Hart aber fair (ARD): HIER lief Plasberg seine Sendung fast aus dem Ruder

Hatte seine Mühe mit seinen US-amerikanischen Gästen: „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg
Hatte seine Mühe mit seinen US-amerikanischen Gästen: „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg
Foto: Screenshot ARD

Bei „Hart aber fair“ (ARD) geht es am Montagabend um Donald Trump und den Endspurt im US-Wahlkampf. „Zerbricht Amerika an Donald Trump“, will Moderator Frank Plasberg von seinen Gästen wissen.

Wie zuvor schon erwartet wurde, brodelt es im „Hart aber fair“-Studio. Besonders zwei Gäste zeigen, wie gespalten die USA sind.

Dienstag, 25. August 2020

18 Uhr: Wortgefecht zwischen Plasberg und seinem Gast Weinberg droht zu eskalieren

Eine Szene in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ ist besonders brisant: Moderator Frank Plasberg verlässt seinen Platz am Pult, baut sich direkt vor seinem Gast auf, dem Trump-Anhänger George Weinberg, und drängt diesen moralisch in die Ecke.

Wie Weinberg denn seine Kinder und Enkelkinder zur Wahrheit erziehen könne, wenn er gleichzeitig Donald Trump unterstütze. Weinberg bemüht sich, ruhig zu bleiben: „Das ist eine Suggestivfrage, die kann ich nicht seriös beantworten.“ Dann legt er nach und feuert gegen Frank Plasberg: „Das ist eine provokative Frage. Trump hat Kinder, er ist ein sehr guter Vater. Und er ist von 63 Millionen Amerikanern gewählt worden. Also tun Sie nicht so, als ob er Adolf Hitler wäre.“

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Der Hitler-Vergleich ist für Frank Plasberg ein willkommener Anlass, sich wieder auf seinen Platz zurückzuziehen. Er verpasst Weinberg dabei noch einen Rüffel: „Vergleiche mit Adolf Hitler sind nicht möglich, das ist einzigartig. Niemand macht das hier!“

Doch war diese Art der Fragestellung wirklich fair, wie es der Name der Sendung verspricht? Die Redaktion von Watson fragt bei der Redaktion der Sendung „Hart aber fair“ nach, wie man am Tag danach die Szene bewertet.

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Dort rechtfertigt man sich: „Wer bei 'Hart aber fair' zu Gast ist, muss damit rechnen, in der Sendung auch unangenehme Fragen gestellt zu bekommen.“ Wer ausweichend oder ausschweifend antworte oder mit falschen Fakten operiere, müsse davon ausgehen, dass Frank Plasberg interveniere. „Dabei ist es gelegentlich geboten, dass Frank Plasberg seine Rolle auch dadurch markiert, indem er hinter dem Pult hervortritt und sich auf einen der Gäste zubewegt", heißt es auf Watson-Anfrage.

7.45 Uhr: US-Wahlkampf bei „Hart aber fair“ – Frank Plasberg will Trump-Fan aus der Reserve locken

Mit Samthandschuhen fasst Moderator Frank Plasberg seinen Gast George Weinberg nicht an! Weinberg ist Sprecher der „Republicans Overseas Germany“, quasi der Auslandsvertretung der Republikanischen Partei in Deutschland. Der Talkshow-Gast ist Trump-Anhänger und damit an diesem ARD-Abend der Gegenpol zu allen anderen Gästen und Experten.

Plasberg will von Weinberg wissen: „Was muss man ausschalten, wenn man Trump wählen wird? Den Verstand oder das Herz?“ Weinberg lacht demonstrativ auf, um dann über die Amtszeit von Trump zu referieren. Dabei spricht er vom „Chinese Virus", dem China-Virus statt Coronavirus, ganz so wie es der US-Präsident tut. Plasberg fällt das auf: „Sie benutzen das selbe Wort, 'Chinese-Virus', wie Donald Trump. Ist das Zufall oder Absicht?“ Absicht, räumt Weinberg offen ein. Hier sitzt jemand, der für Donald Trump redet, aber gelassener auftritt, ruhiger spricht als der Präsident es selber tut. Er wird für Plasberg schwer zu fassen sein.

