Corona: Neue Virusvariante aufgetaucht! HIER wurde sie entdeckt

Nicht nur Corona: das waren die größten Epidemien der Menschheit
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Der Corona-Lockdown wird bis zum 31. Januar verlängert und weiter verschärft. Darauf haben sich am Dienstag die Länder und der Bund verständigt.

Die Corona-Zahlen steigen weiter - am Freitag wurde ein neuer Höchstwert an Corona-Toten binnen 24 Stunden gemeldet.

Corona: Lockdown verlängert und verschärft

Wir halten dich in unserem News-Ticker über die aktuelle Corona-Lage und zum Corona-Gipfel auf dem Laufenden.

Coronavirus aktuell: Unser Newsblog

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Sonntag, 10. Januar

15.52 Uhr: Weitere Variante des Coronavirus entdeckt

In Japan wurde einer weitere Variante des Coronavirus entdeckt. Diese sei bei vier Reisenden, vermutlich eine Familie, aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden, teilt das japanische Gesundheitsministerium mit.

Die in Asien entdeckte Variante unterscheide sich von den in Großbritannien und Südafrika. Diese beiden gelten als hochansteckenden Mutationen. Es gebe aber bislang keine Hinweise, dass diese dritte neue Variante ebenfalls sehr infektiös sei.

Ein Mann (40) habe bei seiner Ankunft in Japan keine Symptome gezeigt. Kurze Zeit später aber soll er jedoch über Atembeschwerden geklagt haben. Deshalb wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. Das berichtet die Japan Times. Sie bezieht sich auf das japanische Gesundheitsministerium.

Eine 30-jährige Frau habe über heftige Kopfschmerzen geklagt. Bei den beiden anderen Reisenden handele es sich um Jugendliche, von denen einer Fieber hatte.

13.50 Uhr: Söder mit bitteren Worten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht deutlich, dass der Lockdown noch einige Zeit dauern könnte. Er stellte bereits klar, dass er davon ausgeht, dass er auch nach dem 31. Januar verlängert werden müsse. In der „Welt am Sonntag“ erklärte er nun: „Wie lang der Lockdown dauern wird, kann keiner vorhersagen. Wir müssen Geduld haben, bis genügend geimpft werden kann. Die Impfung ist die effektivste Langzeitstrategie gegen Corona. Aber man sollte auch keine falschen Hoffnungen wecken.“

Bislang gebe es zu wenig Impfstoff. Momentan könne daher noch nicht gelockert werden. Söder: „Wir dürfen uns nicht der Illusion auf baldige Normalität hingeben. Den Normalzustand wie vor Corona wird es auf absehbare Zeit nicht geben.“

08.58 Uhr: Experten warnen – deshalb sollst du Einwegmasken auf keinen Fall mehrmals tragen

Einwegmasken öfter tragen? Davon raten Experten dringend ab. Denn durch mehrfaches Tragen gealterte und zerfusselte Einwegmasken können unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen führen.

„Gealterte Einwegmasken können mehr Fasern freisetzen als neue Masken“, sagte Robert Landsiedel, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Toxikologie (GT), der Deutschen Presse-Agentur. Die Fasern gelangten zwar in der Regel nicht in die tieferen Atemwege und könnten daher dort auch keine schädliche Wirkung entfalten. „Sie können jedoch möglicherweise die Haut, die Schleimhäute und die oberen Atemwege reizen.“

Die von vielen Menschen genutzten Einwegmasken bestehen zumeist aus mehreren Lagen von Mikrofasern aus Kunststoff, in der Regel Polypropylen, das aus Rohöl gewonnen wird. Die Gesellschaft für Toxikologie habe zwar keine eigenen Studien hierzu, damit befasste Kollegen hätten aber beobachtet, dass von Masken vor allem größere Faserstücke freigesetzt werden, die nicht in die tieferen Atemwege gelangen, erläuterte Landsiedel zusammen mit Götz Westphal, dem Vorsitzenden des GT-Arbeitskreises Inhalationstoxikologie.

07.33 Uhr: Fast 17.000 Corona-Neuinfektionen und 465 neue Todesfälle

Das RKI meldete am Sonntagmorgen 16.946 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Außerdem wurden 465 Corona-Tote verzeichnet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 162,2.

