Edeka, Rewe & Co.: Supermärkte warnen vor Chaos! „Kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar“

Edeka, Rewe & Co. sind von den verschärften Corona-Einkaufsregeln nicht begeistert. (Symbolbild)
Edeka, Rewe & Co. sind von den verschärften Corona-Einkaufsregeln nicht begeistert. (Symbolbild)
Foto: imago images / Sven Simon; imago images / Joko; imago images / penofoto (Montage: DER WESTEN)

Es wird ein harter Dezember für Edeka, Rewe und Co. – denn vor Weihnachten wurden die Corona-Regeln für Supermärkte und Discounter noch einmal verschärft.

Filialen mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern dürfen maximal einen Kunden pro 10 Quadratmeter einlassen. Auf zusätzlichen Ladenflächen – sprich: alles, was zu den 800 Quadratmetern hinzu kommt – gilt allerdings: 20-25 Quadratmeter pro Kunde. Unsere Redaktion berichtete HIER bereits über die komplizierte Regelung, die seit dem 1. Dezember gilt.

Doch einige Supermärkte wie Edeka und Rewe sind von den verschärften Regeln keinesfalls begeistert.

Edeka, Rewe & Co.: Kritik an neuen Regeln – „Nicht zielführend“

Edeka-Chef Markus Mosa kritisiert die neuen Vorschriften aufs Schärfste. „Wir halten die Begrenzung der Kundenzahl ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche für kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar“, sagt er – und geht sogar noch weiter: „Die hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgeschäft lässt sich so nicht bedienen.“

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Eine Edeka-Sprecherin fügte auf Anfrage unserer Redaktion hinzu: „Der Hinweis der Politik, dass die Verbraucher ihre Einkäufe verteilen sollen, ist nicht zielführend, denn das befolgen die Kunden ja bereits seit dem ersten Lockdown. So gehen sie – wenn möglich – ohnehin schon zu den Randzeiten einkaufen (wochentags, früh morgens oder spät abends).“

Rewe-Chef fürchtet „chaotische Situationen“

Auch Lionel Souque, der Vorstandsvorsitzende der „Rewe Group“, befürchtet mit Blick auf die neuen Regeln „vor Weihnachten endlose Warteschlangen und chaotische Situationen vor den Supermärkten.“

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„Das wird weder dem Schutz vor Infektionen noch der Gesundheit der Menschen dienen“, meint Souque. In den Tagen vor Weihnachten liege der Umsatz in Rewe- oder Penny-Filialen 20 Prozent über dem Durchschnitt – was aber eben auch mehr Arbeit für die Angestellten und die Marktorganisation bedeutet. An diesen Tagen die Kundenzahl einzuschränken, hält Souque kaum für realisierbar.

Trotz Kritik: Händler wollen die neuen Regeln einhalten

Doch viel mehr als ihren Ärger kundtun können die Händler nicht. „Selbstverständlich setzt Edeka aber in allen Märkten die jeweiligen behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Pandemie konsequent um“, teilte uns eine Edeka-Sprecherin mit. „Die Gesundheit und der Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter stehen für uns an erster Stelle.“

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Auch Rewe äußert sich ähnlich: „Seit Beginn der Pandemie haben Schutz und Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter oberste Priorität. Wo der Kundenzulauf dies notwendig macht, beschränken wir den Zugang zu den Märkten. Dies geschieht sowohl durch Einlasskontrollen als auch durch die Begrenzung der Anzahl der Einkaufswagen und Einkaufskörbe.“ (at)