Donald Trump: Deutsche kapieren in DIESER Doku endlich, wieso halb USA ihn wählt

Donald Trump ist beliebt bei seinen Anhängern. Eine ZDF-Doku erklärt anschaulich, wieso das so ist.
Donald Trump ist beliebt bei seinen Anhängern. Eine ZDF-Doku erklärt anschaulich, wieso das so ist.
Foto: dpa Bildfunk/Ross D. Franklin

Die meisten Deutschen können nicht verstehen, wieso die US-Amerikaner Donald Trump zu ihren Präsidenten gewählt haben. Wer das kapieren will, muss sich die ZDF-Doku "Der unterschätzte Präsident" anschauen.

Anschaulich erklärt das ZDF in der neuen Dokumentation, wie Trump seine vier zentralen Wahlversprechen eingelöst hat. Der Präsident lieferte viel von dem, was er versprach. Seine Anhängerschaft steht treu zu ihm.

Donald Trump: Seine vier großen Wahlversprechen hat er eingelöst

1. Donald Trump will Millionen Jobs schaffen das Resultat ist enorm

Donald Trumps Basis ist die weiße Industriearbeiterschaft im "Rust Belt". Trump kündigt im Wahlkampf 2016 an, neue Jobs in der Industrie zu schaffen Auch Kohlearbeiter sollen wieder in ihre geschlossenen Minen zurück.

Die CO2-Belastung ist Trump egal. Er bezweifelt den menschlich verursachten Klimawandel und kündigt das Pariser Klimaabkommen auf. Für den 74-Jährigen zählt nicht die Umwelt von morgen, sondern es zählen die Jobs und das Wirtschaftswachstum von heute. Er entlastet Unternehmen von Steuern und Auflagen und verhängt Import-Zölle, um die heimische Wirtschaft zu stärken.

Diese kurzsichtige Strategie zeigt enorme Wirkung: Die Arbeitslosenquote sinkt in seiner Präsidentschaft auf 3,5 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 51 Jahren. Der Dow Jones steigt auf Rekordhöhe vom 29.551 Punkte. Der US-Wirtschaft ging es blendend - bis die Corona-Pandemie in den USA zuschlägt.

Wahlkampfspot von Donald Trump:

2. Trump will die illegale Masseneinwanderung stoppen – mit Erfolg

Im Wahlkampf kündigt Donald Trump, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Direkt nach seinem Amtsantritt beginnt er mit dem Mauerbau, aber nur 170 der geplanten 800 Kilometer werden fertig. Dann streicht ihm der Kongress das Geld für den Bau.

Doch Trump findet einen anderen Weg: Er droht den Ländern Guatemala, El Salvador, Honduras und Mexiko mit Sanktionen. Daraufhin verpflichten sich die Mexikaner, ihre Südgrenze gegen Flüchtlinge aus Mittelamerika zu sichern. Rund 25.000 Nationalgardisten bewachen nun die Grenze. Mit Guatemala, El Salvador und Honduras schließt Trump Asylabkommen, sie gelten nun als sichere Drittstaaten.

Trump-Biografin Gwenda Blair kennt das Resultat: "Die Einwanderung ging deutlich zurück. Er hat alles viel schwerer gemacht. Und er steht da als harter Hund". Tatsächlich geht die Zahl der illegal aufgegriffenen Menschen an der der Grenze zwischen zu Mexiko nach den Deals um 80 Prozent zurück.

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Mehr über Donald Trump:

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3. Trump will nicht, dass die USA sich ausnutzen lassen – und schafft neue Deals mit anderen Staaten

Donald Trump brüskiert seine Nato-Partner mit knallharten Forderungen. Ob beim Handel oder bei Militärausgaben: Andere Staaten würden die USA ausnutzen. Das sei unfair gegenüber den US-Steuerzahlern. Besonders Deutschland und Angela Merkel nimmt er sich zur Brust: "Laut Umfragen mögen die Deutschen Obama mehr als Trump. Na klar, weil ich sie ihre Rechnungen bezahlen lasse! Sonst würde ich meinen Job nicht machen."

