CDU-Parteitag: CSU-Ministerin macht sich über Merz lustig – „Eine Runde Mitleid“

CSU-Ministerin Judith Gerlach machte sich über Wahlverlierer Friedrich Merz lustig.
CSU-Ministerin Judith Gerlach machte sich über Wahlverlierer Friedrich Merz lustig.
Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler, Sven Hoppe

Für die CDU, die vielleicht letzte große Volkspartei, war es das Wochenende der Entscheidungen auf dem CDU-Parteitag. Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz stritten um den CDU-Vorsitz.

Auf dem digitalen CDU-Parteitag brauchte es eine Stichwahl, um zu einer Entscheidung zu kommen: Armin Laschet setzte sich knapp durch.

News-Blog: CDU-Parteitag mit Vorsitzenden-Wahl

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Sonntag, 17. Januar

9.15 Uhr: CSU-Ministerinnen spotten über Friedrich Merz

Mit dem merkwürdigen Manöver, sich direkt nach der Wahlniederlage selbst als Wirtschaftsminister ins Spiel zu bringen und Peter Altmaier stürzen zu wollen, hat sich Friedrich Merz innerparteilich wohl keinen Gefallen getan. Dafür verzichtete Merz auf einem Posten im CDU-Vorstand, angeblich zugunsten der Frauen, weil er ihnen keinen Platz. wegnehmen wollte. Viele können über diesen Vorstoß nur den Kopf schütteln und bei Kanzlerin Merkel blitzte Merz direkt ab.. Zwei Ministerinnen der CSU haben sogar nur noch Hohn dafür übrig.

Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Digitales, postete auf Twitter: „Eine Runde Mitleid, wenn ich bitten darf! Es war doch sooo großzügig von ihm, dass er den unbezahlten Posten im Parteivorstand mit wenig Öffentlichkeitswirkung dann doch einer Frau überlassen wollte...“

Kerstin Schreyer, CSU-Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr in Bayern, antwortete auf den Tweet von Gerlach und spottete ebenfalls: „Aber den bezahlten als Bundesminister würde er schon nehmen.“

Samstag, 16. Januar

15.30 Uhr: Wahlverlierer Merz will Minister werden – und blitzt damit ab!

Wahlverlierer Friedrich Merz will jetzt Wirtschaftsminister werden. Merz hatte diesen Plan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters öffentlich gemacht: „Dem neuen Parteivorsitzenden habe ich angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen“, sagte Merz.

Kanzlerin Angela Merkel soll das nach „Spiegel“-Informationen aber schon abgelehnt haben. Damit bliebe der umstrittene Peter Altmaier, ein Vertrauter Merkels, im Amt. „Die Bundeskanzlerin plant keine Regierungsumbildung“, sagte auch ein Regierungssprecher dazu am Samstag.

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14.50 Uhr: Der CDU-Parteitag ist beendet – fast!

Das Schlusswort hatte der neu gewählte Vorsitzende Armin Laschet. Er bedankte sich beim Team des Konrad-Adenauer-Hauses,der Parteizentrale der CDU, für die Umsetzung des Parteitages. Der digitale Parteitag habe ohne technische Panne geklappt. Es sei ein großes Risiko gewesen, denn „die Häme in ganz Deutschland wäre uns gewiss gewesen“. Doch man habe alles „exzellent“ über die Bühne gebracht.

Auch Jens Spahn dankte er für dessen „gigantische Doppelaufgabe“. Spahn habe als Gesundheitsminister die Corona-Krise bekämpft, gleichzeitig aber mit Laschet im Team gekämpft und ihn unterstützt.

Am Ende sangen die anwesenden CDU-Politiker, darunter auch Friedrich Merz und Norbert Röttgen, die Nationalhymne. Wobei: Mitsingen tat eigentlich nur Armin Laschet. Die anderen auf der Bühne lauschten lediglich den Klängen aus den Boxen. Ob sie sich wegen Corona nicht getraut haben?

Ganz beendet ist der Parteitag noch nicht. Es folgt noch die Briefwahl für alle Vorstandsposten. Die Ergebnisse sollen am Freitag verkündet werden.

