Fridays for Future: Dieses historische Tagesschau-Bild sorgt für Diskussionen im Netz

Foto: Screenshot Tagesschau / Montage Der Westen

Für Freitag ruft Luisa Neubauer, prominentestes Gesicht der „Fridays for Future“-Bewegung in Deutschland, zum Klimastreik auf.

Die Klimaschutzbewegung und weitere Organisationen planen Hunderte Corona-konforme Demonstrationen unter dem Motto #KeinGradweiter alleine in Deutschland. Weltweit sollen es am globalen Aktionstag rund 2500 Demonstrationen werden. Vor diesem Tag gab sich Luisa Neubauer ernst wie nie, wie in unserem Live-Ticker zu lesen ist, der dich über alles neue zu den Klimaprotesten am heutigen Freitag informiert.

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Freitag, 25. September

13.50 Uhr: Klimaschützer auch in Essen auf der Straße

Auch in der Essener Innenstadt waren am Freitag zirka mehrere hundert Klimaschützer auf der Straße um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Genaue Zahlen sind nicht bekannt.

11.23 Uhr: Fridays for Future: Dieses historische Tagesschau-Bild sorgt für Diskussionen im Netz

Während sich nach und nach mehr Klimaschützer auf den Straßen versammeln und demonstrieren, sorgt im Netz dieses aufgetauchte Bild für Diskussionen. Es zeigt einen Ausschnitt der Tagesschau vom 17.März 1995 in dem vor einer Klimakatastrophe gewarnt wird.

Dem Twitter-Kanal Tagesschau20Jahre zu folge hieß es in der damaligen Sendung:

„Vor Klimakatastrophe warnt der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung in einem an Umweltministerin Merkel übergebenen Bericht. Wenn weiterhin gleiche Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangten, wäre ein Gegensteuern in rund 25 Jahren nicht mehr möglich.“

Darunter diskutieren die User. Hier sind einige Reaktionen:

  • Und jetzt haben wir 2020, und noch immer sind keinerlei Anzeichen irgendeiner Katastrophe zu sehen. Wie seit Jahrzehnten nur Prognosen und Voraussagen mit viel "wenn", "hätte" und "könnte".
  • Die tornados werden schlimmer, die Trockenphasen werden länger (nicht immer auf de bezogen, schau dir die globalen Brände an), die Pole schmelzen weiter. Jetzt is das noch ok aber in 50 Jahren können wir viele Sachen nicht mehr anbauen (Essens knappheit), Wir verrecken ganz langsam und jämmerlich. Ich setze keine Kinder in die Welt, denen will ich das nicht antun. Ich bin jetzt 20 und werde den Wandel voll miterleben, schau in 20-30 Jahren nochmal auf unseren Luxus und Wohlstand zurück, dann können wir bereuen so dumm zu sein
  • Dürren in Deutschland. In vielen Gegenden fällt im Winter kein Schnee mehr. Während Autos nach der Autobahnfahrt ein Friedhof der Insekten waren, heute nahezu nichts. Steigende Durchschnittstemperaturen. Das sind Fakten, kein religiöser wahn.
  • WIR ALLE wissen seit über 20 Jahren darüber Bescheid. Die Bemerkung sollte eigentlich sein, dass jeder einzelne von uns nichts oder nicht viel dagegen getan hat.

08.22 Uhr: SO will Fridays for Future heute trotz Corona demonstrieren

Nach mehreren Monaten Pause, in denen Klimaschützer, wegen der Corona-Pandemie, nicht auf die Straße gehen konnten, werden sie heute wieder in aller Welt demonstrieren.

Die Klimabewegung Fridays for Future hat zum Aktionstag aufgerufen, nachdem die Proteste monatelang hauptsächlich im Internet stattgefunden hatten. Die Veranstalter versicherten, dass man sich an Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie halten wolle. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 „Klimastreiks“ registriert, allein in Deutschland sind demnach mehr als 400 Demonstrationen geplant, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin.

