Corona in Deutschland: Ausgangssperren nicht sinnvoll? Experte schlägt stattdessen dieses Verbot vor

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Vektor, Totimpfung, mRNA? Diese Impfstoff-Arten gibt es

Diese Impfstoff-Arten gibt es und so funktionieren sie.

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Die Corona-Krise in Deutschland hält weiter an. Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, um eine bundesweite Corona-Notbremse einzuführen.

Der beschlossene Lockdown in Deutschland geht noch bis mindestens 18. April. Kommende Woche soll dann die Corona-Notbremse im ganzen Land eingeführt werden. Derweil steigt die Zahl der Neuinfektionen rasant an und nähert sich dem bisherigen bundesweiten Höchstwert.

Corona in Deutschland: Alle Entwicklungen im News-Ticker

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Corona in Deutschland laut RKI-Dashboard (Stand: 16. April):

  • 7-Tage-Inzidenz: 160,1
  • Registrierte Covid-19-Neuinfektionen: 25.831
  • Neue Todesfälle: 293
  • Todesfälle insgesamt: 79.381

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Freitag, 16. April

18.37 Uhr: Österreich will alle Branchen wieder öffnen

In Österreich sollen alle Branchen in wenigen Wochen unter einem Schutzkonzept öffnen dürfen. Erste Schritte landesweiter und gleichzeitiger Maßnahmen im Tourismus, der Gastronomie, der Kultur und dem Sport seien wohl im Mai möglich, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag in Wien. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er noch nicht, sondern verwies auf Detailplanungen in der nächsten Woche. „Die Freiheit ist zum Greifen nah“, so Kurz. Bei den behutsamen Öffnungsschritten sollen Masken, Tests und der geplante Grüne Pass für Geimpfte, Getestete und Genesene eine wichtige Rolle spielen.

17.55 Uhr: Ausgangssperren sinnlos? Experte schlägt stattdessen dieses Verbot vor

Mit den geplanten abendlichen Ausgangbeschränkungen kann die Verbreitung des Coronavirus nach Einschätzung des Berliner Physikers Kai Nagel spürbar reduziert werden. Aber: Statt abends Ausgänge pauschal zu verbieten plädierte Nagel am Freitag in einer Bundestagsanhörung zur geplanten Corona-Notbremse des Bundes dafür, nur den Ausgang für private Besuche in Innenräumen zu verbieten - dafür den ganzen Tag. Hintergrund ist das weit höhere Infektionsrisiko in Innenräumen.

Um die Infektionszahl zu senken, sei eine Verminderung der Infektionen in Schulen, bei der Arbeit und bei privaten Besuche nötig, sagte der Experte für Voraussagen des Infektionsgeschehens. Die geplanten abendlichen Ausgangsbeschränkungen könnten den sogenannten 7-Tages-R-Wert dabei um 0,1 senken. Am Freitag lag dieser Wert bei 1,18: Durchschnittlich so viele Ansteckungen gibt es pro infizierter Person. Erfahrungen aus Großbritannien bestätigten modellhafte Prognosen, dass der positive Effekt auf das Infektionsgeschehen fünf Mal so groß wäre, würde man stattdessen hingegen den Aufenthalt im öffentlichen Raum zum Zwecke privater Besuche rund um die Uhr verbieten, so Nagel.

Dann wäre der Zweck der Ausgangsbeschränkungen auch klarer umrissen. Ein Vorteil wäre auch, dass die Polizei nicht Treffen in Parks untersagen müsste, die aus wissenschaftlicher Sicht kein sehr großes Risiko darstellten, so der Forscher an der Technischen Universität Berlin.

17.32 Uhr: Gedenken an Pandemie-Opfer am Wochenende in Deutschland

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer haben ihre Bürger zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie aufgerufen. Sie appellierten am Freitag gemeinsam an die Menschen, zum Gedenken von Freitag bis Sonntag abends jeweils Kerzen in die Fenster zu stellen und sich damit an der Aktion „#lichtfenster“ von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu beteiligen.

15.32 Uhr: Angela Merkel mit Astrazeneca geimpft

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Sie habe an diesem Freitag den Impfstoff von Astrazeneca bekommen, teilte Merkel über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mit.

13.52 Uhr: 18,5 Prozent der Deutschen gegen Coronavirus geimpft

Aktuell sind rund 18,5 Prozent der deutschen Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Meldedaten des RKI hervor.

Die zweite Spritze, und damit vollständigen Impfschutz, haben bisher 6,4 Prozent der Deutschen bekommen.

Je nach Bundesland unterscheidet sich die Impfquote deutlich: Bremen und das Saarland liegen mit 21,6 und 20,9 Prozent vorne, in Hessen wurde mit 16,7 Prozent am wenigsten geimpft. NRW, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen dürften bald die 20-Prozent-Marke knacken.

Insgesamt wurden bis zum Donnerstag 658.019 Impfungen verabbreicht.