13.55 Uhr: Söder gratuliert Laschet nach Sieg auf CDU-Parteitag

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder meldete sich nun zur Wahl von Armin Laschet. Er gratuliert seinem Amtskollegen aus NRW. „Freue mich auf unsere Zusammenarbeit! Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte der Union fortschreiben“, fügte er in seinem Tweet hinzu. Beide Parteichefs werden sich bald einigen müssen, wer Kanzlerkandidat wird.

13.53 Uhr: Angela Merkel reagiert auf die Wahl von Armin Laschet

Mittlerweile hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Wahl von Armin Laschet reagiert. Die CDU veröffentlichte dieses Statement der Kanzlerin:„Herzlichen Glückwunsch, lieber Armin Laschet, zu Deiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.“

Derweil laufen aktuell die Wahlen für die Beisitzer im Bundesvorstand.

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12.35 Uhr: Herber Dämpfer für Jens Spahn bei Wahl zum CDU-Stellvertreter

Das Ergebnis der Stellvertreter-Wahl ist da. Jens Spahn muss ein enttäuschendes Ergebnis einstecken - offenbar eine Rache aus dem Merz-Lager, denn Spahn unterstützte offen Laschet. Er kam nur auf 598 Stimmen, obwohl er aktuell laut Umfragen der beliebteste Politiker Deutschlands ist. Das reicht zwar, ist aber das schlechteste Ergebnis aller Bewerber. Ob ihm auch die Video-Aktion vor der Wahl der Vorsitzenden geschadet hat (siehe Update um 10.45 Uhr)?

Ergebnis der Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU:

  • Volker Bouffier: 806
  • Julia Klöckner: 787
  • Silvia Breher: 777
  • Thomas Strobl: 670
  • Jens Spahn: 598

+++ Kommentar zum CDU-Parteitag: Jetzt läuft alles auf DIESE „Koalition der Stunde“ hinaus +++

12.30 Uhr: Jetzt werden Laschets Stellvertreter gewählt

Nach der Wahl von Laschet geht es weiter. Die CDU-Delegieren bestimmen den weiteren Vorstand der Partei. Mit Spannung wird erwartet, mit welchen Ergebnis Jens Spahn bei der Wahl zum Stellvertreter gewählt werden wird. Neben Spahn bewerben sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundesagrarministerin Julia Klöckner, die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher und der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg, Thomas Strobl.

11.28 Uhr: Das Ergebnis ist da! Laschet ist neuer CDU-Vorsitzender

Jetzt steht fest, wer neuer CDU-Vorsitzender ist: Es ist Armin Laschet!

  • Friedrich Merz: 466 - 47,21 Prozent
  • Armin Laschet: 521 - 52,78 Prozent
  • Enthaltungen: 4

Abgegebene Stimmen: 991 (von 1001 Delegierten)

11.22 Uhr: Der zweite Wahlgang läuft

Hochspannung auf dem CDU-Parteitag. Nun läuft der zweite Wahlgang.

11.12 Uhr: Ergebnis des ersten Wahlgangs ist da – Laschet und Merz in der Stichwahl!

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs ist da! Es geht in die Stichwahl zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz.

  • Friedrich Merz: 385 - 38,92 Prozent
  • Armin Laschet: 380 - 38,42 Prozent
  • Norbert Röttgen: 224 - 22,64 Prozent
  • Enthaltungen: 3

Abgegebene Stimmen: 992 (von 1001 Delegierten).

10.50 Uhr: Gleich beginnt die Abstimmung auf dem CDU-Parteitag

Die Fragerunde ist bereits wieder beendet. Nun beginnt gleich die Wahl, vermutlich wird es zwei Wahlgänge geben.

10.45 Uhr: Plötzlich taucht Jens Spahn auf und wirbt peinlich für Armin Laschet

Merkwürdige Szene in der Fragerunde. Plötzlich schaltete die Parteitagsregie Jens Spahn hinzu, obwohl eigentlich nun Fragen gestellt werden sollten von den Delegierten an die drei Bewerber.

Spahn jedoch stellt gar keine Frage, sondern hält eine etwas unpassende Lobesrede auf Armin Laschet.

