Lidl-Kunde entdeckt Schild und ist stinksauer: „Übernehmt endlich Verantwortung“

Ein Lidl-Kunde wird wütend, als er ein Schild im Kassenbereich sieht. (Symbolfoto)
Ein Lidl-Kunde wird wütend, als er ein Schild im Kassenbereich sieht. (Symbolfoto)
Foto: picture alliance / empics

Seit dem Lockdown im November wird für viele Menschen das Lebensmitteleinkaufen zum Shoppingerlebnis – während dem dem ein oder anderen Kunden auch schon mal die kleinen aber feinen Unterschiede zwischen den Supermärkten von Lidl, Aldi und Co. auffallen.

Was viele Kunden begrüßen: Wenn die Person, die hinter einer Plexiglasscheibe an der Kasse sitzt, noch zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz trägt – doch bei Lidl ist das anscheinend nicht immer der Fall.

Lidl: Kunde regt sich über Schild auf

Laut Verordnung besteht fast im ganzen geschlossenen öffentlichen Bereich die Pflicht zum Tragen einer Maske. Das gilt allerdings nicht für Kassierer: „Von der Pflicht, Mund und Nase zu bedecken ausgenommen, sind Menschen, die zum Beispiel als Kassiererin durch eine Abtrennung aus Plexiglas oder Glas geschützt sind.“

Trotz der Befreiung sieht man in den meisten Supermärkten die Kassierer mit dem Tragen einer Maske. Einem Kunden bei Lidl fiel nun ein Detail auf, das ihn auf die Palme brachte. Auf Twitter teilt er ein Foto von einem Lidl-Schild, das besagt: „Hinter dieser Kassenumhausung ist nach der aktuell geltenden Gesetzgebung keine Mund-Nasen-Bedeckung für unsere Mitarbeiter erforderlich.“

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Das ist Lidl:

  • Die ersten Lidl-Filialen wurden in den 70ern in Ludwigshafen eröffnet
  • Im Jahr 1999 führt Lidl als erster Discounter Scannerkassen ein
  • Lidl hat in fast allen Ländern Europas Filialen
  • Sogar in den USA gibt es rund 100 Filialen
  • Weltweit sind rund 160.000 Mitarbeiter, in Deutschland etwa 83.000 für Lidl tätig (Stand 2018)

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Der Discounter nutzt also anscheinend die gesetzliche Regelung zur Erleichterung seiner Mitarbeiter.

Der Kunde ist mit dieser Entscheidung aber nicht einverstanden, schreibt unter dem Bild: „Ist euch das nicht langsam peinlich? Die aktuelle Gesetzgebung erlaubt es mir auch bar zu zahlen und die Münzen vorher an zu lecken. Trotzdem mache ich es aus Rücksicht auf euer Personal nicht. Übernehmt doch endlich mal Verantwortung!“

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Lidl-Mitarbeiter müssen hinter Plexiglaswand keine Maske tragen

Ob das Anlecken von Münzen mit dem Nichtragen einer Maske hinter einem Plexiglasschutz gleichwertig auf eine Ebene zu stellen ist, ist wohl ziemlich fraglich. Aber zumindest stimmen dem Mann einige Leute teilweise zu und vergleichen die aktuelle Situation mit Lidls Konkurrenten.

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Eine Frau lobt beispielsweise ihren Stamm-Aldi: „Kassiererin setzt sich hinter die Kasse lässt Mund-Nasen-Schutz auf. Ihr Kommentar: 'Ich schütz mich und Sie, mir tut der Mund-Nasen-Schutz nicht weh.'“

Lidl-Kommentar von Kundin.

Auch eine andere Kundin stimmt darauf ein: „Ich beobachte dieses Verhalten mittlerweile nur noch unter den Lidl-Mitarbeiter:innen. Alle anderen haben es inzwischen begriffen. Was erzählt Ihr euren Leuten? Ist das noch fahrlässig oder schon mutwillig?“

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Harte Worte, allerdings hält sich der Discounter ja an Recht und Ordnung. Die einzige Pflicht, die Lidl in diesem Kontext als Arbeitgeber hat, ist zu überprüfen, ob die Mitarbeiter rechtskonform hinter der Plexiglaswand beim Kassieren sitzen.

Das bestätigt auch die Unternehmenskommunikation von Lidl: „Nach den behördlichen Vorgaben sind unsere Mitarbeiter verpflichtet, so genannte OP-Masken (keine FFP2-Masken) zu tragen, die sie kostenlos von Lidl zur Verfügung gestellt bekommen“, erklärt Pressesprecher Mario Köhler gegenüber DERWESTEN.

„Ausgenommen von dieser Regelung sind Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen durch ein ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreit sind. Darüber hinaus besteht für unsere Filialkollegen hinter dem 360-Grad-Plexiglasschutz ebenfalls keine Maskenpflicht. Auch hierbei halten wir uns an die behördlichen Vorgaben“, so Köhler weiter.

(pag)