13.30 Uhr: Seibert warnt vor „lebensgefährlichen“ Inzidenzen

Regierungssprecher Steffen Seibert hat das aktuelle Infektionsgeschehen angemahnt. Ziel der geplanten Corona-Notbremse sei es, „unser ganzes Land wieder unter diese gefährlichen hohen Inzidenzen zu bringen.“

Seibert wies außerdem Vorwürfe, etwa der AfD zurück, die Regierung halte die Inzidenzen absichtlich auf hohem Niveau. Es gebe „keine Absicht des Staates, auf ewig oder noch für lange Zeit in diese hohen Inzidenzwerten zu verharren – im Gegenteil“. Denn: „sie sind gefährlich, sie sind lebensgefährlich.“

10.54 Uhr: Länderchefs werben für Aktion „Lichtfenster“

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller Länder fordern die Bürger dazu auf, sich an diesem Wochenende an der Aktion „Lichtfenster“ zu beteiligen.

Anlass ist die zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten am Sonntag, bei der unter anderem Bundespräsident Frank Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel der toten gedenken werden.

Deshalb hat Steinmeier zu der Aktion „Lichtfenster“ aufgerufen. Dabei soll an den Abenden vom 16. bis zum 18. April Kerzen in die Fenster gestellt werden. „In diesem Moment wollen wir die Trauer der unmittelbar betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger teilen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Länderchefs. „Wir wollen uns bewusst machen, was wir verloren haben, aber gemeinsam auch Hoffnung und Kraft schöpfen.“ Bisher sind 79.831 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

09.54 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckhardt plädiert für eine Überarbeitung des Gesetzentwurfes, er müsse „dringend nachgebessert werden“. Eine Inzidenz von 100 sei zu spät, „um noch zu bremsen. Wir müssen zurück zu 50, noch besser zu 35.“

Auch bezüglich der Wirtschaft müsse eine Testpflicht gelten, es brauche lebensnahe Regeln. „Eine Notbremse, die wirksam ist, sieht anders aus“, fasst sie zusammen.

09.38 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner droht mit Verfassungsbeschwerde

FDP-Chef Christian Lindner erklärt, es muss „schnell, rechtssicher und wirksam“ gehandelt werden. Maßnahmen in Form von Masken, Testungen und Kontaktreduzierung sind richtig – aber die geplante Notbremse sei eine Reaktion auf das Scheitern der Osterruhe. Es seien die „falschen Konsequenzen“.

„Das Debakel der Osterruhe darf sich nicht wiederholen“, stellt Lindner klar. Die Regierung soll die verfassungsrechtlichen Bedenken ernst nehmen. „Wenn Sie diese Bedenken nicht ernst nehmen, werden wir uns in der FPD gezwungen sehen, den Weg nach Karlsruhe zu gehen.“

9.18 Uhr: AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel lehnt für die Alternative von Deutschland den Gesetzesentwurf der Bundesregierung ab. Sie wirft Angela Merkel einen „Rückfall in den autoritären Geist“ und Misstrauen gegenüber den Bürgern und Institutionen vor. Die Partei hält Ausgangssperren für „unverhältnismäßig und verfassungswidrig.“ Die Bundeskanzlerin wolle mit dem Gesetz „den endlosen Bundeslockdown“.

09.12 Uhr: Die Bundeskanzlerin stellt klar, dass sie die Einwände gegenüber der bundesweiten Corona-Notbremse inklusive Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen ernst nehme. Es sei nicht zu leugnen, dass die Maßnahmen „erhebliche Eingriffe in die persönliche Freiheit sind“. Sie komme aber zu dem Schluss, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen.

„Wenn wir nach 13 Monaten Pandemie eine Lektion gelernt haben, dann diese: Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten, kein Zögern. Das Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Es versteht nur eine Sprache: Die Sprache der Entschlossenheit.“

09.05 Uhr: Angela Merkel spricht direkt von der Lage in den Krankenhäusern und Intensivstationen, sagt: „Intensivmediziner senden einen Hilferuf nach dem anderen. Wer sind wir denn, dass wir diese Notrufe überhören würden.“ Das „dürfen wir nicht“, sie brauchen „unsere Unterstützung“. Denn: „Die dritte Welle hat unser Land fest im Griff.“

09.02 Uhr: Angela Merkel spricht im Bundestag zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Angela Merkel spricht vor dem Bundestag zur bundesweiten Notbremse – sie ist „dringend und notwendig.“ Denn die Lage sei ernst, „sei ernst.“

06.45 Uhr: Bundestag berät über die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Der Bundestag berät an diesem Freitag in erster Lesung über die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes, also die Corona-Notbremse. Demnach sollen bundeseinheitlich Regelungen für eine Verminderung der Kontakte getroffen werden, wenn in einem Landkreis oder in einer Stadt die Sieben-Tages-Inzidenz bei über 100 liegt.

Am Donnerstag hatten 351 von 412 Kreisen diese Inzidenz überschritten.

06.22 Uhr: Über 25.000 Neuinfektionen – Inzidenz stagniert

Auch am Freitag meldet das Robert-Koch-Institut wieder eine hohe Zahl an Corona-Neuinfektionen. So wurden von Donnerstag auf Freitag 25.831 Neuinfektionen registriert, außerdem 247 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt, wie auch am Donnerstag, bei 160,1.

Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 3.099.273 Menschen am Coronavirus erkrankt, davon starben 79.628. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 2.752.000 Menschen.