Laschet habe als NRW-Ministerpräsident „ein Viertel der Deutschen“ gut durch die Corona-Pandemie geführt. Er übernehme Verantwortung. Zusammen mit Laschet stehe Merz für die „notwendige Kontinuität nach Merkel, aber auch für neue Impulse für die Zwanziger Jahre“.

10.35 Uhr: Nach Bewerbungsreden gibt es nun eine Fragerunde

Nach den drei Bewerbungsreden haben die Delegierten nun die Möglichkeit, den drei Bewerbern digital Fragen zu stellen.

10.32 Uhr: Norbert Röttgen will CDU als „Partei der Zukunftskompetenz“

Norbert Röttgen hält als Dritter seine Bewerbungsrede. Er will, dass die CDU die Partei der Zukunftskompetenz werde. In der CDU müssten die Zukunftsfragen diskutiert werden.

Er wolle Anknüpfen an die starke Regierungszeit von Angela Merkel. Aber auch die CDU habe Veränderungsbedarf. Man bleibe Volkspartei nur dann, wenn man sich verändere. „Wir müssen weiblicher werden, wir müssen jünger werden, wir müssen so digital werden, wie wir es auf diesem tollen Parteitag sind.“

Die CDU werde als Volkspartei gebraucht, auch für die demokratische Stabilität Deutschlands. Deswegen müsse man Angebote machen und sich neuen Fragen und Milieus öfnen. Nur dann werde man auch zukünftig gesellschaftliche Mehrheiten gewinnen. Eine klare Absage verpasste er der AfD, aber auch den „Populisten der Linkspartei“.

Er selbst gehöre zu keinem innerparteilichen Flügel: „Ich bin kein Lager!“ Er wolle integrieren und die gesamte Partei repräsentieren, versprach Röttgen.

10.18 Uhr: Friedrich Merz hält Mutmacher-Rede: „Die Welt geht morgen nicht unter!“

Friedrich Merz sprach von einer „Gesellschaft im Ausnahmezustand“ in der Corona-Krise. Darauf könne man mit Angst reagieren oder mit Mut und Zuversicht. Als Beispiel nannte er den Impfstoff, der in Deutschland entwickelt wurde. Auch beim Klimawandel gelte es, nicht Angst und Verzagtheit zu zeigen, sondern Mut und Zuversicht. „Die Welt geht morgen nicht unter. Wir können dieses Problem lösen“ - und zwar mit Technologie, mit Freiheit und Marktwirtschaft.

Die CDU sei die einzige Partei, die nicht Gruppen gegeneinander ausspiele. Auch die sozial Schwachen würden in der CDU immer „ein Herz und Zuwendung" finden. Er habe außerdem kein veraltetes Frauenbild, wie mancher behaupten. „Wenn das so wäre, dann hätten mir meine Töchter schon längst die Gelbe Karte gezeigt“, erklärte Merz. Und seine Frau, eine Richterin, hätte ihn nie geheiratet.

Eine schwarz-Grüne Koalition würden besser gehen, wenn man selbst nicht besonders grün sei, sondern wenn man in eine solche Koalition eigene Standpunkte reinbringe. Eine Zusammenarbeit mit der AfD werde es mit ihm nicht geben. Thüringen werde sich nicht wiederholen, erklärte Merz und verpasste damit Annegret Kramp-Karrenbauer einen Seitenhieb.

9.58 Uhr: Armin Laschet hält energische Anti-Rechts-Rede bei seiner Bewerbung

Armin Laschet spannte in seiner Bewerbungsrede einen weiten Bogen von den USA bis zu seinem Vater, der als Bergmann „jeden Tag 1000 Meter unter der Erde" war. Sein Thema: Vertrauen. Das sei in den USA zerbrochen und das brauche es auch unter Tage. Auch in Deutschland sei es in Gefahr. Er erinnerte an die Ermordung von Walter Lübcke. „Dem bösen Wort ist die verbrecherische Tat gefolgt“, so Laschet und machte klar: „Wir lassen uns unser Land von Rechtsterroristen und von geistigen Brandstiftern nicht kaputt machen!“ Man müsse nicht polarisieren, man müsse integrieren.