Samstag, 9. Januar

14.46 Uhr: Experte mit dringendem Appell trotz Impfungen

Professor Lothar H. Wieler vom Robert-Koch-Institut erklärte am Samstag in einer Frage- und Antwort-Runde mit Prof. Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut und Prof. Thomas Mertens von der STIKO (Ständige Impfkommission) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezüglich der Corona-Schutzimpfung: „Wir sind in einer schwierigen Situation und deswegen bin ich glücklich, dass wir jetzt schon einen Impfstoff haben.“ Es dauere jedoch noch eine Weile, bis sich der Erfolg in den Zahlen zeigen würde, so Wieler.

Deshalb appellierte er klar an die Bevölkerung: „Wir müssen vorerst weiter die Schutzmaßnahmen und die Kontaktbeschränkungen einhalten, das ist jetzt erstmal weiterhin wichtig.“ Erst wenn ausreichend Impfungen verabreicht wurden, könne man die aktuellen Maßnahmen lockern.

13.50 Uhr: Markus Söder vergleicht Corona mit der Pest

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war am Samstagvormittag beim digitalen Neujahrsempfang der CDU in NRW zu Gast und hielt eine Rede. Dabei schoss er gegen Corona-Leugner und die AfD. Außerdem verglich er Corona mit der Pest. „Corona ist wie die Pestilenz. Sie kriecht in jede Ritze“, sagte Söder und warnte vor der Ausbreitung der Mutationen.

11.30 Uhr: Merkel - kommenden Wochen schwersten der Corona-Pandemie

Bundeskanzlerin Merkel sagte in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast, die kommenden Wochen seien die wohl schwersten der Pandemie. „Ärzte und Pflegepersonal arbeiten in vielen Krankenhäusern am Rande der Überforderung. Auch was wir über Mutationen des Virus hören, macht die Sorgen nicht geringer - im Gegenteil“, so die Kanzlerin. Die von Bund und Ländern nun verlängerten und zum Teil verschärften Maßnahmen seien einschneidend, die Einschränkungen hart, aber auch zwingend erforderlich.

09.05 Uhr: Corona-Experte mit schlimmer Befürchtung

Werden wir die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester bald schon zu spüren bekommen? Ja, glaubt Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), von der Uniklinik Aachen. „In den nächsten Tagen werden wir die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester auf den Intensivstationen erleben“, sagt er. Angesichts der validen Meldedaten bis 23. Dezember werde mit täglich etwa 600 Neuaufnahmen gerechnet.

Von den Patienten, die auf Intensivstationen beatmet werden, stirbt nach bisherigen Erfahrungen etwa die Hälfte. Auf Intensivstationen werden nach Divi-Daten derzeit rund 5500 Covid-19-Patienten behandelt.

07.22 Uhr: Fast 25.000 Corona-Neuinfektionen und mehr als 1000 Tote

Am Samstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut 24.694 neue Corona-Infektionen und 1083 Menschen, die im Zusammenhang mit Corona gestorben sind.

Freitag, 8. Januar

22.05 Uhr: Erstes Bundesland verlängert schon jetzt Lockdown bis in den Februar

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin „besorgniserregenden Zahlen“ im Freistaat. Oberstes Prinzip sei es, Kontakte zu vermeiden. Zahlreiche bestehende Regelungen - etwa der 15-Kilometer-Radius - bleiben unverändert. Auch Geschäfte bleiben geschlossen. Die neue Verordnung gilt ab dem 11. Januar.

21.10 Uhr: Brasilien legt tausende Gräber wegen Corona an

Um einen Zusammenbruch des Bestattungswesens angesichts eines neuen Anstiegs der Corona-Fälle zu verhindern, will die brasilianische Amazonas-Metropole Manaus 22 000 vertikale Gräber ausheben. Die Konstruktion würde „in den kommenden Tagen“ beginnen, sagte David Almeida, Bürgermeister der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, dem regionalen Fernsehsender „Bom Dia Amazônia“ am Freitag. „Wir müssen den Platz, den wir haben, ausnutzen und werden den Tarumã-Friedhof vertikalisieren.“ Der Cemitério do Tarumã ist einer der Friedhöfe, auf denen in Brasilien während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 Massengräber angelegt wurden.

