Diego Maradona tot – Messi trauert: „Er verlässt uns, geht aber nicht, weil Diego in unseren Herzen weiterlebt“

Diego Armando Maradona starb im Alter von 60 Jahren.
Diego Armando Maradona starb im Alter von 60 Jahren.
Foto: imago images

Die Fußball-Welt verliert einen ihrer Größten!

Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona ist laut übereinstimmenden Medienberichten im Alter von 60 Jahren gestorben.

Laut der größten Tageszeitung Argentiniens „Clarin“ soll die Legende einen Herzstillstand erlitten haben und in seinem Haus in Tigre verstorben sein. Der argentinische Fußball-Verband hat dies inzwischen bestätigt.

Diego Maradona im Alter von 60 Jahren gestorben

Der Weltmeister von 1986 war Anfang November in eine Privat-Klinik in Buenos Aires eingeliefert worden. Diego Maradona hatte sich unwohl gefühlt und wollte seine Medikation neu einstellen lassen.

Bei der Untersuchung war ein Blutgerinnsel im Gehirn entdeckt worden, das ihm einen Tag später entfernt wurde.

Acht Tage später durfte er das Krankenhaus verlassen. Sein Leibarzt Leopoldo Luque nannte die Entwicklung seines Zustandes zu diesem Zeitpunkt „zufriedenstellend“.

Maradona war am 30. Oktober 60 geworden. Seine Krankenakte war lang: Er erlitt mindestens zwei Herzinfarkte, erkrankte an Hepatitis und ließ sich wegen Übergewichts einen Magen-Bypass legen. Zudem war Maradona mehrfach wegen seiner Drogensucht in Behandlung.

„Hand Gottes“, ein genialer Kicker und viele Skandale

Maradona polarisierte als Spieler und abseits des Platzes. Er gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten, gewann 1986 den Weltmeister-Titel mit Argentinien.

Maradona machte sich zunächst bei den Argentinos Juniors einen Namen, ehe er bei den Boca Juniors den Durchbruch schaffte und 1981 als argentinischer Meister seinen ersten Titel holte.

Maradona wagte den Sprung nach Europa und wechselte für eine Rekordablöse zum FC Barcelona, mit denen er 1983 den Pokalsieg feierte. Doch glücklich wurde der geniale Techniker in Barcelona nicht. Er wechselte 1984 zum SSC Neapel, wo er seine beste Zeit hatte.

In Neapel wird Maradona bis heute vergöttert

In Süditalien holte Maradona 1987 und 1990 den Scudetto - bis heute die einzigen Titel des Teams aus Kampanien. Entsprechend wird Maradona in Neapel bis heute nahezu vergöttert. „Die Welt wartet auf unsere Worte, aber es gibt keine Worte um den Schmerz zu beschreiben, durch den wir gehen. Nun ist die Zeit zu trauern“, twitterte der SSC Neapel.

In Neapel stellten Fans Kerzen und Blumen nieder, zündeten Feuerwerk und Pyro.

Auch in seiner Heimat Argentinien liegen sie ihrem Idol zu Füßen, was vor allem an seinen legendären Auftritten bei der WM 1986 lag. Hier führte Maradona sein Team mit fünf Toren und fünf Vorlagen fast im Alleingang zum Weltmeister-Titel. Unvergessen sein Tor gegen England, bei dem er regelwidrig den Ball mit der Ball über die Linie bugsierte.

Nachher sagte: „Es war der Kopf Maradonas und die Hand Gottes“. Im selben Spiel dribbelte über 60 Meter und umspielte die komplette englische Hintermannschaft, bevor er ins leere Tor einschob. Eine Legende war geboren.

Karriereende in Argentinien

Nach seiner Zeit in Neapel spielte er noch kurz beim FC Sevilla, bevor es Maradona zurück nach Argentinien zu Newell's Old Boys zog. Bei Boca Juniors beendete er 1997 seine Karriere.

Abseits des Rasens machte Maradona immer wieder Schlagzeilen. Als er den FC Barcelona 1984 verließ, war er nach eigenen Aussagen pleite. Mit Eskapaden um Drogen, Dopingsperren und gesundheitlichen Probleme sorgte Maradona immer wieder für Aufsehen. Der Tiefpunkt 1991: Maradona wird zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten auf Bewährung verurteilt und nach einem positiven Doping-test weltweit 15 Monate gesperrt. Als Trainer konnte er an seine Erfolge als Spieler nicht mehr anknüpfen. Bei der WM 2010 führte er sein Heimatland ins Viertelfinale, nach dem 0:4 gegen Deutschland war Schluss.

Ex-Klubs trauern um Legende

Maradonas Ex-Klubs, ehemalige Teamkollegen und Gegenspieler haben auf Twitter ihre Trauer um Ausdruck gebracht.

Auch Argentiniens Präsident Alberto Fernandez schrieb auf Twitter: „Du hast uns an die Weltspitze gebracht. Du hast uns unglaublich glücklich gemacht. Du warst der Grösste von allen. Danke, dass es dich gegeben hat, Diego. Wir werden dich ein Leben lang vermissen.´“

Argentinien hat nach dem Tod seines Fußball-Idols Diego Maradona eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Das teilte die Regierung am Mittwoch unmittelbar nach der Nachricht vom Tod des Weltmeisterkapitäns von 1986 mit. Maradona soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge ein Staatsbegräbnis erhalten. (mit dpa)