Er plädierte für eine „Politik der Mitte“, es gehe um die Kontinuität des Erfolgs der Merkel-Jahre. Man werde allerdings „vieles anders und neu machen müssen nach der Pandemie“, aber markige Worte würden nicht reichen, um neues Vertrauen zu gewinnen.

Es brauche jetzt ein „Modernisierungs-Jahrzehnt“ in Deutschland, das es mit Rot-Rot-Grün nicht geben würde. Dafür stehe er mit Jens Spahn als Team.

„Ich bin vielleicht nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet. Darauf können sie sich verlassen“, sagt er zum Abschluss seiner Rede. Dann kommt er erneut auf seinen Vater zu sprechen und verlässt das Rednerpult. Er habe gesagt: „Sagt den Leuten, sie können dir vertrauen.“ Jetzt kam also doch noch Inszenierung! Eine starke Rede zum Auftakt von Armin Laschet.

9 Uhr: Könnte die Briefwahl das Ergebnis des CDU-Parteitags durcheinanderbringen?

Über Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen wird am Samstag digital abgestimmt. Um den neuen CDU-Parteivorsitzenden formal und rechtlich sauber zu bestimmen, muss der Wahlsieger im zweiten Schritt noch in einer Briefwahl bestätigt werden. Das Ergebnis der Briefwahl wird am kommenden Freitag in der CDU-Zentrale in Berlin verkündet.

Doch könnte die Briefwahl alles noch durcheinanderbringen? Nein! Die Kandidaten einigten sich vorab darauf, dass sie das Ergebnis der digitalen Wahl akzeptieren werden. Mit den Briefwahl-Zetteln wird daher nur der Wahlsieger bestätigt. Die Delegierten sollen „Ja“, „Nein“ oder „Enthaltung“ ankreuzen und den Zettel zur Post bringen. Eine Überraschung ist somit nicht zu erwarten, weil das Ergebnis der digitalen Vorabstimmung durch die Briefwahl zur „Schlussabstimmung“ gestellt wird.

Das gilt auch für die anderen Vorstands- und Präsidiumswahlen der CDU am Samstag.

8.50 Uhr: Tag der Entscheidung auf dem CDU-Parteitag

Guten Morgen zum Live-Ticker am Samstag! Ab 9.30 Uhr wird der CDU-Parteitag fortgesetzt. Mit Spannung wird der Vormittag erwartet. Es steht die Wahl um den Parteivorsitz an. Alles ist möglich, einen haushohen Favoriten gibt es nicht.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich am Freitag für Friedrich Merz ausgesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ dagegen durchblicken, dass sie sich eine Team-Lösung wünsche, wohl eine Andeutung in Richtung des Duos Laschet-Spahn.

Der genaue Ablauf der Wahl, der Zeitplan am Samstag und wieso es noch eine Briefwahl gibt: Alle Infos findest du hier!

Freitag, 15. Januar

22.30 Uhr: Desaster droht, wenn Merz, Laschet oder Röttgen Kanzlerkandidat werden – egal, wie der CDU-Parteitag abstimmt

Brisante Umfrage zum CDU-Parteitag! Das ZDF-Politbarometer befragte 1.262 zufällig ausgewählten Wahlberechtigte in einer repräsentativen Umfrage, wer Kanzler kann. Das Ergebnis ist verheerend für Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen.

Als Kanzler geeignet sehen jeweils nur 29 Prozent der Befragten Norbert Röttgen und Friedrich Merz an. Armin Laschet kommt gar nur auf 28 Prozent, obwohl er Ministerpräsident des größten Bundeslandes NRW ist! Noch heftiger für die CDU: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sehen 45 Prozent der Befragten als Kanzler-tauglich an! Ein haushoher Vorsprung vor den drei Christdemokraten also.

Ein bisschen besser würde es aussehen, wenn die Union Jens Spahn gegen Scholz antreten lässt. Den Gesundheitsminister sehen 32 Prozent der Befragten als geeignet an. Viel bessere Karten hätte allerdings Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er kommt auf 54 Prozent und würde damit auch Scholz klar abhängen.