„Hart aber fair“ (ARD): Komikerin kann sich nicht im Zaun halten – "Da kommt Scheiße aus seinem Mund!“

Ganz anders der zweite Gast mit US-Wurzeln in der Runde: Die schwarze Komikerin Tamika Campbell kann ihre Emotionen nicht im Zaun halten. Teilweise bricht es aus ihr heraus. Einmal sagt Campbell: „Manchmal muss Donald Trump lernen: Er soll einfach die Schnauze halten! Der ist immer am Blabbern, da kommt Scheiße aus seinem Mund!“

Von dem Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, hält sie aber auch nicht viel: „Der ist kein Ritter des Lichts! Der ist Pest oder Cholera." Aber alles sei besser als Trump: „Der ist aggressiv, der fördert Rassismus, der fördert Arschlöchigkeit.“

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„Hart aber fair“ (ARD): Plasberg will die „Methode Trump“ offen legen

Frank Plasberg versucht die „Methode Trump“ offen zu legen, „dem Jonglieren mit Anschuldigungen, Halbwahrheiten, mit Unwahrheiten“, wie er sie definiert. Hierzu zeigt Plasberg einen Ausschnitt aus einer Pressekonferenz von Donald Trump, in der dieser in den Raum stellt, dass die Vizepräsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamela Harris, möglicherweise gar nicht antreten dürfte, weil sie als Kind von zwei Migranten nicht die staatsbürgerlichen Voraussetzungen erfülle.

Eine falsche Anschuldigung, aber die Zweifel sind gesät. Die ARD-Korrespondentin in New York, Christiane Meier, kennt dieses Spiel schon: „Es ist dann an den Demokraten oder der freien Presse, diese Lügen und Unwahrheiten wieder zu relativieren. Aber bis dahin hat es sich schon festgesetzt.“ Trump stelle so etwas einfach in den Raum. „Es muss ihm immer wieder das Gegenteil bewiesen werden. Das ist ein Meister-Manipulator.“

Plasberg will nun wieder den Trump-Anhänger Weinberg grillen, doch beißt sich die Zähne an ihm aus. Angesprochen auf das Beispiel Kamela Harris, weicht der Republikaner aus. Es sei eine juristische Frage, mehr habe der Präsident doch nicht gesagt.

„Hart aber fair“ (ARD): Plasberg redet seinem Gast ins Gewissen – und scheitert damit kläglich

Der ARD-Moderator versucht seinem Gast ins Gewissen zu reden: „Herr Weinberg, können wir mal ganz offen miteinander reden? Sie haben meine Frage verstanden. Wie anstrengend ist es, die Intelligenz zu beleidigen, die Sie haben, um diese Frage nicht zu verstehen. Sie verstehen doch, dass Trump damit spielt, genauso wie er mit dem Desinfektionsmittel gespielt hat. Er spielt damit. Und Sie wissen das genau. Warum leugnen Sie das vor sich selbst?“ Doch diese Taktik des Zuredens führt nicht zum Erfolg, der Republikaner verteidigt seinen Präsidenten weiter ohne zu Wanken.

Im Verlauf der Sendung geht Weinberg dann zur Gegenattacke über. Ebenso wie Trump geht er die Presse an und hat sogar einen Spickzettel dafür mitgebracht. Er hält Plasberg und der Korrespondentin Christiane Meier den Rundfunkstaatsvertrag vor und zitiert aus dem Paragrafen 11: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben objektiv und unparteilich zu berichten. Plasberg lässt ihn gewähren und verspricht, dass er am Ende der Sendung nachfragen werde, ob er diese Gebote an diesem Abend verwirklicht sieht.

„Hart aber fair“ (ARD): Trump-Fan zufrieden – „Ich finde die Sendung gut, weil Sie mich eingeladen haben.“

Seine ARD-Kollegin Meier will diese Attacke Weinbergs aber nicht so einfach wegwischen: „Ich finde es bemerkenswert, in welcher Brachialität – auch das hat man jetzt gerade wieder gesehen – die freie Presse, dazu zähle ich uns auch, angegriffen wird von Republikanern.“ Das habe Donald Trumps mit den Stichworten 'Fake News' und 'Alternative Fakten' von Anfang an so gemacht.

Plasberg erinnert sich am Ende der Sendung an sein Versprechen und richtet die allerletzte Frage an den Trump-Anhänger Weinberg. Wie gut seien die Prinzipien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in seiner Sendung angewendet worden, will er von seinem Gast wissen. Weinberg antwortet ganz in Trump-Manier: „Ich finde die Sendung gut, weil Sie mich eingeladen haben.“ In den meisten anderen Sendungen würden nämlich nur „Anti-Trumper" sitzen.