Am Donnerstag hat die Zahl der Corona-Toten in Brasilien die Marke von 200 000 überschritten. Nun könnte sich das Szenario aus dem Frühjahr wiederholen, als viele Krankenhäuser und Friedhöfe an ihre Grenzen gelangten.

18.30 Uhr: Christian Drosten zur Rolle der Schulen als Treiber in der Corona-Pandemie: „Immer noch Zweifel?“

Schulen öffnen oder doch lieber zu lassen? Darüber wird in der Politik heftig gestritten. Mit den neuen Corona-Maßnahmen wurden nun erst einmal fakten geschaffen: Bis Ende Januar findet in vielen Bundesländern nur Distanzlernen statt.

Christian Drosten hat sich jetzt auf Twitter zu den Schulen als möglicher Infektionstreiber geäußert. Dabei bezog er sich auf Daten aus Großbritannien. Diese zeigten die Corona-Infektionen nach Altersgruppen einmal vor und einmal nach den Weihnachtsfeiertagen.

Das Ergebnis: Nach den Feiertagen sinkt die Prävalenz bei den Schülern, während sie bei den Erwachsenen steigt. Für Christian Drosten ein deutliches Signal, dass die Schulen durchaus ein Infektionstreiber sind. Er fragt auf Twitter: "Bestehen immer noch Zweifel an der Rolle des Schulbetriebs bei der Verbreitung von SARS-CoV-2?"

15:40 Uhr: Olaf Scholz: Niemand weiß was kommt

Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Menschen in Deutschland auf weitere mögliche Änderungen im Anti-Corona-Kurs der Bundesregierung eingestimmt. Niemand könne an dieser Stelle sagen, was in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten noch zu tun sei, um diese Pandemie zu bekämpfen, sagte Scholz am Rande einer Fraktionsklausur am Freitag in Berlin.

Scholz verteidigte den Kurs. „Angesichts der großen Zahlen, war es richtig, ist es richtig, das wir noch mal mit stärkeren Maßnahmen versuchen, das Pandemiegeschehen zu bekämpfen“. Die bisherigen Maßnahmen hätten wegen der hohen Infektionszahlen und Sterberaten nicht mehr ausgereicht.

Scholz appellierte für eine offene Kommunikationskultur - und zwar dauerhaft. Jeder sei von den Einschränkungen betroffen, daher sei eine ständige Diskussion zwischen allen wichtig. Es sei ganz zentral, dass wir „offen diskutieren und offen kommunizieren und alles begründen, was wir machen“, so Scholz.

15:35 Uhr: Bayerns-Ministerpräsident Söder mit emotionaler Ansprache

Bei einer Regierungserklärung im bayrischen Landtag wurde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit Blick auf die vielen Corona-Toten äußerst emotional. Auch beim Thema Corona-Impfungen fand der CSU-Politiker deutliche Worte.

Es gebe bislang „leider große Zurückhaltung“ beim Impfen, was man beobachten solle. Was ihm Sorge bereite: „Dass selbst die vielen Toten nicht ausreichen, Lügen, Hetze und Fake-News zu verbreiten, das bringt echt Unheil über unser Land“, zitiert der "Merkur" den Ministerpräsidenten. Weiter heißt es von Söder, dauerhafte Lügen führten zu einer „Parallel-und Scheinwelt, die es gar nicht gibt“.

Wer bei der Diskussion um die Opfer der Pandemie häufig vergessen werde, seien die Corona-Toten und Familien und Angehörigen: „Diese Leute und deren Familien haben keine Hoffnung mehr.“

13.54 Uhr: Corona-Impfungen mit Moderna können nächste Woche beginnen

Am Dienstag sollen die Länder die erste Lieferung des Moderna-Präparats bekommen, teile ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der dpa mit. Somit können die Impfungen bereits in der kommenden Woche beginnen. Deutschland erhält 50 der von der EU bestellten 160 Millionen Impfdosen bekommen. Am Mittwoch hatte die EU den Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna als zweiten zugelassen.

12.22 Uhr: Ab sofort sechs statt fünf Impfungen mit Biontech-Ampulle möglich

Plötzlich können mehr Menschen geimpft werden! Ab sofort können mehr Menschen mit dem Impfstoff aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer geimpft werden. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA habe zugelassen, dass sechs statt bisher fünf Dosen aus einer Ampulle gezogen werden dürfen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin.