21.15 Uhr: CDU-Parteitag für Freitag beendet

Nach einem Grußwort von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Wahlen für einige Partei-Gremien sowie der Verleihung eines Preises für Basis-Initiativen, beendete CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak fast planmäßig den ersten Tag des CDU-Parteitags kurz nach 21 Uhr.

+++ Angela Merkel: Eiskaltes Verhalten auf CDU-Parteitag – DAMIT hat niemand gerechnet +++

Morgen wird es spannend! Am Vormittag steht die Wahl eines neuen Vorsitzenden auf dem Programm.

20.30 Uhr: Markus Söder lobt Angela Merkel überschwänglich in seinem Grußwort auf CDU-Parteitag

Eine Wahlempfehlung für Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen gab es von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht. Er kenne alle drei Kandidaten persönlich und könne mit allen gut zusammenarbeiten, gab er sich diplomatisch.

Dann machte er klar, dass nun nicht der Zeitpunkt sei, um über einen Kanzlerkandidaten zu bestimmen. Zunächst müsse die Bewährungsprobe Corona überstanden werden. Damit war Söder auch wieder bei seinem Lieblingsthema und er lobte Angela Merkels Arbeit in der Krise überschwänglich. Die Kanzlerin sei „diejenige, die die Fäden zusammenbringt“ und „Mut macht“.

19.50 Uhr: Angela Merkel hält ausgerechnet HIER ihre Rede – eiskalte Missachtung für AKK

Nun wurde Angela Merkel live zum CDU-Parteitag zugeschaltet – ausgerechnet aus dem Kanzleramt mit dem Bundesadler im Hintergrund hält die ehemalige CDU-Vorsitzende eine CDU-Rede.

Im Netz sorgt für Unmut, dass sie zu den Erfolgen ihrer Regierungszeit Projekte aufzählt, die von der SPD gegen den Widerstand aus der Union erkämpft wurden: Das Elterngeld, der Mindestlohn und der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Indirekt warb sie für Armin Laschet als neuer Parteivorsitzender. Sie erklärte, dass sie sich wünsche, „dass ein Team gewählt wird“. Wohl eine indirekte Anspielung auf das Team Laschet und Spahn. Bodo Löttgen, Fraktionsvorsitzender der CDU in NRW, bedankt sich über Twitter für „diese eindeutige Wahlempfehlung“.

Zu der scheidenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sagte sie kein einziges Wort des Lobes oder Dankes. Vielmehr sprach sie über ihre eigene Regierungszeit. Ist die Enttäuschung über das Scheitern AKKs als Parteivorsitzende so groß bei der Kanzlerin, dass ihre Nachfolgerin ihr keinen Satz wert ist?

Im Netz spekulieren die Parteitags-Zuschauer, was der Hintergrund für diese Missachtung sein könnte:

  • „AKK ist für Merkel Geschichte, jetzt kommt ihr 2. Versuch Ziel Laschet...“
  • „Als Physikerin hat sie sie möglicherweise einfach aus der Gleichung genommen.“
  • „Vielleicht ist sie wütend, dass Merz jetzt eine zweite Chance bekommt.“

19.10 Uhr: Annegret Kramp-Karrenbauer mit emotionalen Worten – „Es schmerzt auch heute noch“

Mit einer emotionalen Rede blickte die Noch-Vorsitzende Anngeret Kramp-Karrenbauer auf die vergangenen Jahre als CDU-Vorsitzende zurück. Sie erinnerte an die Krise zwischen der CDU und CSU im Jahr 2018. Im Streit um die Asyl- und Migrationspolitik habe man „in den Abgrund geschaut“. Es habe einen „tiefen Riss zwischen CDU und CSU“ gegeben. Dies dürfe sich nie mehr wiederholen.

Im Februar vergangenen Jahres „nach den Ereignissen in Thüringen“ habe sie die Entscheidung getroffen, nicht als Kanzlerkandidatin zu kandidieren. Als FDP-Mann Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD und CDU zum Ministerpräsident in Thüringen gewählt wurde, sei es nie nur um eine regionale Frage gegangen. „Es ging um die Seele unserer Partei“. Die Partei habe sich „in einer existenziell schwierigen Situation“ befunden.