Wie viele Teilnehmer das Ganze haben wird, lässt sich aufgrund der Pandemie vorab nur schwer einschätzen. Für die Veranstaltung am Brandenburger Tor sind den Organisatoren zufolge 10 000 angemeldet.

Warum demonstrieren sie gerade jetzt wieder, wo in vielen Ländern die Corona-Zahlen wieder steigen? „Die Regierung lässt uns keine andere Wahl, als gegen ihr anhaltendes Desinteresse an einer sicheren Zukunft für unsere Generation auf die Straße zu gehen“, sagte Luisa Neubauer, die bekannteste Aktivistin der Bewegung in Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur.

Auf ihrem Instagram-Account erklärte sie außerdem: „Weil es brennt, weil es schmilzt, weil es flutet. Weil die Klimakrise sowas von da ist und Menschen auf der ganzen Welt gefährdet. Wenn man sich den Zustand der Welt anguckt, hat man jeden Grund Angst zu bekommen. Hat man jeden Grund, ohnmächtig zu werden.“

Es solle auch ein Zeichen „verantwortungsbewussten, demokratischen Widerstandes einer solidarischen Gesellschaft“ sein - im Gegensatz zu den Coronaprotesten der vergangnen Wochen, sagte sie. „Wir streiken mit Abstand und Maske.“ Der Aufwand, das inmitten der Pandemie zu organisieren, sei „immens“.

Donnerstag, 24. September

Luisa Neubauer vor dem Globalen Klimastreik am 25. September: „Jeden Grund Angst zu bekommen“

Über Instagram ruft Luisa Neubauer ihre Follower dazu auf, am Klimastreik am Freitag teilzunehmen. Mit Corona-Maske und mit Abstand sollen diese auf die Straße gehen. Sie spricht über den Ernst der Lage: „Am 25. September rufen wir weltweit und in Deutschland zu Klimastreiks auf. Warum? Weil es brennt, weil es schmilzt, weil es flutet. Weil die Klimakrise sowas von da ist und Menschen auf der ganzen Welt gefährdet. Wenn man sich den Zustand der Welt anguckt, hat man jeden Grund Angst zu bekommen. Hat man jeden Grund, ohnmächtig zu werden.“

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Das ist Luisa Neubauer:

  • Die 24-Jährige wurde als „deutsche Greta Thunberg“ bekannt.
  • Die Klimaaktivistin ist Mitglied bei den Grünen.
  • Im Sommersemester 2020 schloss Neubauer ihr Bachelor-Studium der Geographie ab.
  • Seit 2019 veröffentlicht sie im Stern eine einmal monatlich eine Kolumne, außerdem veröffentlichte sie mit Alexander Repenning das Buch: „Vom Ende der Klimakrise – Eine Geschichte unserer Zukunft.“

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Noch könne man jedoch den menschengemachten Klimawandel aufhalten und eine klimagerechte Welt möglich machen. Dafür müsse man kämpfen und nicht vor denjenigen klein beigeben, die nicht wahrhaben wollen, dass sich etwas verändert und man den Lebensstil anpassen müsse. Zum Schluss versucht sie erneut ihre zumeist jungen Follower wachzurütteln: „Während du dieses Videos schaust, rasen wir weiter in eine bisher ungebremste Klimakrise hinein.“

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Mehr über Luisa Neubauer, Greta Thunberg und Fridays for Future:

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In einem weiteren Instagram-Post wehrt sie sich dagegen, dass sie den Klimawandel als „Drama" darstelle. Sie zählt auf, was sich bisher schon verändert habe: „Wüsten wachsen, Menschen fliehen, Wellen werden höher, Winde werden stärker, Wasser knapper und Dürren zerstörerischer." Für Luisa Neubauer ist klar, dass die Menschenheit ihre „toxische Gleichgültigkeit“ überwinden müsse. Man müsse austreten aus dem „Club der Weltzerstörer“. (mag)