Frankreich: Anschläge in Nizza und Avignon ++ Hat der Angreifer in Avignon doch kein islamistisches Motiv?

Frankreich: Angreifer in Avignon scheint keinen islamistischen Hintergrund zu haben. (Symbolbild)
Frankreich: Angreifer in Avignon scheint keinen islamistischen Hintergrund zu haben. (Symbolbild)
Foto: imago images / PanoramiC

Terrorangriff in Frankreich! Bei einer Messerattacke in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza in Frankreich hat es drei Tote und sechs Verletzte gegeben.

Zu der Attacke kam es in der Nähe der Kirche Notre-Dame in Nizza. Zwei der Opfer sollen in der Kirche getötet worden sein. In Avignon wurden ebenfalls Menschen angegriffen.

Hier alle Infos zu dem Terror-Angriff in Frankreich im News-Ticker:

21.38 Uhr: Angreifer in Avignon scheint keinen islamistischen Hintergrund zu haben

Der „Spiegel“ berichtet am Abend, dass der vereitelte Angriff auf Passanten in Avignon nur wenige Stunden nach der mutmaßlichen islamistischen Tat in Nizza möglicherweise einen rechtsextremen Hintergrund hat. Der 33-jährige Angreifer soll laut französischen Medien zu den Identitären gehören.

Laut den Medienberichten trug der Mann dabei eine hellblaue Winterjacke, die optisch stark einer Kampagnenjacke der Identitären ähnelt. Die Jacke wurde an Identitären-Kader vergeben, die 2018 bei einer Antiflüchtlingsaktion namens Defend Europe am Gebirgspass Col de l’Échelle beteiligt waren.

21.05 Uhr: Tunesien nimmt Ermittlungen auf

Die tunesische Staatsanwaltschaft hat nach der tödlichen Messerattacke in Nizza, für die ein Tunesier verantwortlich sein soll, Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Informationen über die Identität des mutmaßlichen Angreifers habe man mit den Ermittlungen begonnen, sagte der stellvertretender Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali. Für den Fall, dass die Justizbehörden um Zusammenarbeit bitten, stehe man zur Verfügung.

Das tunesische Antiterrorgesetz schreibe die Strafverfolgung jedes Tunesiers vor, der an einer terroristischen Handlung innerhalb oder außerhalb des Landes beteiligt war, sagte Dali. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tap bestätigte er zudem, dass der mutmaßliche Angreifer nach ersten Ermittlungskenntnissen ein Tunesier war.

18.42 Uhr: Trump sichert Frankreich nach Anschlag in Nizza Solidarität der USA zu

US-Präsident Donald Trump hat Frankreich die Solidarität seines Landes zugesichert. „Wir sind mit unseren Herzen bei den Menschen in Frankreich“, schrieb Trump auf Twitter. Die USA stünden „an der Seite unseres ältesten Verbündeten in diesem Kampf“.

„Diese radikalislamischen Terrorangriffe müssen sofort aufhören“, fügte Trump hinzu. Weder Frankreich noch irgendein anderes Land könne diese länger hinnehmen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den „abscheulichen Angriff“ in Nizza auf das Schärfste. Die Vereinten Nationen stünden solidarisch an der Seite Frankreichs.

17.21 Uhr: Mutmaßlicher Angreifer von Nizza stammt aus Tunesien

Bei dem mutmaßlichen Angreifer von Nizza handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann, der 1999 in Tunesien geboren ist. Der konservative französische Abgeordnete aus dem Département Alpes-Maritimes, Éric Ciotti, machte weitere Angaben: So sei der mutmaßliche Täter über die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa eingereist, schrieb er bei Twitter.

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann auf Lampedusa mit anderen Migranten in die EU eingereist und auf der Insel registriert worden sei. Die Ermittler haben sich bisher noch nicht zum Täter und zum Ablauf der Tat geäußert.

15.56 Uhr: Emmanuel Macron verurteilt „islamistischen Terroranschlag“ von Nizza

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den „islamistischen Terroranschlag“ von Nizza mit drei Toten in aller Schärfe verurteilt. Er sagte am Donnerstag bei einem Besuch in der Küstenstadt, das Land werde im Streit mit muslimischen Ländern um seine Werte „nicht klein beigeben“. Zugleich kündigte der Staatschef den Einsatz von 7000 Antiterror-Kräften der Armee an, das sind mehr als doppelt so viele wie bisher.

15.07 Uhr: Wladimir Putin verurteilt den Anschlag als „zynisches Verbrechen“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach dem Anschlag in Nizza seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron in einem Telegramm sein „tiefes Mitgefühl“ ausgedrückt. „Das zynische und brutale Verbrechen, das in einer Kirche verübt wurde, löst besondere Bestürzung aus“, schrieb Putin am Donnerstag nach Kremlangaben. Das russische Volk teile „den Zorn und die Trauer“ des französischen Volkes und fühle mit den Angehörigen der Toten.

14.41 Uhr: Emmanuel Macron in Nizza eingetroffen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist nach der tödlichen Messerattacke in der südfranzösischen Metropole Nizza eingetroffen. Er soll unter anderem von Innenminister Gérald Darmanin, Justizminister Éric Dupond-Moretti und dem Anti-Terrorstaatsanwalt Jean-François Ricard begleitet. Macron wollte vor Ort etwa mit Sicherheitskräften und dem Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, sprechen.