Donnerstag, 15. April

20.06 Uhr: Wird eine bundesweite Notbremse kommen? Bundestag berät am Freitag

Der Bundestag berät an diesem Freitag in erster Lesung (9.00 Uhr) über die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes gegen die dritte Corona-Welle. Bundeseinheitlich sollen Regelungen für eine Verminderung der Kontakte getroffen werden, wenn in einem Landkreis oder einer Stadt mehr als 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen kommen. Am Donnerstag hatten 351 von 412 Kreise die Schwelle überschritten.

19.07 Uhr: Ende der Impf-Priorisierung? Stiko spricht Machtwort

Entgegen der Forderungen nach einem Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen hält die Ständige Impfkommission an der Impf-Reihenfolge zum Schutz von Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko fest. „Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem“, sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen“, erklärte er. Die sogenannte dritte Welle könne durch eine Aufhebung der Reihenfolge auch nicht wesentlich beeinflusst werden, sagte Mertens. „Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen.“

Zuvor hatte der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, das Ende der Impfpriorisierung gefordert. „Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten“, sagte Albrecht.

17.48 Uhr: Curevac-Impfstoff-Zulassung im Juni?

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac möchte seinen Corona-Impfstoff von Juni an einsetzen können. Sowohl die Beantragung der Zulassung als auch die Zulassung selbst erwarte das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres, sagte ein Sprecher von Curevac am Donnerstag in Tübingen. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, hieß es bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2020.

15.34 Uhr: Erschreckende Entwicklung! Zahl der Neuinfektionen erreicht fast bisherigen Höchstwert

Mit 29.426 von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fällen nähert sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen dem bisherigen bundesweiten Höchstwert. Der bisherige Rekord war mit 33.777 Neuinfektionen am 18. Dezember erreicht worden, er enthielt allerdings 3500 Nachmeldungen. Mehr als 29.000 Neuinfektionen wurden den RKI-Daten zufolge zudem an mehreren Tagen im Dezember erfasst. Auch am 8. Januar hatte der Wert noch bei 31.849 gelegen, danach war die Zahl der Neuinfektionen einige Wochen lang deutlich gesunken.

Mit einem baldigen Abflauen ist diesmal nicht zu rechnen: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort“, heißt es vom RKI im Lagebericht vom Mittwochabend. Rund um die Osterfeiertage wurde nach Angaben des Instituts weniger getestet und gemeldet.

Auffällig ist die deutliche Zunahme in jüngeren Altersgruppen. „Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld sowie in Kitas und Horteinrichtungen verursacht“, heißt es im Lagebericht. „Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt.“

Erschwert wird die Eindämmung durch die massive Ausbreitung der ansteckenderen Variante B.1.1.7, die inzwischen auch in Deutschland das Geschehen dominiert. Die zunehmende Verbreitung und Dominanz dieser Variante vermindere die Wirksamkeit der bislang erprobten Infektionsschutzmaßnahmen erheblich, so das RKI.

13.05 Uhr: Angela Merkel wird am Freitag gegen Corona geimpft

Wie „Welt“ berichtet, wird Angela Merkel am Freitag mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus geimpft.

Mit ihren 66 Jahren gehört die Kanzlerin zu der Altersgruppe der über 60-Jährigen, bei denen eine Impfung mit Astrazeneca weiterhin empfohlen wird.

9.45 Uhr: Jens Spahn bekräftigt Impf-Versprechen der Kanzlerin

Der CDU-Gesundheitsminister geht davon aus, dass bis Ende des Monats oder spätestens Anfang Mai 20 Prozent der Bundesbürger geimpft sein werden – und geht daher davon aus, dass Impf-Versprechen der Kanzlerin, wonach jeder Bürger bis zum Sommer ein Impf-Angebot bekomme, halten zu können: „Mit dem aktuellen Wissensstand werden wir das im Sommer schaffen.“

Auf die Frage, ob es dementsprechend einen „guten Sommer“ geben werde, reagiert Jens Spahn verhalten: „Wie definiert man 'guter Sommer'? Ob dann gleich wieder alle zu den Seychellen fliegen müssen, weiß ich nicht, bis zur Nordsee wird man sicher kommen.“

9.30 Uhr: Intensivmediziner der Berliner Charité bestätigt kritische Situation

Prof. Dr. Steffen Weber-Carstens, Leiter für operative Intensivmedizin an der Berliner Charité bestätigt die kritische Lage in den Krankenhäusern: Allein in Berlin waren 50 Prozent aller Einsätze Verlegungen von Covid-Patienten. „Das Ganze gelingt jetzt schon nur, weil wir in den Krankenhäsuern in Berlin Notfallprogramm machen.“ Es fehlen immer mehr Betten, auch für andere Notfälle (Herzinfarkte, Schlaganfälle).

In einigen Regionen gebe es nur noch zehn Prozent freie Kapazitäten, das heißt: „Die durchschnittliche Größe der Intensivstationen ist zehn bis zwölf Betten. Das bedeutet: pro Intensivstation genau ein Bett“

Weber-Carstens betont aber, dass keine Triage drohe. „Wir haben keine Triage-Situation und wir hatten bisher auch keine.“ Wenn man jetzt eine strategische Patientenverlegung plane, glaube er auch nicht, „dass wir da herein geraten.“

9.09 Uhr: Lothar Wieler spricht von „dramatischer“ Lage in Krankenhäusern

„Wir befinden uns in der 3. Welle“, stellt RKI-Chef Lothar Wieler klar. „Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich dramatisch zu“ – und diesmal werde die Situation schlimmer werden, als in der zweiten Welle.