Erstmeldung: Montag, 24. August 2020

Hart aber fair (ARD): DIESER Trump-Hardliner wird die Sendung heute aufmischen

Frank Plasberg und „Hart aber fair“ sind seit vergangener Woche zurück aus der Sommerpause. Der Moderator und sein Team kümmern sich wieder um die großen politischen Themen.

Nach dem Coronavirus am vergangenen Montag, geht es heute bei „Hart aber fair“ (21 Uhr, ARD) um Donald Trump. Ein Name auf der Talkshow-Gästeliste hat es in sich!

„Hart aber fair“ (ARD): Düsteres Trump-Thema bei Frank Plasberg

Das Thema am Montagabend in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ klingt düster: „Wahlkampf mit allen Mitteln – zerbricht Amerika an Donald Trump?“

Moderator Frank Plasberg will mit seinen „Hart aber fair“-Gästen besprechen, was in den USA passiert, sollte Donald Trump erneut wiedergewählt werden. Und was wäre bei einer Wahlniederlage los? Wird der egozentrische Politiker das Oval Office freiwillig räumen – oder eine Abwahl nicht anerkennen?

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„Hart aber fair“ (ARD): Diese Gäste diskutieren heute über Donald Trump und den US-Wahlkampf

  • Tamika Campbell: Stand-Up-Comedian
  • Norbert Röttgen (CDU): Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags
  • George Weinberg: Geschäftsführer der „Republicans Overseas Germany“
  • Christiane Meier: Leiterin des ARD-Studios in New York
  • Ansgar Graw: Herausgeber des Debattenmagazins „The European“
  • Frank Kracht (Linke): Bürgermeister von Sassnitz

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Gast George Weinberg könnte für besonders brisante Momente in der Talkrunde sorgen. Der US-Unternehmer unterstützt von Deutschland aus die Republikanische Partei – und Donald Trump.

Der Verein „Republicans Overseas Germany“, dessen Geschäftsführer er ist, sät über ihre Facebook-Seite Misstrauen an der US-Briefwahl. Ob die Briefwahl wirklich geheim und fair ablaufen werde, wird in einem Video in Frage gestellt. Ähnliche Zweifel nannte bereits US-Präsident Trump selbst – und sie könnten bei einer Wahlniederlage Trumps dazu genutzt werden, das Ergebnis nicht anzuerkennen.

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Im Sender Phoenix hatte Weinberg schon einige Auftritte. Im August warf er beispielsweise in der Sendung „phoenix runde“ Ex-Präsident Barack Obama vor, die USA in eine „Bananen-Republik“ verwandelt und mit den Geheimdiensten einen Umsturz Trumps vorbereitet zu haben. Ob er ähnliche Verschwörungstheorien auch bei Frank Plasberg in die Runde werfen wird?

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Das ist „Hart aber fair“ (ARD):

  • Die Talkshow wurde von 2001 bis 2007 im WDR-Fernsehen ausgestrahlt, dann kam es zum Wechsel ins ARD-Hauptprogramm.
  • Von Anfang an mit dabei: Frank Plasberg (63). Susan Link vertrat den erkrankten Moderator für mehrere Sendungen Anfang 2020.
  • Auch „Zuschaueranwältin“ Brigitte Büscher ist seit 2011 fester Bestandteil der Sendung.
  • Die Sendung erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Fernsehpreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis.

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Somit dürften die Zuschauer mit Weinberg einen Trump-Hardliner und überzeugten Wahlkämpfer im TV-Studio erleben. Jemanden, der mit republikanischer Parteibrille die Situation in den USA bewertet.

„Hart aber fair“ (ARD): Trump-Anhänger im ARD-Studio – nur 13 Prozent der Deutschen für den Präsidenten

Da Donald Trump jedoch bei den Deutschen mehrheitlich unbeliebt ist, könnten manche Äußerungen von Plasberg-Gast Weinberg die TV-Zuschauer zur Weißglut bringen. Bei einer Civey-Umfrage für Focus Online kam heraus, dass nur 13 Prozent der Deutschen Trump weiter im Weißen Haus sehen wollen, 71 Prozent dagegen sind demnach für Herausforderer Joe Biden. Nur AfD-Wähler wünschen sich zu 70 Prozent einen Wahlsieg Trumps.

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