Friedrich Merz will in den Bundestag – durchkreuzt ausgerechnet ein Laschet-Vertrauter sein Vorhaben?

Friedrich Merz will für die CDU offenbar in den Bundestag. Dafür muss er sich jedoch im Sauerland dem nächsten Zweikampf stellen.
Friedrich Merz will für die CDU offenbar in den Bundestag. Dafür muss er sich jedoch im Sauerland dem nächsten Zweikampf stellen.
Foto: IMAGO / HOFER

Paukenschlag in der CDU: Friedrich Merz will zurück in den Bundestag. Bereits zwischen 1994 und 2009 hatte er dem Parlament angehört.

Am Montagabend wurde Friedrich Merz vom Arnsberger und Sunderner CDU-Stadtverband als Kandidaten für die Bundestagswahl für den Hochsauerlandkreis nominiert. Jetzt kommt es für Merz – nach seinen Niederlagen gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet – zur dritten Kampfkandidatur innerhalb kurzer Zeit. Zuerst hatte die „Westfalenpost“ über die Nominierung des 65-Jährigen berichtet.

Friedrich Merz: Nächste Kampfkandidatur steht an!

Friedrich Merz und Kampfkandidaturen – eigentlich könnte man fast meinen, dass der Sauerländer davon erst einmal die Nase voll hat. 2018 forderte er Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn im Rennen um den CDU-Vorsitz heraus und unterlag knapp. Im Januar 2021 folgte dann ein ähnliches Bild: Merz kam zwar gegen Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, in die Stichwahl, musste aber dort ebenfalls seine Koffer packen.

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Friedrich Merz:

  • geboren am 11. November 1955 in Brilon
  • deutscher Jurist, Lobbyist und Politiker
  • zwischen 1989 bis 1994 Europa-Politiker, anschließend bis 2009 Mitglied des Bundestags
  • 2018 die erfolglose Kandidatur für den CDU-Vorsitz gegen Annegret Kramp-Karrenbauer
  • 2021 folgte erneut seine Kandidatur, diesmal verlor er gegen Armin Laschet

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Nach seiner Niederlage 2018 hatte sich Merz aus der Politik schnell zurückgezogen, wie ihm Kritiker vorwarfen. Seit Mitte Januar war es erneut vergleichsweise still um den Sauerländer. Wieder wurden Stimmen laut, es gehe ihm nur um seine Kandidatur, nicht um die CDU als Partei. Dann am Montagabend der Paukenschlag: Friedrich Merz will zurück in den Bundestag.

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Dafür muss er jedoch an Patrick Sensburg vorbei. Wie die „Westfalenpost“ berichtete, hatte der bereits angekündigt, im Hochsauerlandkreis „auf jeden Fall“ erneut kandidieren zu wollen. Seit 2009 sitzt Sensburg im Bundestag für die CDU, war damals im Wahlkreis Nachfolger von Merz geworden.

Laschet-Mitarbeiter will Merz ebenfalls ausstechen

Noch im Januar, berichtet die „Westfalenpost“, habe Sensburg seine Kandidatur angekündigt und habe dafür von Merz die Zusage zur Unterstützung erhalten. Jetzt kommt alles anders. Doch Sensburg ist nicht der Einzige, der sich Merz in den Weg stellt.

Auch Bernd Schulte (35) hat seine Bewerbung um die Kandidatur für den Bundestag im Hochsauerlandkreis bekannt gegeben. Und das hat ein besonderes Geschmäckle.

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Denn Schulte ist seit 2019 Leiter des Büros des Chefs der Staatskanzlei in NRW – und gehört damit zum Kabinett von Armin Laschet. Eben jenem Konkurrenten, gegen den Merz noch im Januar das Nachsehen hatte. Jetzt könnte der 35-Jährige Friedrich Merz wie sein Chef einen Strich durch die Rechnung machen.

Wer von den dreien am Ende tatsächlich im Hochsauerlandkreis aufgestellt werden soll, entscheidet sich voraussichtlich auf einer Kreisparteitagssitzung im April. (dav)