08.42 Uhr: Wissenschaftler machen Hoffnung: Biontech/Pfizer-Impfstoff gegen Corona-Mutationen wirksam

Wissenschaftler machen Hoffnung: Einer Pfizer-Studie zufolge ist der vom US-Arzneimittelhersteller mit Biontech entwickelte Impfstoff gegen Corona auch gegen die in Südafrika und Großbritannien aufgekommenen Virusvarianten wirksam, schreibt die Nachrichtenagentur „Reuters“. 16 verschiedene Mutationen seien getestet worden, keine habe signifikante Auswirkungen auf die Wirkung gehabt, so Pfizer. Gegen andere Mutationen könnte der Imfpstoff möglicherweise nicht wirksam sein.

06.28 Uhr: Neuer Höchstwert - so viele Corona-Tote gab es noch nie in Deutschland

So viele Corona-Tote binnen 24 Stunden gab es noch nie: Das Robert-Koch-Institut meldet am Freitagmorgen einen Höchststand von 1888 Verstorbenen. Der bisherige Höchstwert lag bei 1129 Verstorbenen und war am 30. Dezember verzeichnet worden. Nach den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 38.795.

Das Institut gab zudem 31.849 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 1.866.887.

Donnerstag, 7. Januar

19.05 Uhr: Lauterbach warnt: Stadtbewohner sind gefährdeter

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter davor gewarnt, dass das Coronavirus für Menschen aus der Stadt gefährlicher sei, als für Menschen vom Land.

Diese Einschätzung Lauterbachs basiert auf einer Studie der Universität Mainz. Demnach läge der Anteil der Feinstaub-Luftverschmutzung bei Covid-Toten bei 15 Prozent. In den Städten ist der Feinstaub-Wert dabei natürlich statistisch gesehen deutlich höher, als in ländlichen Regionen. "Feinstaub beschädigt das Lungenendothel und macht die Lunge so anfällig für schweren Verlauf", so Lauterbach auf Twitter.

Die Studie der Uni kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit etwa 15 Prozent aller Corona-Todesfälle auf dauerhafte Luftverschmutzung zurückzuführen seien. In Europa betrug dieser Wert 19 Prozent, in Asien sogar 27. Eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Luftverschmutzung und COVID-19-Sterblichkeit nehme man allerdings nicht an, auch wenn sie nicht ausgeschlossen wäre. Stattdessen seien es häufig direkte und indirekte Faktoren, die bei den Todesfällen eine Rolle spielten.

16.35 Uhr: Impf-Nachschub für die Bundesländer

Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine weitere Lieferung des Corona-Impfstoffs des Herstellers Biontech in sechsstelliger Größenordnung erhalten. Sie sollen insgesamt 667.875 Impfdosen erhalten, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Lieferung erfolge über Biontech direkt an die 27 Anlieferzentren der Länder. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141 375 Dosen, den kleinsten Bremen mit 4875 Dosen. Somit soll die weitere Auslieferung der Impfdosen wie bereits angekündigt ablaufen.

15.20 Uhr: Bayerns Innenminister schlägt Alarm wegen Corona-Protesten: „Neue Dimension“

Nach Protestaktionen auf Autobahnen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in mehreren Bundesländern hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) von einer „Eskalation“ der Proteste der Szene gesprochen. Der Innenminister bezeichnete die Blockadeversuche als eine „besorgniserregende neue Dimension des Protests“ und eine „deutliche Eskalation“ seitens der Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen. „Das hat mit friedlichem Protest und dem verfassungsrechtlich geschützten Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit überhaupt nichts mehr zu tun“, brachte es Herrmann auf den Punkt. Er kündigte am Donnerstag in Nürnberg verschärftes Vorgehen der Polizei an. In Bayern, aber auch in Thüringen und Sachsen sowie weiteren Bundesländern hatten Autofahrer durch gezieltes Langsamfahren auf Autobahnen den Verkehr zu blockieren versucht.

Die Polizei war durch die Aufrufe der unter dem Stichwort „D-Day 2.0“ für Mittwoch bundesweit geplanten Autobahnproteste vorbereitet. An zahlreichen Orten konnten die geplanten Schleichfahrten zum gezielten Erzeugen von Staus im Vorfeld verhindert werden.