Wieler wirft einen Blick in die Krankenhäuser und die Intensivstationen: Etwa 9 von 10 Patienten auf Intensivstationen sind Covid-Patienten. Die Zahl der Patienten nimmt jeden Tag zu. „Immer häufiger wird die sogenannte künstliche Lunge gebraucht, die sogenannte Ecmo.” Es gebe immer weniger Behandlungsplätze, auch weil immer jüngere Patienten behandelt werden.

Die meisten Neuerkrankungen liegen aktuell bei den 15- bis 49-Jährigen. Die Todeszahlen sind zwar stabil, gehen aber auch nicht mehr zurück.

Der RKI-Chef appelliert an die Regierenden, alles dafür zu tun, die dritte Welle zu brechen. Die Situation sei vergleichbar mit einer Autofahrt auf einer Straße mit steilen Kurven: „Jeder weiß, 'hier kann ich nur mit 30 fahren, sonst ist das lebensgefährlich'. Wenn wird da mit 100 fahren, kommen wir von der Straße ab. Dann hilft auch keine Notbremse mehr.“ Daher brauche es jetzt die Umsetzung von wirksamen Strategien, „die kennen wir doch alle“. Kontakt müssen drastisch reduziert werden.

9.00 Uhr: Jens Spahn und RKI-Chef Wieler geben Corona-PK

Jens Spahn beginnt die Pressekonferenz mit deutlichen Worten: „Jeder Tag zählt gerade.“ Die Infektionszahlen sind zu hoch und steigen weiter. „Was wir jetzt möglicherweise versäumen, rächt sich in zwei, drei Wochen.“

Er appelliert an die Bundesländer, nicht bis zum Beschluss der Bundesregierung zu der Corona-Notbremse kommende Woche zu warten. „Man muss nicht darauf warten.“ Tests und Impfungen reichen nicht aus, es brauche „weitere Einschränkungen.“

Gegen exponentielles Wachstum der Neuinfektionen könne man nicht „animpfen“ oder „antesten“, das sehe man an den USA oder Kanada, wo erneut Einschränkungen getroffen werden müssen – „das sollte uns ein mahnendes Beispiel sein.“

„Wir müssen erst das Infektionsgeschehen in den Griff bekommen und die Zahlen senken“. Erst danach können testbasierte Öffnungen erfolgen.

06.39 Uhr: Leiter des Intensivbettenregisters schlägt Alarm

Christian Karagiannidis, Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) fordert ein schnelles Handeln der Bundesregierung, um das Corona-Infektionsgeschehen einzudämmen.

„Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren“, warnt er am Donnerstag im „Tagesspiegel“. Wären die vor Wochen beschlossenen Maßnahmen flächendeckend umgesetzt worden, hätte man die aktuelle Entwicklung mit einem starken Infektions-Anstieg noch abschwächen können. Karagiannidis sagte, den Tod seien Intensivmediziner zwar gewohnt, „aber so etwas hat es noch nicht gegeben.“

Die Divi erwartet, dass der bisherige Höchststand von etwa 6000 Covid-19-Intensivpatienten noch im April wieder erreicht wird. Wenn das geplante Bundesgesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7000 steigen, hatte der jetzige Divi-Präsident Gernot Marx bereits prognostiziert. „Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden“, sagte er.

06.26 Uhr: Zahl der Neuinfektionen gestiegen – bundesweite Inzidenz über 160

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt weiter enorm an. Von Mittwoch auf Donnerstag sind laut Robert-Koch-Institut insgesamt 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg ebenfalls, sie liegt am Donnerstag bei 160,1.

Außerdem gab es 293 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion – seit Beginn der Pandemie sind 79.381 Menschen in Zusammenhang mit der Virusinfektion gestorben.

Mittwoch, 14. April

20.21 Uhr: WHO befürchtet mehr Corona-Infektionen während des Ramadan in Nahost

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt, dass der derzeitige islamische Fastenmonat Ramadan eine beschleunigte Ausbreitung des Coronavirus im Nahen Osten und in Nordafrika zur Folge haben könnte. Bereits in der vergangenen Woche seien die Corona-Infektionsraten in diesen Regionen um 22 Prozent und die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus um 17 Prozent gestiegen, sagte der WHO-Regionalchef für die östlichen Mittelmeerländer, Achmed al-Mandhari, am Mittwoch in Kairo.

Der WHO-Vertreter sprach von einem „beunruhigenden Trend“, der sich während des Ramadan verschlimmern könnte, sollten die Gläubigen nicht die Corona-Regeln beachten. Der Ramadan hatte in den meisten mehrheitlich muslimischen Ländern der Welt am Dienstag dieser Woche begonnen.

17.45 Uhr: Erstmals brasilianische Virus-Variante P1 auf Mallorca festgestellt

Auf Mallorca ist nun auch erstmals die brasilianische Coronavirus-Variante P1 festgestellt worden. Das bestätigte der Chef der Mikrobiologie von Palmas Krankenhaus Son Espases, Antonio Oliver, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die Mutation sei am Vortag bei einer routinemäßigen genaueren Untersuchung, der sogenannten Sequenzierung, eines positiven PCR-Tests vom 29. März entdeckt worden. In Deutschland hatte es erheblichen Ärger ausgelöst, dass Zehntausende Deutsche zum Osterurlaub auf die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer gereist waren.

