Lockdown-Verlängerung, Öffnungen, Gratis-Tests – die neuen Corona-Regeln ab 8. März hier einfach erklärt

Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben am Mittwoch die neuen Corona-Regeln verabschiedet.
Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben am Mittwoch die neuen Corona-Regeln verabschiedet.
Foto: Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Es war eine schwere Geburt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs berieten am Montag bis in die späten Abendstunden intensiv und kontrovers. Es gab eine schwierige Ausgangsbedingung vor dem Corona-Gipfel: Die Rufe nach Lockdown-Öffnungen wurden zuletzt immer lauter, gleichzeitig befürchten Virologen eine dritte Welle mit den gefährlicheren Coronavirus-Mutanten.

Letztlich einigten sich die Spitzenpolitiker auf eine Lockdown-Verlängerung ab dem 8. März und der Corona-Gipfel traf darüber hinaus mehrere neue Beschlüsse.

In diesem Artikel präsentieren wir die wichtigsten neuen Lockdown-Regelungen im Übersicht. Die großen TV-Sender werden in Sondersendungen über die Beschlüsse auf dem Corona-Gipfel berichten.

Corona-Gipfel: Das sind die neuen Lockdown-Beschlüsse – Neue Regeln ab 8. März

  • Lockdown-Verlängerung bis zum 28. März

Es gibt erneut eine Verlängerung des seit dem 28. Oktober bestehenden Lockdowns. Er wurde um einige Wochen ausgeweitet bis zum 28. März, also bis kurz vor Ostern.

  • Lockerung der Kontaktbeschränkungen

Schon vom kommenden Montag an sollen demnach die stark beschränkten privaten Kontaktmöglichkeiten gelockert werden. Dann werden wieder private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sein, jedoch beschränkt auf maximal fünf Personen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 neuen Infektionen pro Woche können es auch Treffen des eigenen Haushalts mit zwei weiteren Haushalten mit zusammen maximal zehn Personen sein.

Kinder bis 14 Jahre sind hiervon jeweils ausgenommen. Bisher darf sich ein Hausstand mit maximal einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

  • Impfungen in Arztpraxen ab Ende März

Ab Ende März beziehungsweise Anfang April soll auch in Arztpraxen geimpft werden. Damit soll das Impf-Tempo stark anziehen. Ab kommender Woche sollen die Länder flexibler über die Impfreihenfolge entscheiden können.

  • Gratis-Schnelltests ab nächster Woche

Kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger sollen voraussichtlich von nächster Woche an möglich werden. Der Bund will ab dann die Kosten dafür übernehmen. Die Länder sollen die Tests dann schnellstmöglich anbieten, auch mit einer Bescheinigung zum Ergebnis. Konkret soll mindestens ein Schnelltest pro Woche möglich sein, den geschultes Personal etwa in Testzentren oder Praxen abnimmt.

Daneben ist vorgesehen, dass auch Corona-Selbsttests auf breiter Front genutzt werden können, die bald frei in Apotheken, anderen Geschäften und im Internet zu kaufen sind.

  • Buchläden, Blumengeschäfte und Gartenmärkte öffnen bundesweit ab Montag

Nach den schon vorgenommenen ersten Öffnungen bei Schulen und Friseuren sollen nun in einem zweiten Schritt Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte folgen. In einzelnen Ländern sind diese bereits offen, jetzt sollen sie nach dem Beschluss der Bund-Länder-Runde bundesweit einheitlich dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet werden. Voraussetzung ist, dass Hygienekonzepte und eine Kundenbegrenzung eingehalten werden. Auch Fahr- und Flugschulen können den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen.

Die Beschränkung gilt für einen Kunden pro zehn Quadratmeter (für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche) und einem weiteren Kunden für alle weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

  • 1. Schritt: Weitere Öffnungen bei Inzidenz unter 100

Weitere eingeschränkte Öffnungen kann es schon in Regionen geben, in denen lediglich die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner unterschritten wird. Neben Terminshopping-Angeboten ("Click & Meet") im Einzelhandel können dann Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten für Besucher mit Terminbuchung öffnen.

  • 2. Schritt: Weitere Öffnung bei konstanter Inzidenz

Die nächsten Öffnungsschritte werden dem Beschluss zufolge davon abhängig gemacht, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung der Sieben-Tage-Inzidenz geführt hat. Dann geht es zunächst um die Öffnung der Außengastronomie, von Kinos, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie um kontaktfreien Sport im Innenbereich und um Kontaktsport im Außenbereich. Im nächsten Schritt sind weitere Sportmöglichkeiten und Freizeitveranstaltungen dran. Auch hier gilt: Bis zu einer 100er Inzidenz soll es höhere Auflagen wie tagesaktuelle Tests oder einen Buchungszwang geben, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 50 Neuinfektionen wegfallen.

  • Schrittweise Lockerungen für Sport

Abhängig von regionalen Inzidenzwerten können die Bundesländer als erste Maßnahme kontaktfreien Sport unter freiem Himmel in kleinen Gruppen mit maximal zehn Personen vorsehen. Dies gilt, wenn in einem Land oder einer Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern erreicht wird.

Sollte es eine stabile oder sinkende Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 geben, kann „Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ ermöglicht werden.

In einem weiteren Schritt kann es nach 14 Tagen bei einer stabilen Inzidenz unter 35 kontaktfreien Sport im Innenbereich oder Kontaktsport draußen geben.

  • Fahrschul- und Flugunterricht ab Montag wieder möglich

Gute Nachricht auch für alle Fahr- und Flugschüler: Ab Montag sind auch wieder praktische Fahrschul- und Flugstunden erlaubt. Allerdings nur wenn ein tagesaktueller – und selbstverständlich negativer – Covid-19-Schnelltest vorliegt.

(mit dpa/mb)