Und Trump bekommt einen ersten Deal mit den Nato-Staaten! Es gelingt ihm, den US-Anteil am Nato-Budget von 72 Prozent auf immerhin 70 Prozent zu drücken - obwohl es gleichzeitig insgesamt ansteigt.

Gleichzeitig zieht Trump 44.000 Soldaten aus dem Ausland ab, auch 12.000 Soldaten aus Deutschland sollen zurückkehren in die Heimat. Damit bedient er den Wunsch vieler Amerikaner, dass sich die USA aus der Rolle der Weltpolizei verabschieden solle.

Wirtschaftlich geht er auf Konfrontationskurs mit den EU, Kanada und Mexiko, Südkorea, Japan und China. Er will gegen das extreme Handelsdefizit der EU etwas unternehmen. Nach und nach nimmt er sich alle Wirtschaftspartner zur Brust - eskaliert sogar mit China einen Handelskrieg. Aber bekommt seine Deals. Das Handelsdefizit gegenüber China schrumpft von 2018 auf 2019 deutlich um 72 Milliarden US-Dollar.

Trumps Ex-Pressesprecher lobt: "Manche Handelsabkommen galten als unveränderbar. Er hat sie verändert. Obama und Bush haben davon geredet. Aber gemacht hat es am Ende Trump."

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Das ist Donald Trump:

  • Der 74-Jährige ist der 45. Präsident der USA.
  • Der Unternehmer und Milliardär stieg er zum Präsidentschaftswahlkampf 2016 in die Politik ein.
  • Trump machte sein Vermögen mit Immobilien, Hotels und Spielcasinos und es gelang ihm, aus seinem Namen eine Marke zu machen.
  • Zur Kultfigur wurde er durch die Reality-Show The Appretice (NBC).

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4. Donald Trump kündigt Kampf gegen das liberale Establishment an und zieht ihn durch

Viele US-Amerikaner fühlen sich von den Politikern im fernen Washington übergangen, die Elite sei korrupt. Trump gewinnt seine Wähler 2016 mit dem Versprechen, in Washington aufzuräumen. "Sie wollten jemanden wählen ohne Regierungserfahrung, der mal alles durchschüttelt. Trump sprach davon, den Sumpf auszutrocknen. Die Leute liebten diesen Slogan", weiß US-Meinungsforscherin Diana Hessan.

Trump führt diesen Kampf rigoros. Auf Pressekonferenzen und auf Twitter gibt er grobe Statements ab, spricht die Sprache des einfachen Volkes. "Ich bin Trump-Follower, weil er fast jeden Tag etwas Krasses sagt", gesteht Hessan. Sein Ex-Pressesprecher Sean Spicer ergänzt: "Vor allem schätzen seine Anhänger, wie authentisch er dabei wirkt."

Der Höhepunkt seines Krieges gegen das Establishment ist das gescheiterte Amtsenthebungsverfahren wegen der Ukraine-Affäre. Trump nennt es eine Hexenjagd der Demokraten und der liberalen Medien. Trump-Biografin Gwenda Blair durchschaut seine Taktik: "Mit großem Erfolg pflegt er diese Art von Gegenerzählung, mit der er sich als jemand darstellt, der seit seiner Wahl nur angegriffen wird."

Ein messbarer Erfolg seines Kampfes gegen das liberale US-Establishment: Trump ernennt 194 neue Bundesrichter, viele jung genug, um über Jahrzehnte im Amt zu bleiben. Von den 792 US-Bundesrichtern ist nun ein Viertel von ihm ernannt worden, was die Rechtssprechung in den USA deutlich konservativer machen dürfte.

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Die Dokumentation "Donald Trump - Der unterschätzte Präsident" läuft am Dienstag um 20.15 Uhr im ZDF. Man kann sich die Dokumentation auch hier in der Mediathek anschauen. (mag)