Ende März sei es bei einer Sportveranstaltung auf der Insel und privaten Kontakten zu einem Infektionsherd gekommen, sagte Oliver. 49 Personen seien damals auf Corona getestet worden, neun davon positiv. Die Infizierten hätten keine oder nur leichte Krankheitssymptome aufgewiesen und einige von ihnen seien schon wieder gesundgeschrieben. Nun sollten auch die anderen acht positiven Tests daraufhin untersucht werden, ob es sich ebenfalls um P1 handelte.

Die neun Fälle stünden nicht im Zusammenhang mit der im März auf Mallorca entdeckten, als weniger gefährlich geltenden anderen brasilianischen Corona-Variante B.1.1.28, betonte der Virologe.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatte damals der Balearen-Regierung unterstellt, sie habe einen P1-Fund vertuscht und trickse bei den niedrigen Corona-Zahlen. Das hatte für Empörung auf der Insel gesorgt.

16.05 Uhr: Markus Söder schlägt Alarm: „Es steigt und steigt und steigt.“

Zur Eindämmung der dritten Corona-Welle reicht nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die geplante Bundes-Notbremse nicht aus. „Wir halten es für richtig, dass auf Bundesebene diese Notbremse fest verankert wird. Allein das wird es aber noch nicht helfen, wir müssen uns mehr überlegen“, sagte der CSU-Chef am Mittwoch am Rande der Sitzung der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag. Notwendig sei etwa „ein moderneres und flexibleres Impfkonzept, um die Geschwindigkeit durch einen Bürokratieabbau zu erhöhen und „vor allem um zu flexibilisieren“.

Söder betonte, die Corona-Lage in Deutschland sei weiter sehr schwierig. Es würden sich alle Prognosen zu den Infektionszahlen bestätigen. „Es steigt und steigt und steigt. Es geht nicht zurück“, sagte Söder. Dies gelte sowohl für die Zahl der Infizierten als auch für die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern. „Regional stoßen wir mittlerweile an unsere Grenzen.“

13.48 Uhr: Biontech liefert 50 Millionen weitere Dosen an Deutschland und die EU

Gute Nachrichten aus Brüssel: Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die anderen EU-Staaten liefern.

Laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagten die Unternehmen zu, die für das vierte Quartal vorgesehenen Dosen bereits ab Ende April zu leifern. Die gesamte Liefermenge von Biontech/Pfizer für das zweite Quartal steigt damit auf 250 Millionen Dosen.

Die Kommission habe zudem Verhandlungen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer aufgenommen, um zusätzlich 1,8 Milliarden Dosen der „zweiten Generation“ zu bestellen, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. „Zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen wir möglicherweise Auffrischungsimpfungen, um die Immunität zu verstärken und zu verlängern.“ Außerdem seien gegebenenfalls spezielle Impfstoffe gegen neue Varianten des Coronavirus nötig.

13.22 Uhr: EU-Mitgliedsstaaten geben grünes Licht für Impfausweis

Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben grünes Licht für einen einheitlichen Impfausweis für Reisen innerhalb Europas gegeben.

EU-Justizkommissar Didier Reynders begrüßte am Mittwoch auf Twitter eine entsprechende Einigung der Botschafter der Mitgliedsstaaten.

Das sogenannte „grüne Zertifikat“ soll Aufschluss darüber gebeb, ob ein Mensch das Coronavirus weiter verbreiten kann oder zumindest, wie wahrscheinlich die Verbreitung ist. Neben Informationen über Impfungen sollen dafür auch Testergebnisse und Angaben über eine überstandene Corona-Infektion vorhanden sein. Dadurch könnten für Reisende die Test- oder Quarantänepflicht entfallen.

Der Text muss noch in Verhandlungen mit dem EU-Parlament finalisiert werden. Ab Sommer soll das Dokument zum Einsatz kommen.

10.26 Uhr: Gesundheitsminister beschließen Wechsel für Astrazeneca-Geimpfte

Menschen, die die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben und jünger als 60 Jahre sind, bekommen für die zweite Impfung ein anderes Präparat verabreicht.

Dafür kommen die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna in Frage, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz.

Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung könnten übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden.

9.30 Uhr: EU dementiert: Verträge mit Astrazeneca und Johnson&Johnson nicht aus dem Rennen

Laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ will die EU-Kommission die Impfstoff-Verträge mit Astrazeneca und Johnson&Johnson nicht verlängern. Nach dem wiederholt gefährliche Nebenwirkungen (auch mit Todesfolge) aufgetreten waren, wolle sich Brüssel stattdessen auf die mRNA-basierten Covid-19-Vakzine, wie von Pfizer/Biontech und Moderna konzentrieren, schreibt die „Bild“.

Mittlerweile hat ein EU-Beamter das Ganze dementiert, entsprechende Berichten seien falsch. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

06.41 Uhr: Karl Lauterbach kritisiert Corona-Notbremse

SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die im am Dienstag beschlossenen Schritte des Bundeskabinetts als nicht ausreichend bezeichnet.

