Sparkasse: Kunden können Kredite nicht zurückzahlen – Geldinstitut reagiert ausgerechnet SO: „Wird von Tag zu Tag dramatischer“

Etliche Kunden der Sparkasse können wegen Corona ihre Kredite nicht zurückzahlen.
Etliche Kunden der Sparkasse können wegen Corona ihre Kredite nicht zurückzahlen.
Foto: IMAGO / Fotostand / Patrick Scheiber (Montage: DER WESTEN)

Wegen der Corona-Pandemie haben Kunden der Sparkasse große Probleme, ihre Kredite zurückzuzahlen. Viele fragen nach einer Stundung. Die Sparkasse reagiert überraschend.

Seit Beginn der Krise haben rund 60.000 Privat- und Firmenkunden Schwierigkeiten ihre Tilgungsraten bei der Sparkasse im Südwesten zu zahlen.

Die Sparkasse bot an, die Summen zu stunden – teils zwischen drei bis zu neun Monaten, teilte baden-württembergische Sparkassenverband mit. Insgesamt wurden so 1,4 Milliarden Euro gestundet.

„Das ist ein Spitzenwert, den wir in den letzten Jahrzehnten so nie hatten“, sagte Verbandspräsident Peter Schneider. Es komme zwar immer wieder vor, dass einzelne Menschen oder Firmen bei Kreditrückzahlungen in Schwierigkeiten gerieten – aber niemals in einer solchen Masse innerhalb eines Jahres.

Sparkasse: „Wird von Tag zu Tag dramatischer“

Der Sparkasse sind dadurch aber keine Probleme entstanden, da es sich nur um kleine Zahl aller Kreditverträge handelte. Insgesamt hatten die Sparkassen in Baden-Württemberg im Jahr 2020 rund 1,3 Millionen Kredite mit einem Volumen von über 143 Milliarden Euro vergeben – 6,8 Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor.

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Das ist die Sparkasse:

  • Sparkassen-Finanzgruppe organisiert durch den Dachverband DSGV e.V. (Deutscher Sparkassen- und Giroverband): Verbund von Sparkassen, öffentlichen Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistern
  • Rund 385 Sparkassen
  • Mehr als 300.000 Mitarbeiter
  • 8.971 Zweigstellen und 380 Institute (2019)

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Eher zu schaffen macht der Sparkasse die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Eine wichtige Einnahmequelle war der Zinsüberschuss, der nun zurückging. So versuchen immer mehr Banken sich durch Strafzinsen Luft zu verschaffen.

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Unterm Strich verdienten die Südwest-Sparkassen im vergangenen Jahr noch rund 854 Millionen Euro, 150 Millionen weniger als 2019.

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Schneider betonte, trotz aller Probleme habe die Corona-Krise noch „keinen dramatischen Einbruch“ für die Sparkasse gebracht. Man erwarte für das laufende Jahr aber, dass noch mehr Kunden in Zahlungsschwierigkeiten kommen dürften.

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„Die Lage einiger Geschäftskunden, die in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil fast ein halbes Jahr schließen mussten oder nicht tätig werden konnten, wird von Tag zu Tag dramatischer“, sagte der Verbandpräsident der Sparkasse. (ldi/dpa)