13.52 Uhr: Papst Franziskus äußert sich

Papst Franziskus hat sein Mitgefühl mit den Trauernden bekundet. „Es ist ein Moment des Schmerzes in einer Zeit der Verwirrung. Terrorismus und Gewalt können niemals akzeptiert werden“, schrieb Vatikansprecher Matteo Bruni. Das katholische Kirchenoberhaupt sei „informiert und steht der trauernden katholischen Gemeinschaft nahe“, hieß es weiter. Franziskus bete für die Opfer und ihre Angehörigen, dass die Gewalt aufhöre.

13.40 Uhr: Solidarität in ganz Europa

Nach der Attacke in Nizza haben die Spitzen der EU-Institutionen Frankreich ihre Solidarität zugesichert. Ganz Europa sei solidarisch mit dem Land, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag auf Twitter. Man bleibe angesichts der Barbarei und des Fanatismus geschlossen und entschlossen. Sie verurteilte den „abscheulichen und brutalen Angriff“.

Auch der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, betonte: „Wir haben die Pflicht, zusammen gegen Gewalt und gegen diejenigen zu stehen, die aufhetzen wollen und Hass verbreiten“, schrieb er auf Twitter. Er sei schockiert und traurig über die Nachrichten aus Nizza. „Dieser Schmerz wird von uns allen in Europa gefühlt.“

EU-Ratschef Charles Michel versicherte Frankreich und den Franzosen ebenfalls seine Solidarität. Seine Gedanken seien bei den Opfern der „entsetzlichen Attacke“ und ihren Angehörigen. „Ganz Europa ist bei euch“, schrieb er auf Twitter.

13.31 Uhr: Frankreich ruft höchste Terror-Warnstufe aus

Frankreich hat die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Sie gilt landesweit, wie Regierungschef Jean Castex am Donnerstag in Paris mitteilte. Castex verurteilte die „ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt“.

13.25 Uhr: Dritte Attacke in Saudi-Arabien

Ein Mann hat am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien einen Sicherheitsbeamten angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem „scharfen Werkzeug“ angegriffen. Die genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Die französische Botschaft in Riad sprach in einer Mitteilung von einer „Messerattacke“. Der verletzte Wachmann sei bei einer Sicherheitsfirma angestellt, erklärte die Botschaft, ohne dessen Staatsangehörigkeit zu nennen. Saudische Sicherheitskräfte hätten den Täter unmittelbar nach dem Angriff überwältigt.

12.41 Uhr: Zweite Attacke in Avignon: Täter erschossen

Laut englischen Medienberichten habe es zwei Stunden nach der ersten Tat eine weitere Attacke gegeben. Diesmal in Avignon, rund 270 Kilometer entfernt von Nizza. Ein Mann habe in dem Ort Montfavet mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht, teilte die Polizei am Donnerstag mit und bestätigte entsprechende Medienberichte. Laut dem Hörfunksender Europe 1 habe auch der Mann „Allahu Akbar“ gerufen. Die Polizei erschoss den Mann. Weitere Details sind nicht bekannt.

Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass die beiden Taten im Zusammenhang stehen.

12.13 Uhr: Angela Merkel erschüttert

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bereits zu den Morden geäußert. Sie soll „tief erschüttert über die grausamen Morde in einer Kirche“ in Nizza sein. „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Ermordeten und bei den Verletzten. „Der französischen Nation gilt in diesen schweren Stunden Deutschlands Solidarität“, erklärte Merkel nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert.

11.21 Uhr: Anti-Terror-Einheit ermittelt

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben.

Ressortchef Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war der Lehrer Samuel Pary in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Er hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ gezeigt. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

10.14 Uhr: Bürgermeister geht von Terror-Anschlag aus

Nach Ansicht des Bürgermeisters von Nizza, Christian Estrosi, könnte es sich um eine terroristisch motivierte Attacke handeln.

Der französische Innenminister Gérald Darmanin bestätigte den Vorfall auf Twitter. Er schreibt, dass in Nizza eine Polizeiaktion im Gange ist. Er leitete umgehend eine Krisensitzung im Innenministerium ein.

Die Polizei rät, den Bereich zu meiden. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar. Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Stadtverwaltung festgenommen. „Nice Matin“ berichtet außerdem, dass der Angreifer von der Polizei angeschossen wurde und auf dem Weg ins Krankenhaus sei. Der mutmaßliche Täter habe mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen.

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10.03 Uhr: Frau wurde enthauptet

Laut der französischen Lokalzeitung „Nice Matin“ sei eines der Opfer eine 70-jährige Frau. Außerdem soll sie geköpft worden sein. Bestätigt wurde das noch nicht. Andere Medien berichten, dass der Frau die Kehle aufgeschlitzt wurde.

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Das andere Opfer von Nizza, der Hausmeister der Kathredale, soll ebenfalls mit Messerstichen in den Hals getötet worden sein. Das dritte Opfer floh vom Tatort, erlag dann aber den schweren Verletzungen. (ldi und gb mit dpa & afp)