„Frühstücksfernsehen“: Influencer Riccardo Simonetti schießt gegen Sat.1 – „Ob man 2020 so etwas noch eine Plattform geben muss“

Sat.1 Frühstücksfernsehen: Das sind die Moderatoren
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Das Sat.1-„Frühstücksfernsehen“ löste am Donnerstag eine hitzige Debatte aus. Zu Gast war Autorin Birgit Kelle, die mit ihrem Buch „Noch normal? – Das lässt sich gendern“ ziemlich polarisiert.

Frühstücksfernsehen“-Moderator Daniel Boschmann zeigte sich kritisch im Interview mit der Bestsellerautorin, doch das reichte Influencer Riccardo Simonetti offenbar nicht aus. Seinem Ärger über das Morgenmagazin machte er bei Instagram Luft.

Frühstücksfernsehen“: Kontroverser Gast löst Diskussion aus

Riccardo Simonetti richtete einen offenen Brief an das Sat.1-„Frühstücksfernsehen“. Der Influencer ist für seinen bunten und liberalen Lebensstil bekannt. Er wolle leben und leben lassen. Jeder solle sich frei fühlen und wenn ein Mann ein Kleid tragen wolle, gebe es keinen Grund, ihn dafür zu verurteilen.

Verständlich also, dass ihn das Interview von Birgit Kelle zur Weißglut brachte. Denn die halte den 'Genderwahn' für Schwachsinn. „Meine konkrete Forderung wäre, dass wir die Menschen einfach sprechen lassen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und dass die Leute weiterhin so reden können, wie sie wollen“, so die 45-Jährige.

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Das ist das Sat.1-„Frühstücksfernsehen“:

  • Seit dem 1. Oktober 1987 wird das „Frühstücksfernsehen“ ausgestrahlt
  • Das Sat.1-Morgenmagazin berichtet über das aktuelle Weltgeschehen, Trends und Alltagstipps
  • Das Moderatoren-Team besteht aus Marlene Lufen, Karen Heinrichs, Matthias Killing, Alina Merkau, Christian Wackert, Daniel Boschmann
  • Die Sendung wird montags bis freitags von 5.30 Uhr bis 10 Uhr ausgestrahlt

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Riccardo Simonetti platzt der Kragen

Dass beispielsweise aus „Pfadfinderheim“ das Wort „PfadfinderInnenheim“ wird, gehe Birgit Kelle gegen den Strich. „Mit Verlaub, das ist Unsinn“, behauptete die Autorin.

Diese harsche Formulierung entsetzte Riccardo Simonetti, der sich seit langer Zeit gegen Diskriminierungen sämtlicher Art stark macht. Seine Reaktion auf den „Frühstücksfernsehen“-Beitrag war eindeutig. Zunächst habe er sich darüber gefreut, dass dem Thema Gender-Politik so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde, doch dann wendete sich das Blatt plötzlich.

„Als ich dann aber gehört habe, was Frau Kelle da von sich gibt, fragte ich mich wirklich, ob man 2020 so etwas noch eine Plattform geben muss. Mag sein, dass viele so denken wie diese Autorin, aber das heißt noch lange nicht, dass man die Meinung der Mehrheit über marginalisierte Gruppen stellen darf“, so der Entertainer.

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„Danke, dass du Minderheiten eine Stimme gibst“

Für die Aussagen von Birgit Kelle habe Riccardo kein Verständnis. „Wenn man sich so sehr darüber aufregen kann, dass Worte geändert werden, um auch Menschen das Gefühl zu geben, inkludiert zu sein, die jahrelang an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden, dann soll man sich erst vorstellen, wie schmerzhaft die Erfahrung sein muss, jeden Tag Opfer von diskriminierendem Sprachgebrauch zu sein“, erklärte er.

Vor allem Transsexuelle mussten unter den strengen Gender-Regeln in der deutschen Sprache leiden. Für Riccardo Simonetti stehe fest, dass Deutschland noch einen weiten Weg hat, bis sich hier wirklich jeder Mensch frei ausleben könne. Ein starkes Statement des 27-Jährigen.

Von seinen Fans sowie prominenten Kollegen erhielt der Influencer reichlich Unterstützung. „Danke, dass du Minderheiten eine Stimme gibst“, lautet nur einer von vielen Kommentaren, die sich bei Riccardo Simonetti bedanken.