15.15 Uhr: WHO über EU besorgt: „alarmierende Lage“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist alarmiert angesichts der Ausbreitung einer besonders ansteckenden Variante des Coronavirus und der allgemein steigenden Ansteckungszahlen in Europa. Die europäischen Staaten müssten noch größere Anstrengungen im Kampf gegen das Virus unternehmen, forderte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen. In Großbritannien, wo die neue Variante besonders grassiert, werden die Krankenhausbetten für Corona-Patienten knapp.

Europa befinde sich in einer „alarmierenden Lage“, in der es gleichzeitig von einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen und der erstmals in England aufgetretenen Virus-Mutation betroffen sei, sagte Kluge. „Das bedeutet, dass wir für eine kurze Zeit mehr tun müssen, als wir bisher getan haben.“

11.50 Uhr: Japan verhängt Ausnahmezustand

Aufgrund der hohen Coronazahlen hat Japan den Ausnahmezustanden in der Hauptstadt Tokio und drei benachbarten Bezirken verhängt. Er soll zunächst einen Monat lang gelten. Restaurants und Bars dürfen ab 19 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenlen und müssen um 20 Uhr schließen. Danach sollen Japaner nur im Notfall soll das Haus verlassen.

07.00 Uhr: Wieder großer Corona-Ausbruch in China

Seit dem Sommer hatte China Corona weitestgehend unter Kontrolle, zählte nur noch vereinzelt Fälle. Doch nun gab es vor den Toren Pekings einen größeren Ausburch. In der Provinz Hebei gab es in nur wenigen Tagen mehr als 200 Fälle. Bis Donnerstag meldete die Gesundheitskommission in der Provinz um die Hauptstadt 90 Erkrankungen und 144 asymptomatische Infektionen. Es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

Die Behörden sind alarmiert und riefen „den Kriegszustand“ im Kampf gegen das Virus aus. Vor allem die 300 Kilometer nordöstlich gelegene Provinzhauptstadt Shijiazhuang ist betroffen. Transportverbindungen mit Bussen, Zügen und Flugzeugen in die Metropole wurden weitgehend unterbrochen. Die elf Millionen Einwohner werden getestet. Einige Wohngebiete wurden abgeriegelt. Der Unterricht in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen wurde ausgesetzt. Zusätzliches medizinisches Personal wurde mobilisiert und in die Provinz entsandt. Auch die Städe Xingtai und Nangong sind betroffen.

06.30 Uhr: Mehr als 26.000 Corona-Neuinfektionen und über 1000 Tote

Das RKI meldete am Donnerstagmorgen 26.391 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden in Deutschland. Zudem wurden 1070 Tote gezählt. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.474.000. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Donnerstag 121,8. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

Mittwoch, 6. Januar

21.39 Uhr: Lauterbach wegen Studie bei Immunität der Covid-Impfungen zuversichtlich

SPD-Politiker Karl Lauterbach zeigt sich im Bezug auf Covid-Impfungen zuversichtlich. Grund dafür ist eine Studie, welche vom „Science Magazin“ veröffentlicht wurde. „Das ist die wichtigste Studie bisher, die es wahrscheinlich macht, dass Covid Impfungen zumindest 1 Jahr lang schützen werden“, so Lauterbach auf Twitter.

20.31 Uhr: Virologe Christian Drosten besorgt über „exponentielles Phänomen“

Der Virologe Christian Drosten sieht noch viele offene Fragen rund um die neue, zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7. „Das ist ganz schwer einzuordnen, immer noch“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag bei NDR-Info. „Ich gehe davon aus, dass wir, sagen wir, vielleicht bis Ostern oder bis Mai ganz klare experimentelle Evidenz haben, ob jetzt dieses Virus übertragbarer und gefährlicher ist oder nicht. Aber das wird einfach dauern.“

Derzeit werde noch zusammengetragen, wie verbreitet die neue Variante in Deutschland ist, schilderte der Virologe. Von einem großen Problem damit gehe er momentan nicht aus. Nachdem er auch Daten aus Dänemark zum Thema gesehen habe, sei er der Ansicht, dass die Variante ernst genommen werden müsse, erläuterte Drosten. Auch in Deutschland müsse man verstärkt nach der Mutation schauen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Variante übertragbarer ist - also dass ein Infizierter im Schnitt mehr Menschen ansteckt als bisher, die Variante also mit einer höheren Reproduktionszahl einhergeht.

