Edeka-Kunde steht vor Zeitschriften-Regal – dann trifft ihn fast der Schlag

Ein Edeka-Kunde entdeckt eine Zeitschrift, die ihn wütend macht. (Symbolbild)
Ein Edeka-Kunde entdeckt eine Zeitschrift, die ihn wütend macht. (Symbolbild)
Foto: imago images / penofoto / Steinach (Montage: DER WESTEN)

Schock-Moment für einen Edeka-Kunden! Der Mann schaute sich gemütlich im Zeitschriften-Regal um – und wich entsetzt zurück. Er entdeckte ein Magazin, dass für ihn dort überhaupt nichts zu suchen hatte.

Beim Einkauf in einem Edeka-Marktkauf in Stuhr in Niedersachen streifte sein Blick das Zeitschriften-Regal. Von Auto-Heften bis TV-Zeitschriften – für jeden ist etwas dabei. Doch als er eine ganz spezielle Zeitschrift sah, traf ihn fast der Schlag.

Edeka: Magazin lässt Kunden fassungslos zurück

Er macht ein Foto davon und postet es auf der Facebookseite von Edeka. Dazu schreibt er: „Hey Edeka, muss das eigentlich so sein, dass euer Marktkauf in Stuhr ein rechtsextremes Magazin verkauft?“

Was er dort entdeckt hat? Das Magazin „Zuerst!“, welches zu Medien der extremen Rechten gezählt wird.

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Der Herausgeber des Magazins ist Szene-Größe Dietmar Munier. Das Unternehmen wirbt mit diesem Magazin-Slogan: „Das Magazin für deutsche Interessen“. Vor allem Politiker der AfD, FPÖ und NPD wurden von der Redaktion interviewt. Seit Dezember 2019 erscheint das Heft monatlich.

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Das ist Edeka:

  • Die erste Edeka-Genossenschaft entstand 1898 in Berlin
  • 23 Genossenschaften vereinten sich 1907 zu einem Verband, daraus entstand später die Edeka Zentrale AG & Co. KG
  • Edeka steht für Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine neue Zentrale in Hamburg
  • 376.000 Menschen arbeiten bei Edeka (Stand 2018)
  • Netto ist ein Tochterunternehmen von Edeka

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Auf dem Titelbild des Heftes, das bei Edeka zu kaufen ist, wird das Profil zweier Köpfe darstellt – einer in Schwarz, der andere in Weiß. Die Schlagzeile lautet: „Gibt es Rassismus in Deutschland? Angriff auf die weiße Welt“.

Ähnliche Cover gibt es zu Hauf. Die Juni-Ausgabe ziert zum Beispiel das Foto eines kleinen Jungen mit dunklerer Hautfarbe und einem traurigen Blick. Schlagzeile: „Mitleidsmasche – Der Schwindel mit ‚unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen‘“.

Edeka bezieht Stellung

Wir haben bei Edeka nachgefragt, warum in dem Markt ein rechtsextremes Magazin zum Kauf angeboten wird. Das Unternehmen erklärt: „Zunächst einmal möchten wir betonen, dass wir uns von rechtsradikalem Gedankengut distanzieren und jegliche Form von Diskriminierung ablehnen.“

Laut Edeka werden alle Märkte durch einen regionalen Presse-Grossisten, durch den Pressegroßhandel, mit Zeitungen und Zeitschriften beliefert.

Edeka klärt auf: „Nach dem deutschen Presserecht hat ein Einzelhändler keinen Einfluss auf die von ihm verkauften Publikationen. Wenn ein Titel erscheinen darf und per Zuteilung durch den Presse-Grosso – der Bundesverband Deutscher Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten e.V. – geliefert wird, ist der Händler verpflichtet, ihn anzubieten, da sein Inhalt im Sinne der Pressefreiheit als rechtlich unangreifbar eingestuft wurde.“

So soll durch den Bundesverband sichergestellt werden, dass ein „breitgefächertes Meinungsbild ohne individuelle Selektierung des Handels stattfinden kann.“

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Wir haben bei Edeka außerdem nachgefragt, ob die Zeitschrift nach der Kritik von Torben aus dem Sortiment genommen wird. Dazu sagt Edeka: „Wenn innerhalb von drei Wochen kein Abverkauf eines Mediums stattfindet, kann dieses aus der Zuteilung entfernt werden.“ (ldi)

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