Madrid: Explosion im Zentrum – mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte ++ Video zeigt Ausmaß der Zerstörung

In Madrid ist es zu einer heftigen Explosion in einem Wohnhaus gekommen.
In Madrid ist es zu einer heftigen Explosion in einem Wohnhaus gekommen.
Foto: dpa

Im Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid hat es am Mittwoch eine Explosion in einem Wohngebiet gegeben. Dabei sind mindestens drei Menschen getötet worden, wie der Bürgermeister José Luiz Martínez Almeida mitteilte.

Wie die spanische Tageszeitung „El País“ am Donnerstag schreibt, ist die Zahl der Toten mittlerweile auf vier gestiegen. Elf Personen sind demnach verletzt worden.

Man habe bereits die Leichen einer 85 Jahre alten Frau und zweier noch nicht identifizierter Männer geborgen, berichteten der spanische Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf Sprecher des Innenministeriums und der Feuerwehr Madrid.

Gasleck sorgte für tödliche Explosion in Madrid

Nach bisherigen Erkenntnissen seien außerdem zehn Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer, hieß es. Ein weiterer Mensch werde noch vermisst. Die Ursache für die Explosion soll ein Gasleck gewesen sein, wie der Bürgermeister sagte. „Alles deutet darauf hin“, sagte Bürgermeister Martínez Almeida.

Das Unglück sei am Mittwoch gegen 15 Uhr aufgrund eines Gaslecks geschehen, bestätigte der Vertreter des spanischen Innenministeriums in der Region Madrid, José Manuel Franco, vor Journalisten. Zu dem Zeitpunkt seien am Heizkessel des Unglücksgebäudes Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Der Mann, der diese Arbeiten durchführte, werde noch vermisst.

Trümmerteile auf der Straße verteilt

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters berichten ebenfalls zwei Augenzeugen von der Explosion. Die spanische Ausgabe der HuffPost postete außerdem ein Video der Explosion auf Twitter.

Auf Bildern von TVE und Rettungskräften waren Trümmerteile auf der Straße vor dem Gebäude zu sehen. Neun Einheiten der Feuerwehr und elf Krankenwagen seien zu dem Gebäude in der Calle Toledo geschickt worden, teilten die Rettungskräfte von Madrid im Onlinedienst Twitter mit.

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Nachbargebäude evakuiert

Wie TV-Bilder zeigten, stürzte die Fassade des sechsstöckigen Gebäudes mit der Hausnummer 98 der Straße Calle de Toledo - etwa 700 Meter südlich der Plaza Mayor - nahezu völlig ein. Es handele sich um ein Residenz- und Bürogebäude für Priester, hieß es.

Ein Hubschrauber der Polizei überflog immer wieder die Unglücksstelle. Diese blieb wegen Einsturzgefahr weiträumig abgeriegelt.

„Es war eine schreckliche Explosion, Trümmerteile flogen durch die Luft“, erzählte eine sichtlich mitgenommene Nachbarin im Fernsehen. Nicht nur die unmittelbaren Nachbarn des Unglücksgebäudes wurden von der Explosion in Mitleidenschaft gezogen. „Bei uns ist der Strom ausgefallen, und noch nicht zurück“, erzählte der Journalist Fernando Cano, der etwa eineinhalb Kilometer entfernt wohnt, der Deutschen Presse-Agentur. „Meine beiden Kinder haben sich sehr erschrocken, die Explosion war auch hier sehr laut.“

Die Nachbargebäude sind evakuiert worden, darunter auch ein Seniorenheim.

Jahrhundertschnee verhinderte in Madrid noch viele schlimmere Katastrophe

Der Jahrhundertschnee, der Madrid zuletzt erreicht hatte, verhinderte anscheinend am Mittwoch womöglich eine noch viel größere Tragödie. Genau neben dem Unglücksgebäude liegt der Pausenhof einer Grundschule. Nach der Explosion war er voller Trümmerteile.

„Hunderte Kinder, darunter meine zwei, wären genau zu dem Zeitpunkt dort in der Spielpause gewesen, wäre nicht der viele Schnee gewesen“, erzählte eine Mutter. In der Schule sei nur ein Kind leicht verletzt worden, das von Splittern eines zerbrochenen Fensters getroffen worden sei. (red mit dpa)