„Die beschlossene Testpflicht in Unternehmen ist das Minimum dessen, was wir eigentlich benötigen. Ich hätte zwei Tests pro Woche für richtig gehalten“, so Lauterbach im Podcast „Talk mit K“ des Kölner-Stadt-Anzeigers.

Zu nächtlichen Ausgangssperren sagt er, dass diese auf jeden Fall einen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben werden, „ weil die Zahl der Menschen, die sich abends auf den Weg machen geringer wird. Oft beginnen die Treffen ja draußen und enden drinnen.“ Man dürfe die Wirkung aber auch nicht überschätzen: „Diese Maßnahme alleine wird nicht ausreichen, um die Pandemie-Lage zu stabilisieren.“

Besonders kritisch sieht Lauterbach, dass die Maßnahmen frühstens kommende Woche umgesetzt werden: „Uns läuft die Zeit davon. Auf Landes- und auf kommunaler Ebene muss jetzt drastisch vorab gehandelt werden, anstatt auf diesen Minimalkompromiss warten.“

06.22 Uhr: Neuinfektionen haben sich verdoppelt – auch bundesweite Inzidenz gestiegen

Das Coronavirus wütet weiter in Deutschland. Laut Angaben des Robert-Koch-Institut sind von Dienstag auf Mittwoch 21.693 Neuinfektionen gemeldet wurden. Außerdem sind 342 weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Mittwoch auf 153,2.

Insgesamt haben sich in Deutschland seit Beginn der Pandemie über drei Millionen (3.004.016) Menschen mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der gesamt-registrierten Todesfälle liegt bei 79.088. Insgesamt gelten 2.718.700 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion als genesen.

Dienstag, 13. April

21.30 Uhr: Nach Erstimpfung mit AstraZeneca: Anderes Präparat für Zweitimpfung erhalten

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich am Dienstag darauf geeinigt, dass Menschen unter 60 Jahren, die eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, für die Zweitimpfung auf einen anderen Impfstoff umsteigen. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU, 56), zur Deutschen Presse-Agentur: „Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, bietet einen guten Schutz für die Menschen.“

18.30 Uhr: Bundes-Notbremse: Fraktionen lehnen Verzicht auf Beratungsfristen ab

Die Bundes-Notbremse soll NICHT im Schnellverfahren beschlossen werden! Laut Deutscher Presse-Agentur wollen die Bundestagsfraktionen nicht auf bestimmte Beratungsfristen verzichten. Das hätte einen Parlamentsbeschluss noch in dieser Woche ermöglichen können.

Demnach könnte es also doch noch dauern, bis das Infektionsschutzgesetz geändert werde.

16.30 Uhr: Nächster Johnson&Johnson-Hammer! Impfstoff-Einführung in Europa verschoben

Als ob die Aussetzung des Johnson&Johnson-Impfstoffs in den USA schon nicht ausreicht, hat der Konzern jetzt die Einführung seines Impfstoffs nach Europa gestoppt! Wegen der Thrombose-Fälle in den USA wird der Impfstoff-Einführung verschoben.

Das Unternehmen teilt mit: „Wir haben die Fälle mit den europäischen Gesundheitsbehörden gesichtet und die Entscheidung getroffen, die Einführung unseres Impfstoffs in Europa proaktiv zu verzögern.“ Dabei sind die ersten 230.000 Dosen bereits in ein Verteilzentrum der Bundeswehr in Niedersachsen geliefert worden. Dort bleiben sie auch vorerst.

14.03 Uhr: US-Behörden empfehlen Aussetzung von Johnson&Johnson-Impfungen

Die Behörden in den USA haben eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land danach Sinusvenenthrombosen erfasst wurden. Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Die Fälle würden nun genauer untersucht. Bis ein Ergebnis vorliege, werde als Vorsichtsmaßnahme die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit Johnson & Johnson empfohlen.

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden. Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Es handele sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

12.35 Uhr: Merkel erklärt auf Pressekonferenz Notwendigkeit der Bundes-Notbremse

Auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, wieso es die Bundes-Notbremse braucht. Man dürfe „die Hilferufe der Intensivmediziner nicht überhören“, so Merkel. Die neuen Maßnahmen seien „lang überfällig“. Die Ärzte und Pfleger dürfe man „nicht im Stich lassen“ bei dieser „Herkulesaufgabe“.

Die dritte Welle sei mit den bisherigen Maßnahmen nicht zu brechen. Sie würden nicht mehr ausreichen. Man müsse „konsequenter“ uns „stringenter“ vorgehen. Merkel warb für ein beschleunigtes Verfahren im Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und Bundesrat.

Wegen der laufenden Impfkampagne gehe Deutschland dem „Licht am Ende des Tunnels“ mit immer größeren Schritten entgegen.

11.33 Uhr: Was ändert sich, wenn die Bundes-Notbremse kommt?

Das Bundeskabinett hat am Dienstagmorgen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit es jetzt zu einer Bundes-Notbremse kommen kann, muss der Bundestag und auch der Bundesrat noch zustimmen. Ein Überblick, was sich bei der Bundes-Notbremse dann ändern kann:

Wenn die 7-Tage-Inzidenz (Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 überschreitet, so sollen dort ab dem übernächsten Tag schärfere Maßnahmen gelten. Diese sollen so lange in Kraft bleiben bis die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet - dann treten die Extra-Auflagen am übernächsten Tag wieder außer Kraft.

