München: Tierheim stellt „neue Rasse“ vor – der Hintergrund ist traurig: „Sehr fragliche Intention“

Das muss ein Blindenhund alles können
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Ein Tierheim in München ist verzweifelt. Die Mitarbeiter machen sich große Sorgen. In einem emotionalen Post machen sie auf eine „neue Rasse“ aufmerksam. Doch der Hintergrund ist sehr traurig.

„Seit mehreren Monaten ist auch uns ein neuartiges Phänomen aufgefallen. Wir kriegen ungefähr doppelt so viele Anfragen nach Tierbabies – Hundewelpen, Babykatzen oder auch die vermeintlich mit weniger Aufwand verbundenen Kleintiere“, schreibt das Tierheim München auf ihrer Facebookseite.

München – Tierheim fragt: „Woher rührt dieser explosionsartige Anstieg?“

Die Mitarbeiter berichten, dass sie bei den vielen Anfragen gar nicht mehr hinterherkommen. Ältere Tiere werden hingegen oft abgegeben. Grund: Überforderung.

„Wenn wir unsere Tierheiminsassen dann anbieten – lauter arme Seelen mit Profil und Vergangenheit, die alle aber kein bisschen weniger ein liebevolles Zuhause verdient haben, wie die unbescholtenen Babies – dann ist das Interesse an einem neuen Familienmitglied meistens wie vom Winde verweht“, so das Tierheim München.

Dann greifen viele wohl auf das Internet zurück und suchen nach Züchtern und Tiervermittlungsvereinen. „Sie lassen sich ihr Vorhaben in der Regel nicht ausreden.“

Die zuständigen Behörden sollen laut den Mitarbeitern des Tierheims einen Anstieg von Hund-Neuanmeldungen von etwa einem Drittel verzeichnen im Vergleich zum letzten Jahr. „Woher rührt dieser explosionsartige Anstieg?“, fragt das Tierheim München.

Antwort: Corona. Für die Tiere, die wegen dieses Grundes adoptiert wurden, haben die Mitarbeiter auch schon einen Begriff gefunden: „Kennst du schon die neue, beliebte Hunderasse, den ‚Lockdown-Dog‘?“

München: Mitarbeiter werden erpresst

So sollen viele Menschen, die gerade – wie wir alle – wegen des Lockdowns isoliert sind, sich zu „Impulsanschaffungen“ hinreißen lassen. „Die Tiere sollen die Isolation ausgleichen, die entstandenen Löcher im Alltag und Freizeitleben stopfen“, so das Tierheim München.

Es stellt klar: „Das halten wir grundsätzlich für eine sehr fragliche Intention.“ Auch wenn die Tiere glücklich machen und Halt geben, haben sie ihre eigenen Bedürfnisse, „die dabei oft auf der Strecke bleiben. Wer sich ein Haustier anschafft, übernimmt damit eine lebenslange Verantwortung“.

Der Post wird über 150 Mal kommentiert. Viele Nutzer können diesem Statement nur zustimmen.

Hier einige Kommentare:

  • „Danke für den Beitrag. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber diese vielen Welpen und Junghunde auch in meiner Nachbarschaft lässt nichts Gutes erahnen.“
  • „Sehr guter Beitrag, er spricht mir aus der Seele. Ich finde es sehr erschreckend wieviel Menschen plötzlich mit Hund zu sehen sind. Jeder sollte sich bewusst sein, dass der Alltag wiederkommt.“
  • „Dem gibt's nichts hinzuzufügen und über die Antwort mag ich gar nicht nachdenken! Sehr traurig.“
  • „Habe noch nie so viele Anzeigen auf Ebay Kleinanzeigen gesehen ‚Suche einen Hund‘. Mir wird auch schon ganz mulmig, wenn ich an die Sommerferien denke.“

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Das Tierheim München fragt sich: „Was wird dann aus all den Haustieren, die die Menschen sich während der Krise zum Trost und zur Ablenkung angeschafft haben?“ Schon vor Corona soll es Wartelisten für Abgabetiere geben.

Nicht selten, werden die Mitarbeiter erpresst. Ein Besitzer sagte einmal: „Wenn ihr den Hund nicht gleich übernehmt, lass ich ihn einschläfern/setz ich ihn auf der Autobahn aus.“

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„Wie soll das erst nächstes Jahr werden mit all den neu angeschafften Corona-Lockdown-Tieren, die ihren Haltern dann plötzlich lästig und zu teuer werden?“

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Als Tierschutzverein machen sich die Mitarbeiter große Sorgen um die Tiere. „Sie haben es wirklich nicht verdient, als Lückenfüller herhalten zu müssen und dann einfach vor die Tür gesetzt zu werden.“ (ldi)