Sie hätte damals „nicht mehr genügend Autorität und Unterstützung“ gehabt, um die CDU unbeschadet durch diese schwierige Phase zu bringen. Darum habe sie sich für ihren Rückzug vom Parteivorsitz und zum Verzicht auf die Kanzlerkandidatur entschieden. „Dieser Schritt war schwer“, räumt sie ein. Sie wisse, dass sie viele enttäuscht habe, die sich mehr von ihr erhofft haben. Es schmerze sie noch heute, dass sie den Erwartungen nicht gerecht werden konnte.

18 Uhr: CDU-Parteitag beginnt mit christlicher Andacht – „Habe ich falschen Knopf gedrückt und bin bei Bibel TV?“

Ungewöhnlicher Auftakt für den digitalen CDU-Parteitag. Es geht los mit dem christlichen Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ und einer Andacht der evangelischen Regionalbischöfin von Hannover, Dr. Petra Bahr, über Barmherzigkeit, Trost und Hoffnung. Danach folgt Erzbischof Dr. Heiner Koch aus Berlin mit nachdenklichen Worten. Er dankt der Partei dafür, dass der Lebensschutz im Mittelpunkt der CDU-Politik steht.

Einige zeigen sich verwundert über diesen christlichen Auftakt. „Hä, habe ich den falschen Knopf auf der Fernbedienung gedrückt und bin bei Bibel TV?“, fragt ein Twitter-User. „Gleich folgt noch das Krippenspiel. Gerüchten zufolge wird Peter Altmaier Jesus spielen“, spottet ein anderer. Viele CDU-Anhänger freuen sich aber über diesen Beginn des Parteitages. „Das ist eine christliche Partei wie ich sie mir wünsche“, schreibt ein Parteianhänger.

17.30 Uhr: Kippen-Orakel vor CDU-Parteitag – so stehen die Chancen von Friedrich Merz

Ein äußerst sonderbares Fundstück war in diesen Tagen im sauerländischen Meschede zu bewundern: Ein Kippenorakel! In der Heimatregion von Bewerber Friedrich Merz konnten die Raucher mit ihren Kippen abstimmen, ob der 65-Jährige tatsächlich neuer CDU-Chef wird.

Wer mit Ja abstimmte, warf seine Zigarette in das linke Feld, wer das nicht glaubte, warf sie in das rechte Feld. Einigkeit herrschte im Hochsauerlandkreis jedoch nicht. Wie dieses Instagram-Foto zeigte, gab es keine klare Vorhersage.

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Der digitale CDU-Parteitag im Schnellüberblick:

  • Am 15. und 16. Januar findet der 33. Parteitag der CDU-Deutschlands statt, der erste in der „digital edition“
  • Kandidaten für den Parteivorsitz: Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen
  • Jeder Kandidat erhält 15 Minuten Redezeit, um die Delegierten zu überzeugen
  • 1001 CDU-Delegierte wählen über ein extra entwickeltes Parteitagsportal ihren Favoriten
  • Der Sieger benötigt eine absolute Mehrheit (502 Stimmen). Erreicht keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang diese Mehrheit, kommt es zur Stichwahl
  • Im Anschluss an die digitale Wahl findet noch eine Briefwahl statt, welche den digitalen Sieger bestätigen soll. Das Ergebnis wird am 22. Januar verkündet

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13.17 Uhr: So ist der Rede-Plan für den CDU-Parteitag

Die erste Digital-Parteitag der CDU startet am Freitagabend mit einer Rede Kramp-Karrenbauers und einem Grußwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf bisherigen Parteitagen sortierte sich die Rednerliste der Kandidaten um ein Amt nach dem Alphabet. Diesmal wäre die Reihenfolge folglich:

1. Armin Laschet

2. Friedrich Merz

3. Norbert Röttgen

Für Merz kein gutes Omen: Schon 2018 war er bei seiner Kandidatur gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn als Zweiter an der Reihe. Wie die Wahl für ihn ausging ist bekannt. Als ein Grund für die Niederlage damals wurde auch Merz schwache Rede auf dem Parteitag genannt.