Vorgesehen ist Folgendes:

  • Private Kontakte: Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, insgesamt höchstens fünf Menschen. Kinder bis 14 Jahre zählen extra. Für Zusammenkünfte von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt das nicht. Bei Veranstaltungen zu Todesfällen dürfen bis zu 15 Personen zusammenkommen.
  • Ausgangsbeschränkungen: Zwischen 21 und 5 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück nicht mehr verlassen. Ausnahmen sind die „Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum“ wie etwa gesundheitliche Notfälle bei Mensch und Tier oder dringende medizinische Behandlungen. Ausgenommen sind in der Regel auch die Ausübung eines Berufs oder Mandats und die journalistische Berichterstattung. Das Gleiche gilt für die Wahrnehmung von Sorge- oder Umgangsrecht, die unaufschiebbare Betreuung Unterstützungsbedürftiger oder Minderjähriger oder die Begleitung Sterbender, Versorgung von Tieren oder „ähnlich gewichtige und unabweisbare Gründe“.
  • Freizeiteinrichtungen: Einrichtungen wie Schwimmbäder, Saunen, Diskotheken, Bordelle, Wellnesszentren, Ausflugsschiffe oder Indoorspielplätze müssen schließen.
  • Läden: Geschäfte oder Märkte mit Kundenkontakt müssen schließen. Ausgenommen sind der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte und Gartenmärkte. Diese dürfen aber nur das übliche Sortiment verkaufen. Für die zulässige Kundenanzahl gelten Grenzen in Abhängigkeit von der Verkaufsfläche. In geschlossenen Räumen müssen Kunden eine Maske auf FFP2-Niveau oder eine medizinische Maske tragen.
  • Kultur und Zoos: Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen, Musikclubs, Kinos (außer Autokinos), Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, zoologische und botanische Gärten müssen schließen, auch entsprechende Veranstaltungen sind untersagt.
  • Sport: Nur kontaktloser Individualsport bleibt erlaubt, den man allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands ausüben kann. Für Berufs- und Leistungssportler gibt es Ausnahmen.
  • Gastronomie: Der Betrieb von Gastronomiebetrieben und Kantinen wird untersagt. Es gibt aber Ausnahmen etwa für Speisesäle in Rehazentren oder Pflegeheimen, die Versorgung Obdachloser oder von Fernfahrern. Die Abholung von Speisen und Getränken zum Mitnehmen bleibt erlaubt, ebenso die Auslieferung. Zwischen 21 und 5 Uhr ist nur die Auslieferung zulässig.
  • Körpernahe Dienstleistungen: Dienstleistungen mit körperlicher Nähe zum Kunden sind untersagt. Ausgenommen sind Dienstleistungen, „die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe“. Dabei müssen in der Regel FFP2-Masken oder Masken mit gleicher Schutzwirkung getragen werden. Wer zum Friseur will, muss ein höchstens 24 Stunden altes negatives Testergebnis vorweisen.
  • Nah- und Fernverkehr: In Bus, Bahn und Taxi sind Masken mit FFP2-Niveau Pflicht. Möglichst soll nur die Hälfte der regulär zulässigen Passagiere mitfahren.
  • Tourismus: Die Vermietung touristischer Übernachtungsmöglichkeiten ist untersagt.
  • Unabhängig von der Notbremse gilt Folgendes:
  • Schulen: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer müssen im Präsenzunterricht zweimal pro Woche getestet werden. Darüber hinaus gilt hier eine eigene Notbremse: Überschreitet die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 200, so wird ab dem übernächsten Tag der Präsenzunterricht in Schulen, Berufsschulen, Hochschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnlichen Einrichtungen verboten. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich. Diese Bremse gilt auch für Kitas, die Länder können aber Notbetreuung ermöglichen. Die Schulbremse tritt außer Kraft, wenn die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen unter 200 liegt.
  • Weitergehende Regelungen: Weiterreichende Gebote und Verbote des Infektionsschutzes bleiben von der Notbremse unberührt. Gottesdienste sind von ihr ebenfalls nicht erfasst.
  • Verordnungen des Bundes: Der Bund soll zudem bei einer Inzidenz von über 100 über eigene Verordnungen Vorkehrungen zum Infektionsschutz erlassen können, was normalerweise Ländersache ist. Darin kann der bekannte Katalog an Corona-Vorschriften enthalten sein, von Quarantäneregelungen über die Maskenpflicht bis hin zur Schließung bestimmter Einrichtungen. Aber auch Erleichterungen wären möglich, insbesondere für Menschen, die als immun gelten oder einen negativen Test vorweisen können. Bundestag und Bundesrat müssen diesen Verordnungen zustimmen - beim Bundestag ist das der Fall, wenn er seine Zustimmung nicht binnen sieben Tagen ausdrücklich verweigert hat.
  • Dauer der Regelungen: Sowohl die Bundes-Notbremse als auch die Möglichkeit zu Bundes-Verordnungen gelten nur, solange in Deutschland eine epidemische Lage von nationaler Tragweite als festgestellt gilt. Derzeit ist das der Fall, allerdings muss der Bundestag dies alle drei Monate bekräftigen.