In Hinblick auf die Wirksamkeit der Impfung bekräftigte Drosten: „Da haben wir im Moment keine großen Sorgen.“ Die Sorge sei vielmehr, dass die Variante im Vergleich zu früheren Formen einen deutlich höheren R-Wert haben könnte, etwa von 1,5 statt von 1. Sollte sich ein solches Szenario bestätigen, wäre es Drosten zufolge ein Problem. „Das ist ja ein exponentielles Phänomen“, betonte er. Der Virologe äußerte aber auch schon wiederholt die Hoffnung, dass B.1.1.7 weniger stark krank machen könnte.

19.09 Uhr: Mehrheit der Bürger begrüßen die neuen Maßnahmen

Eine Mehrheit der Bundesbürger hält die zum Teil noch verschärften Corona-Maßnahmen für angemessen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Blitzumfrage für die Fernsehsender RTL und ntv gaben 54 Prozent der Befragten an, dass sie die Beschlüsse von Bund und Ländern alles in allem angemessen finden. Für 27 Prozent der Bürger gehen die Maßnahmen dagegen zu weit, für 18 Prozent noch nicht weit genug.

Mit einem Anteil von 79 Prozent gaben zudem mehr als drei Viertel der Befragten an, sich im Alltag an die beschlossenen Regelungen zu halten. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) sagte dagegen, die Vorschriften nicht immer einhalten zu wollen.

Skeptisch zeigen sich die Bundesbürger bei der Frage nach der Wirksamkeit der Maßnahmen: Nur ein Drittel (32 Prozent) glaubt, dass es damit gelingen wird, die Infektionszahlen deutlich zu reduzieren. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) erwartet das nicht.

Auch die umstrittene Schließung von Schulen und Kindertagesstätten stößt bei einer Mehrheit der Bürger auf Zustimmung. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten finden es richtig, dass Schulen und Kitas bis mindestens Ende Januar überwiegend geschlossen bleiben.

16.46 Uhr: Moderna-Impfstoff zugelassen

Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort auch das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte.

13.29 Uhr: EMA gibt grünes Licht für Moderna-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat wohl grünes Licht für den Corona-Impfstoff von Moderna gegeben.

Nun muss noch wie bei der Zulassung von Biontech die Europäische Kommission ihre Zustimmung geben. Damit ist laut Medienberichten noch heute zu rechnen.

12.57 Uhr: Spahn kündigt weitere Impfkampagne an

In Alten- und Pflegeheimen und beim Krankenhauspersonal war mancherorts eine gewisse Impfmüdigkeit zu beobachten. Jens Spahn kündigt eine Impfkampagne für Ärzte, Apotheker und Krankenhauspersonal an. „Wir werden gezielt weiter Kampagnen zum Impfen machen“, so der CDU-Politiker.

12.54 Uhr: 1,3 Millionen Impfdosen bis Ende 2020 geliefert

„1,3 Millionen Impfdosen sind Ende 2020 geliefert worden“, sagte Spahn zur Kritik, dass zu wenig Impfstoff in Deutschland angekommen sei.

12.27 Uhr: Weitere Biontech-Produktionsstätte soll eröffnen

Im Februar soll im hessischen Marburg eine weitere Biontech-Produktionsstätte eröffnen können. „Die Regierung unternimmt alles, um Biontech und Co. zu unterstützen“, erklärt Spahn. „Impfen braucht Vertrauen. Der Wunsch nach Normalität sollte nicht Blick auf Fakten verklären“.

„Wir können allen im Sommer ein Impfangebot machen. Wir haben genug, mehr als genug Impfstoff bestellt“, so Spahn. Heute rechne er mit der Zulassung des Impfstoffs von Moderna. Über 50 Millionen Moderna-Impfdosen sollen in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Im ersten Quartal sind knapp zwei Millionen Dosen zu erwarten. Mit ersten Dosen rechne er in der nächsten Woche.

12.20 Uhr: Fast 400.000 Menschen in Deutschland geimpft

Nach Markus Söder äußert sich nun Jens Spahn zum Impfstadt. Er teilt mit, dass fast 400.000 Menschen in Deutschland bereits geimpft seien. Vorwiegend handele sich dabei um Bewohner der Alten- und Pflegeheime. „Impfen ist der Weg raus aus der Pandemie“, so Spahn, der die Ungeduld und Verunsicherung verstehen könne. „Die Wahrheit ist auch: der Impfstoff ist weltweit ein knappes Gut“, so Spahn. Deshalb müsse er um Geduld bitten und „Das am Anfang zu wenig Impfstoff haben würde, war von Anfang an klar.“ Nicht zu wenig bestellte Mengen seien der Grund dafür, sondern die geringen Produktionsmengen.