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Weitere Meldungen zum Rennen um den CDU-Vorsitz und CDU-Parteitag:

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12.39 Uhr: CDU-Ministerpräsident will Laschet unterstützen - und ruft zu Solidarität auf

Vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden hat Parteivize Volker Bouffier seine Partei aufgerufen, sich unabhängig vom Ausgang der Entscheidung geschlossen hinter den Wahlsieger zu stellen. Wer Vorsitzender werde, habe den Anspruch auf die „gesamte Solidarität der Partei“, sagte Bouffier am Freitag vor Journalisten in Berlin. Er bekräftigte zugleich seine Unterstützung für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der mit dem früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz und dem Außenpolitiker Norbert Röttgen um das Amt konkurriert.

Es sei am Ende eine Abwägung, bei er das Team aus Laschet und Jens Spahn für die „vorzugswürdigste Lösung“ halte, sagte Bouffier

10.15 Uhr: Bittere Schlappe vor CDU-Parteitag für Merz, Röttgen und Laschet: Kann keiner Kanzler?

Bitter: Ausgerechnet am Auftakttag des digitalen CDU-Parteitags wirde diese Umfrage des ZDF-Politbarometers veröffentlicht.

Die Frage: "Als Kanzler/-in wäre geeignet ..." Insgesamt hatten die Befragten die Wahl zwischen acht Politikern. Der einzige, der dabei für die Mehrheit als geeigneter Kanzler in Frage kommt, ist CSU-Chef Markus Söder. Bitter: Friedrich Merz empfinden wie Norbert Röttgen nur 29 Prozent als geeigneten Kanzler, Armin Laschet sogar nur 28 Prozent. Kann also keiner der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz Kanzler?

Bei der Beurteilung von Sympathie und Leistung liegt Angela Merkel (Ranking von 2,7 bei einer Bewertung anhand einer Skala von +5 bis -5) weiter deutlich auf Platz eins, danach folgen Jens Spahn und Markus Söder. Bei den zehn bewerteten Politikern liegt ausgerechnet Merz mit einer Wertung von 0,1 auf dem letzten Platz. Nur wenig vor ihm rangiert Armin Laschet (0,7). Auch innerhalb der CDU können beide nicht wirklich Punkten.

Merz erhält von den Anhängern der CDU/CSU magere 1,4 und Laschet nur 1,3. Zum Vergleich: Merkel: 4,0 und Söder 3,1. Bei der Frage, wem man am ehesten zutraut, die CDU erfolgreich in die Zukunft zu führen, liegen Merz (28 Prozent), Laschet (28 Prozent) und Röttgen (24 Prozent) bei allen Befragten praktisch gleichauf. Bei den CDU/CSU-Anhängern wird Merz (37 Prozent) etwas mehr zugetraut als Laschet (25 Prozent) oder Röttgen (26 Prozent). Norbert Röttgen wird derzeit nicht zu den zehn wichtigsten Politikern gezählt und taucht entsprechend im Ranking nicht auf.

Vor allem Laschet und Merz gelten als Machtmenschen. Mit ihnen an der Spitze könnte es zum Streit um den Posten des Bundeskanzler-Kandidats mit der CSU kommen. Röttgen hatte zwar angekündigt, sich im Falle seiner Wahl auch vorstellen könnte, Markus Söder beim Rennen um das Kanzleramt den Vortritt zu lassen, ruderte allerdings nun in „Guten Morgen Deutschland“ von RTL etwas zurück. Es sei das Selbstverständnis der Partei, dass der Vorsitzende auch das Amt des Kanzlerkandidaten übernehme.

6:30 Uhr: SPD-Klingbeil: Keiner der CDU-Kandidaten wird die Lücke von Merkel füllen

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht in keinem der Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz einen adäquaten Ersatz für die scheidende Kanzlerin und ehemalige Parteichefin Angela Merkel. „Ehrlich gesagt, hinterlässt Angela Merkel eine große Lücke in dieser Partei und auch an der Spitze des Landes und ich traue keinem der drei CDU-Kandidaten zu, dass er diese Lücke füllt“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.

„Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz haben alle ihre Schwächen und sicher auch ihre Stärken“, sagte Klingbeil watson. Auf die Frage, welche Stärken er konkret meine, sagte er: „Die suche ich aktuell noch“.

6:15 Uhr: Das ist der Fahrplan für den CDU-Parteitag heute

Nach knapp einjähriger Hängepartie startet heute um 18.00 Uhr der digitale CDU-Parteitag zur Wahl eines neuen Vorsitzenden. Unter anderem sind Reden der scheidenden Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sowie digitale Grußworte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Markus Söder und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geplant.

Der neue Parteichef soll am Samstagvormittag gewählt werden.

Donnerstag, 14. Januar

17.30 Uhr: Prognose vor CDU-Parteitag -– So viele Delegierten könnten für Merz, Laschet und Röttgen stimmen

Laut einem Bericht der „Bild-Zeitung“ rechnet das Lager von Friedrich Merz beim ersten Wahlgang mit 410 sicheren Delegierten-Stimmen. Laut „Bild“ soll Merz in den CDU-Landesverbänden sichere 360 Stimmen der 1.001 Delegierten haben.

Dagegen könnte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit lediglich 310 Stimmen rechnen, Norbert Röttgen mit 180. Die große Unbekannte: Rund 100 Delegierte sind wohl noch unentschlossen. Da kein Kandidat nach dieser Berechnung im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erreicht, wäre ein zweiter Wahlgang notwendig.

In dem zweiten Wahlgang würde dann, sofern diese Prognose der Delegiertenstimmen zutrifft, Friedrich Merz gegen Armin Laschet antreten. Entscheidend wäre hier, für welchen Kandidaten das Röttgen-Lager stimmen würde. Der Drittplatzierte scheidet vor dem zweiten Wahlgang aus.

Was in dieser Prognose außen vor bleibt: Auch die Bewerbungsreden auf dem CDU-Parteitag könnten den ein oder anderen Delegierten noch spontan umstimmen. Als Erklärung für Merz` überraschende Niederlage auf dem CDU-Parteitag 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer wird seine mäßige Rede vor den Delegierten genannt. Wird er also am Samstag überzeugender auftreten?

17.15 Uhr: Hier siehst du den CDU-Parteitag live im TV und im Stream

Gleich mehrere Sender übertragen den ersten digitalen Parteitag der CDU im TV oder im Stream. Hier findest du eine Übersicht:

  • Phoenix: Der öffentlich-rechtliche Sender begleitet mit einer Spezialsendung den Parteitag. Los geht es hier ab 18:30 Uhr. Phoenix überträgt das Partei-Treffen live. Am 16. Januar sendet Phoenix von 9:30 Uhr bis 15 Uhr.
  • ntv: Auch bei ntv gibt es eine Sondersendung. Am 15. Januar ist der Sender ab 18 Uhr in einem „News Spezial“ live beim Parteitag
  • Stream: Neben den Streams von Phoenix (ARD-Mediathek) und ntv bietet auch die CDU selbst einen Live-Stream an. Ihn findest du unter www.cdu-parteitag.de

14.30 Uhr: Rückenwind vor CDU-Parteitag für Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der im Duo mit Gesundheitsminister Jens Spahn antritt, darf sich kurz vor dem Start des digitalen Parteitags über Rückenwind freuen. CDU-Fraktionsvorsitzende aus mehreren Bundesländern haben offen ihre Unterstützung für Laschet verkündet, darunter Dirk Topffer (Niedersachsen), Jan Redmann (Brandenburg) oder Mario Voigt (Thüringen).

Laschet gilt als Favorit des CDU-Establishment, die sich eine Fortsetzung des von Angela Merkel eingeschlagenen Kurses wünschen.

12.00 Uhr: Friedrich Merz spricht bei Markus Lanz bereits über mögliche Koalitionen

Der Parteitag hat noch nicht einmal gestartet, doch Friedrich Merz ist sich seiner Sache offenbar bereits gewiss. Bei „Markus Lanz“ sprach er am Mittwochabend bereits über mögliche Koalitionspartner für die Regierungsperiode nach der Bundestagswahl im September 2021. Mehr dazu hier. (dav, mag, mit dpa)