlegt werden

Neben seinen Mitarbeiter seien auch Aktivisten an den Planungen beteiligt. Wie die „Bild“ berichtet, möchten sie erreichen, dass der Putin-Gegner in ein deutsches Krankenhaus verlegt wird.

Nawalny soll in die Charité in Berlin gebracht werden. Sollte Nawalny in der transportfähig sein, könnte schon am Freitag früh der Flug nach Berlin gehen.

Dort wurde bereits der Regierungskritiker Pjotr Wersilow nach einer Vergiftung im Jahr 2018 behandelt. Auch Hannover und Straßburg wurden in russischen Medien als mögliche Alternativen genannt. (gb/mag, mit AFP)