AfD-Gründer verlässt Partei: „Entspricht nicht mehr dem, was ich 2013 gegründet habe“

AfD: Ein weiteres Gründungsmitglied verlässt die Alternative für Deutschland. (Symbolbild)
AfD: Ein weiteres Gründungsmitglied verlässt die Alternative für Deutschland. (Symbolbild)
Foto: imago images / U. J. Alexander

Die AfD ist derzeit wohl die umstrittenste Partei in Deutschland.

Doch war der aktuelle Kurs der AfD schon bei deren Gründung so geplant? Ein Blick auf die ersten Mitglieder verrät, dass die Gründer sich anscheinend nicht mehr mit dem aktuellen Kurs identifizieren können.

AfD: Viele Gründungsmitglieder haben die Partei verlassen

Im Jahr 2013 wurde die AfD von 18 Männern gegründet. Mit Jörg Bohne tritt nun ein weiteres Gründungsmitglied der Partei aus – somit verbleiben nur noch drei Gründungsmitglieder. Bohne war neben der Gründung der Bundespartei auch an der Gründung des Landesverbands in Sachsen-Anhalt beteiligt, berichtet die „Zeit“.

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Das ist die AfD:

  • AfD steht für „Alternative für Deutschland“
  • Parteivorsitzende sind Jörg Meuthen und Tino Chrupalla
  • Gründung am 6. Februar 2013 in Berlin als zunächst rechtsliberale und EU-skeptische Partei
  • 2015 erste Spaltung eines wirtschaftsliberalen Flügels unter Parteigründer Bernd Lucke – Partei rückt dadurch deutlich nach rechts
  • Mehrere Landesverbände der Jugendorganisation werden vom Verfassungsschutz beobachtet

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Gegründet wurde die Alternative für Deutschland im Jahr 2013 in einem Gemeindesaal im hessischen Oberursel. Jörg Bohne war damals mit von der Partie und einer von zwei ostdeutschen Vertretern. Nun ist seine Zeit bei der AfD vorbei.

AfD: Jörg Bohne äußert harte Kritik an der Alternative für Deutschland

Am Montag teilte er der Bundesgeschäftsstelle der AfD mit, dass er aus der Partei austreten werde. „Sowohl inhaltlich als auch durch die handelnden Personen entspricht die AfD nicht mehr dem, was ich am 6. Februar 2013 mit gegründet habe“, sagt Bohne gegenüber der „Zeit“.

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Die Alternative sei heute keine „erquickliche“ Partei mehr. „Ich kann nicht erkennen, was die AfD bisher geleistet hat – außer Skandale“, so Bohne weiter.

AfD: Gründungsmitglied kehrt der Partei den Rücken

Es ist nicht das erste Mal, dass Jörg Bohne die „Alternative für Deutschland“ verlässt. Er war bereits aus der Partei ausgetreten und 2019 wieder eingetreten. Der aktuelle Zustand der AfD sei für ihn „aller Sorge wert“.

Die AfD hat sich bisher nicht zu dem Austritt von Jörg Bohne geäußert. Bereits vor seinem Austritt haben bereits weitere prominente Gründungsmitglieder der Partei den Rücken gekehrt. Zu ihnen gehören Bernd Lucke, der ehemalige FAZ-Journalist Konrad Adam, der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Hans-Olaf Henkel oder der Ökonom Joachim Starbatty. (gb)