Wetter: Hurrikane im Anmarsch – „Hat noch nie jemand zuvor getan“

Wetter-Experten aus Norwegen haben eine Technik entwickelt, mit der sie Hurrikanes Einhalt gebieten wollen. (Symbolbild)
Wetter-Experten aus Norwegen haben eine Technik entwickelt, mit der sie Hurrikanes Einhalt gebieten wollen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Everett Collection

Wie extrem der Klimawandel das Wetter beeinflusst, zeigen krasse Zahlen aus diesem Jahr.

17 Hurrikane gab es bereits im Jahr 2020 – in keinem Jahr zuvor war die Zahl Mitte September bereits derart hoch. Wetter-Experten aus Norwegen haben nun eine Technik entwickelt, mit der sie den Stürmen Einhalt gebieten wollen.

Wetter: So wollen Experten gegen Hurrikane vorgehen

Grund für die hohe Hurrikan-Zahl ist die steigende Mehrestemperatur. Denn sobald sich das Wasser auf 26,5 Grad Celsius erhöht, dient es als gewaltiger Energielieferant für die Stürme. Die Schlussfolgerung: Das Wasser muss kühler werden. Doch wie will man das bewerkstelligen?

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Das norwegische Unternehmen „OceanTherm“ hat dafür eine so genannte „Blasenwand“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein durchlöchertes Wasserrohr, in das Pressluft gepumpt wird.

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„Wasserblasen sprudeln aus den Löchern und gelangen nach oben“, erklärt „OceanTherm“-CEO Olav Bjørnsund Hollingsæter. „Sehr schnell bilden die Blasen eine Wand, die an die Oberfläche steigt. Das kalte Wasser, dass sie mitbringen, vermischt sich mit dem warmen Oberflächenwasser. Somit sinkt die Temperatur der Wasseroberfläche.“

Kann die „Blasenwand“ Hurrikane verhindern?

Die Technik kennt man in Norwegen schon länger – aber aus einem Anwendungsbereich. „Wir nutzen die Technik bereits in Norwegen, nur umgekehrt, um die Fjorde eisfrei zu halten“, so Hollingsæter. „Im Winter befördern wir wärmeres Wasser aus 15 oder 50 Metern Tiefe an die Wasseroberfläche. Es vermischt sich mit dem kalten Wasser und die Fjorde bleiben eisfrei.“

Doch kann damit tatsächlich die Entstehung von Hurrikanen verhindert werden? Testen wollen die Experten das im Yucatan-Kanal zwischen Kuba und Mexiko. Die 217 Kilometer lange Meeresstraße ist bekannt für ihre häufigen Hurrikane – birgt jedoch laut eine Schwierigkeit. Im Golf von Mexiko müsse man das Rohr ganze 150 Meter unter der Wasseroberfläche verlegen – „Das hat noch nie jemand zuvor getan“, meint Hollingsæter.

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Andere Kritiker des Projekts merken an, dass der Kanal viel zu breit für die „Blasenwand“ sei. Doch auch hier gibt sich Hollingsæter im Gespräch mit dem „Spiegel“ optimistisch: „Es gibt Strömungen im Golf von Mexiko. Das Wasser bewegt sich andauernd. Wenn wir einen Ort abkühlen, wird die Strömung das Wasser verteilen.“

Neue Technik kostet 300 Millionen pro Jahr

Die Kosten für ein mobiles „Blasenwand“-System mit 20 Schiffen während der Hurrikane-Saison würden sich laut dem CEO auf rund 300 Millionen Dollar pro Jahr verlaufen – die jährlichen Hurrikane-Schäden werden jährlich auf 54 Milliarden Dollar geschätzt. (at)