12.16 Uhr: Söder schlägt eine Impfkampagne vor und wechselt Gesundheitsministerin aus

Söder schlägt angesichts einer gewissen Impfmüdigkeit bei Krankenhauspersonal eine Impfkampagne vor. Dazu könnten Prominente Gesichter dienen.

Auch tauscht Söder die Gesundheitsministerin aus: die bisherige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wechselt als Ministerin in die Staatskanzlei. Huml werde ab Montag als Ministerin der Staatskanzlei speziell für Europa und Internationales zuständig sein und zudem den Corona-Krisenstab verstärken, kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an. Humls Nachfolger im bayerischen Gesundheitsressort soll demnach der bisherige Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) werden.

12.09 Uhr: Faschingsferien in Bayern fallen aus

„So schlimm wie jetzt war es noch nie“, gesteht Söder. Mit dem Bewegungsradius von 15 km sollen vor allem touristische Tagesausflüge verhindert werden. Die Regelung gelte ab der Stadtgrenze des jeweiligen Wohnorts, so Söder.

Die Schulen sollen Distanzunterricht in weiterführenden und wo möglich auch in Grundschulen anbieten. In Kitas und Grundschulen soll Notbetreuung für jeden, der es braucht, angeboten werden. Die Faschingsferien sollen ausfallen, so Söder. Da kein Fasching gefeiert werden könne, sollen die ausgefallenen Unterrichtsstunden in dieser Zeit nachgeholt werden.

12.03 Uhr: Markus Söder erklärt Maßnahmen

„Es gibt keinen Anlass zu Entwarnung oder Sorglosigkeit“, erklärt Markus Söder. Er warnt vor dem mutierten Virus, dass auch in Bayern schon nachgewiesen wurde. „Je weicher die Maßnahmen dauern, desto kürzer sind sie“, so Söder.

Bei der Betreuung von Kindern soll außer einer Kontaktperson auch eine feste Kontaktfamilie gelten.

11.35 Uhr: Schulunterricht via BBC in Großbritannien

Um britische Schulen während des neuen Lockdowns zu unterstützen, strahlt die BBC jeden Tag mehrere Stunden Unterricht aus. Von diesem Montag an würden jeden Tag drei Stunden Grundschulunterricht gesendet, dazu kämen mindestens zwei Stunden für Schüler weiterführender Schulen, teilte der Sender mit. Regierungschef Boris Johnson und Bildungsminister Gavin Williamson dankten der Sendeanstalt für die Unterstützung. Willamson kündigte zudem an, eine Million Laptops und Tablets an Schüler zu verteilen, deren Familien sich keine Endgeräte leisten können. Wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus in Großbritannien hatte die Regierung einen Lockdown mit Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen verfügt. Das Parlament sollte den Maßnahmen am (heutigen) Mittwoch zustimmen. Johnson und Williamson stehen in der Kritik, sie hätten zu spät die Entscheidung für Schulschließungen getroffen. Johnson hatte noch am Sonntag betont, dass die meisten Einrichtungen offen bleiben sollten. Daraufhin waren am Montag Millionen Kinder in die Schulen zurückgekehrt. Am Abend verkündete der Premierminister dann die Schließungen.

10.55 Uhr: Mehr Kinderkrankengeld-Tage für Eltern

Mehr Kinderkrankengeld-Tage für Eltern und Alleinerziehende haben Bund und Länder am Dienstag beschlossen. Alle Infos dazu liest du hier.

9.26 Uhr: „Bei den Kontaktbeschränkungen darf es keine Tabus geben“

Der Deutsche Städtetag hat sich ausdrücklich hinter die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gestellt. „So hart die Maßnahmen auch sind: Die Städte halten es für richtig, den Lockdown fortzusetzen, damit die Zahl der Neuinfektionen nachhaltig sinkt“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. „Bei den Kontaktbeschränkungen darf es keine Tabus geben“, stellte er klar.

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(DER WESTEN mit dpa und AFP)