München: Stadt beschließt Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen – Söder nimmt auch Bayern-Fans ins Visier

Markus Söder ist höchst besorgt über die Coronavirus-Entwicklung in München.
Markus Söder ist höchst besorgt über die Coronavirus-Entwicklung in München.
Foto: imago images / Marja

Die Corona-Lage in München spitzt sich zu! Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist nun wieder ganz in seinem Element als Coronavirus-Krisenmanager.

In einer Pressekonferenz am Montagmorgen hatte Söder eine neue Idee für die bayerische Landeshauptstadt München ins Spiel gebracht. Eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Und was der Ministerpräsident andeutete, setzte der Oberbürgermeister wenig später um.

München beschließt Maskenpflicht auf bestimmten Plätzen

Er verkündete nach einer Sitzung des Krisenstabs der Stadt, dass auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen in der Innenstadt ab Donnerstag eine Maskenpflicht gelten werden.

Am Sonntag hatten die Corona-Zahlen in München den Wert von 55,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche erreicht. Ministerpräsident Markus Söder ist extrem besorgt: „München hat sehr hohe Zahlen, zu hohe Zahlen.“

Wiesn-Ersatzfeste könnte Ursache sein

Eine mögliche Ursache sind Wiesn-Ersatzfeste, etwa auf dem Münchner Viktualienmarkt und in privaten Räumen. Außerdem finden in 50 Gasthäusern in der Stadt die sogenannte „WirtshausWiesn“ statt. Er wolle zwar niemanden die Freude nehmen, so Söder, aber wenn die Vernunft nicht helfe, müsse dagegensteuert werden. Die Bundeswehr solle beispielsweise mit 100 Leuten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen.

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Coronavirus-Lage in München (Stand 20. September 2020):

  • In der bayerischen Landeshaupstadt gab es seit dem Corona-Ausbruch im Frühjahr 2020 bislang 10.659 bestätigte Fälle.
  • Davon verstarben 223 Covid-19-Patienten.
  • Aktuell gibt es in München 1404 bestätigte Infizierte.
  • Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 55,59 über dem Schwellenwert von 50.
  • Die Reproduktionszahl allein in der Stadt München wird mit 1,12 angegeben.

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Bayern-Fans im Fokus

Auch die Fans des FC Bayern München nimmt Söder ins Visier. Schon beim Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 untersagte die Stadt kurzfristig, dass Zuschauer ins Stadion dürfen. Nun steht am Donnerstag das Uefa-Supercup-Finale zwischen Bayern München und FC Sevilla an. Es wird in Budapest ausgetragen. Söder ist das ein Dorn im Auge: „Ich habe wirklich Bauchschmerzen was den Supercup betrifft. Budapest ist ein Risikogebiet mit 100 Inzidenzien. Das ist sehr unvernünftig, deswegen werden wir auch die Quarantäne-Verordnung noch mal ändern“.

Coronavirus: Söder nimmt auch Fans des FC Bayern München in die Pflicht

Bisher galt die Regelung, dass jemand, der unter 48 Stunden in einem Risikogebiet war, nicht in eine zweiwöchige Quarantäne muss. Das will Söder nun ändern. Er appelliert an die Bayern-Fans, daheim zu bleiben. Er halte eine Reise zu dem Supercup-Finale jedenfalls für nicht notwendig. „Wir können das nicht mit 2.000, 3.000 Leuten riskieren, die sich dann möglicherweise verständlicherweise im großen Feiern in den Armen liegen und dann haben wir eine riesen Infektionswelle“, sagte er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

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