Erdogan: Nach Streit mit Frankreich – nun machen SIE sich über den Türkei-Präsident lustig

Erdogan hat Streit mit Frankreich. Ihm haben ein paar Mohammed-Karikaturen gar nicht gefallen.
Erdogan hat Streit mit Frankreich. Ihm haben ein paar Mohammed-Karikaturen gar nicht gefallen.
Foto: imago images / Hans Lucas / Xinhua (Montage: DER WESTEN)

Der türkische Präsident Erdogan und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sind gerade alles andere als Freunde. Die beiden stritten sich wegen einiger Karikaturen um den islamischen Propheten Mohammed. Nun machen sich SIE über Erdogan lustig.

Der Streit zwischen der Türkei und Frankreich eskalierte. Erdogan rief sogar zum Boykott französischer Waren auf, nachdem er Macron bereits geraten hatte, seinen „Geisteszustand untersuchen“ zu lassen.

Erdogan wird selbst zur Karikatur

Denn Macron verteidigt die Meinungsfreiheit und das Veröffentlichen von Karikaturen vor Erdogan.

Grund für den Zwist: Am 16. Oktober gab es einen mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf den Lehrer Samuel Paty in Conflans-Sainte-Honorine in der Nähe von Paris. Ein 18-Jähriger enthauptete ihn auf offener Straße. Nach einer Schussverletzung starb der Täter.

Sein Grund für den brutalen Mord: Der Lehrer hatte im Unterricht Karikaturen von Mohammed gezeigt. Sie haben in Teilen der muslimischen Welt für Protest gesorgt. Genau diese prangert Erdogan an.

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Das ist Recep Tayyip Erdogan:

  • Erdogan ist AKP-Vorsitzender und seit dem 28. August 2014 Präsident der Türkei
  • Nach dem Verfassungsreferendum 2017 wurde das parlamentarische System im Juli 2018 bei einer vorgezogenen Wahl in ein Präsidialamt umgewandelt, damit Erdogan mehr Macht inne hat
  • Erdogan setzt sich für eine Wiedereinführung der Todesstrafe ein
  • Seit 2017 hat es zahlreiche Verhaftungen von deutschen Journalisten und Staatsangehörigen gegeben, die im Zusammenhang mit regierungskritischen Äußerungen in den sozialen Medien gestanden hatten

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Nun geht der Zwist weiter, denn die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ hat diesen Mittwoch eine neue Ausgabe herausgebracht. Auf dem Titelbild: Staatschefs Recep Tayyip Erdogan.

Auf Twitter hat die Zeitschrift bereits am Dienstag das Cover präsentiert. So sieht es aus:

Der Titel: „Erdogan – privat ist er sehr lustig“. Es zeigt den türkischen Präsidenten sitzend auf einem Sessel. Er trägt keine Hose und hat ein Bier in der Hand. Erdogan hebt auf dem Bild den Schleier einer Muslima, die unten herum nackt ist. Sie sagt: „Oh, der Prophet.“

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Erdogan: Sprecher wirft „Charlie Hebdo“ Rassismus vor

Natürlich hat Erdogan bereits Wind von dieser Karikatur bekommen. Erdogans Sprecher warf „Charlie Hebdo“ am Dienstag „kulturellen Rassismus“ vor. Er schrieb auf Twitter: „Die antimuslimische Agenda des französischen Präsidenten Macron trägt Früchte! Wir verurteilen dieses äußerst verabscheuungswürdige Bemühen dieser Publikation, ihren kulturellen Rassismus und Hass zu verbreiten.“

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Der Streit zwischen Erdogan und Macron hat bereits eine anti-französische Protestwelle in mehreren muslimischen Ländern entfacht. So gingen zum Beispiel am Dienstag in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka mehr als 40.000 Menschen auf die Straße. (ldi mit dpa & afp)

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