CDU-Politiker toben wegen neuer Linken-Chefin – Schuld ist DIESER Satz

Politiker der CDU sind nach dem Satz einer Linken-Politikerin entsetzt. Andere Parteien wiegeln jedoch bereits ab.
Politiker der CDU sind nach dem Satz einer Linken-Politikerin entsetzt. Andere Parteien wiegeln jedoch bereits ab.
Foto: IMAGO / sepp spiegl; IMAGO / Christian Ditsch; Monage: DER WESTEN

Am vergangenen Wochenende tat sich bei der Linken einiges: Nach fast neun Jahren gab es an der Spitze der Partei eine Wachablösung. Katja Kipping und Bernd Riexinger übergaben die Parteiführung an ihre Nachfolgerinnen Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler.

Doch schon kurz nach dem Parteitag war die Stimmung bei einigen CDU-Politikern am Kochen. Schuld daran ist ein Satz aus der Rede von Hennig-Wellsow. Die CDU-Politiker unterstellen der Linken-Chefin deswegen eine inhaltliche Ähnlichkeit zu einer Aussage von AfD-Chef Alexander Gauland. Politiker aus anderen Parteien winken jedoch bereits ab.

CDU-Politiker sauer wegen Linken-Rede

Sprung zurück ins Jahr 2017: Bei der Bundestagswahl konnte die rechtspopulistische AfD mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag einziehen. Ein starkes Ergebnis für die rechtaußen-Partei, die in aktuellen Umfragen auf keine zehn Prozentpunkte kommt. Nach der Wahl hatte sich Alexander Gauland vor die Kameras gestellt und großmundig angekündigt: „Wir werden sie jagen.“

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Das Entsetzen über die Wortwahl des AfD-Chefs war groß. Eine ähnliche Welle der Empörung versuchen nun auch mehrere CDU-Politiker nach der Rede der neuen Linken-Vorsitzenden loszutreten. Was war passiert?

Auf dem digitalen Parteitag sprach Hennig-Wellsow davon, sie werbe dafür, „dass wir die CDU, CSU aus der Bundesrepublik“ – dann korrigiert sie sich auf „aus der Bundesregierung“ – „vertreiben“.

„Nur ein Versprecher oder mal wieder selbst nicht besser als die Rechtspopulisten?“, fragte der Vorsitzende der Jungen Union Tilman Kuban auf Twitter und postete einen kurzen Ausschnitt der Rede. Er ist nicht der einzige aus Reihen der CDU, der mit deutlichen Worten Stellung bezieht.

Konservative Politiker toben – Grüne weisen auf Versprecher hin

Jung-Politikerin Lilli Fischer aus Thüringen schreibt auf Twitter ebenfalls: „Wenn SPD und Grüne damit koalieren wollen, machen sie sich mit diesen Phantasien gemein, Menschen aus einem Land vertreiben zu wollen. Dann wissen wir ja Bescheid.“ CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak schrieb, die Linke sei sich mit der Wahl von Hennig-Wellsow und Janine Wissler treu geblieben: „Die eine bekennende Trotzkistin und für den Radikalumbau der Gesellschaft, die andere will CDU/CSU ‚vertreiben‘“.

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Vertreter anderer Parteien wollten die Gleichsetzung der Hennig-Wellsow-Rede mit den Entgleisungen Gaulands jedoch nicht so unkommentiert stehen lassen.

So schrieb Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, „einen sofort korrigierten Versprecher so extrem hochzujazzen“ als Partei, die mit der AfD einen Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt habe, „kann man machen, sagt aber viel über fehlendes Niveau und verlorenes Maß und Mitte“. Auch die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ricarda Lang, meinte, die Beiträge sagten „mehr über die Wahlkampfkommunikation der CDU aus als über die der Linken.“ (dav)