10.16 Uhr: Bundes-Notbremse beschlossen!

Das Bundeskabinett hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen.

06.10 Uhr: Kommt jetzt die bundesweite Corona-Notbremse?

Das Bundeskabinett will möglichst noch am Dienstag bundesweit einheitliche Einschränkungen beschließen, um die immer stärkere dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Dazu soll voraussichtlich das Infektionsschutzgesetz geändert werden. In einem neuen Paragrafen 28b soll festgelegt werden, was zu tun ist, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über 100 liegt, also binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100 000 Einwohner kommen.

In den vorausgehenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern war für diesen Fall vorgesehen worden, dass der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung von 21 bis 5 Uhr bis auf Ausnahmen untersagt wird. Mehrere Beteiligte gingen davon aus, dass es nach stundenlangen Verhandlungen bis Dienstagmorgen ein Einvernehmen geben würde, das eine Verabschiedung in der Ministerrunde später am Dienstag möglich macht. Möglichst in einem beschleunigten Verfahren sollten die Regeln dann vom Bundestag beschlossen werden und den Bundesrat passieren.

Montag, 12. April

21.45 Uhr: Medienbericht: Riesen-Krach zwischen Kanzleramt und Ländern um Ausgangssperren

Hinter den Kulissen sollen die Fetzen fliegen! Wie „Bild“ berichtet, ist ein Streit zwischen Bundeskanzleramt und den Bundesländern über die Frage um Ausgangssperren entbrannt.

So soll Sachsen-Anhalt die Ausgangssperre rigoros ablehnen, sie sei „entwürdigend“ für die Menschen, so der Landesvertreter. Er habe auch kritisiert, dass der Bundesrat „bewusst ausgehebelt“ würde. Auch Sachsen kritisiert das von Merkel geplante Infektionsschutzgesetz. Es sei falsch, dass der Lockdown nur von der Inzidenz abhängig sein soll. Hessen habe die geplante Gesetzesänderung sogar komplett infrage gestellt und offen gefragt, ob sie nicht rechtswidrig sei.

Am Dienstag will Merkel die Änderung des Infektionsschutzgesetzes durchs Kabinett bringen und damit die Grundlage für den Bundeslockdown schaffen.

18.10 Uhr: Neue Runde im „Krieg der Wissenschaftler“! Streeck kontert Lauterbach-Kritik

Der Streit zwischen Virologe Hendrik Streeck (43) und Epidemiologe Karl Lauterbach (58, SPD) geht in eine neue Runde. Auf Twitter stichelt Streek gegen den SPD-Gesundheitspolitiker, schreibt: „Karl Lauterbach würde gut daran tun, sich weniger mit Schlagzeilen-Kreation hervorzutun. Ich äußerte im Podcast Sorge über voll werdenden Intensivstationen und strukturelle Probleme im Vergleich zu Frankreich. 'Ruf nach Gelassenheit' ist seine Erfindung. Niemand ist gelassen.“

Lauterbach hatte Streeck am 10. April nach dessen Auftritt in einem Video-Podcast auf Twitter einen „Ruf nach Gelassenheit“ hinsichtlich der Auslastung von Intensivstationen vorgeworfen. Streeck hatte im VPodcast den Vergleich zu Frankreich gezogen und gesagt, dort gehe man relativ gelassen damit um.

16.10 Uhr: München zieht „Notbremse“ trotz niedriger RKI-Zahlen

Das RKI hatte für München am Sonntag noch einen Inzidenzwert von 94,4 gemeldet – trotzdem zieht die bayrische Landeshauptstadt jetzt die „Notbremse“! Ab Mittwoch gelten dort wieder verschärfte Lockdown-Regeln, so die Stadt am Montag, die von einem Datenfehler beim RKI spricht, das die Werte für Sonntag als zu niedrig angegeben habe.

München verweist auf die Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus Erlangen, das den Inzidenzwert am Sonntag mit 116,4 angegeben hatte. Am Montag hat das RKI nachgezogen, jetzt melden beide Institute jeweils 126,9.

15.45 Uhr: Merkel: „Dritte Welle vielleicht die härteste“

Bundeskanzlerin Angela Merkel will zur Eindämmung von Corona vor allem auf Tests und Impfungen setzen. Am Montag hatte sie zur Eröffnung der digitalen Industrieschau Hannover Messe gesagt: „Wir müssen sagen, dass diese dritte Welle für uns vielleicht die härteste ist.“ Die Infektionszahlen seien aktuell viel zu hoch, die Auslastung der Intensivstationen nehme wieder zu. Um die Welle zu brechen, sei „die wichtigste Waffe, die wir haben, das Impfen“, betonte Merkel. „Und das Testen hilft uns, eine Brücke zu bauen, bis das Impfen wirkt.“

14.05 Uhr: Lockdown verlängert ohne Angela Merkels Notbremse?

Wie der Business Insider berichtet, sollen sich die Länder am Wochenende auf eine Lockdown-Verlängerung um weitere drei Wochen - also bis zum 9. Mai - geeinigt haben. Damit reagieren so auf eine Notbremse der Bundesregierung, deren Gesetzesentwurf noch auf sich warten lässt. Der kommende Lockdown wurde zunächst nur bis zum 18. April verlängert.

Das Wirtschaftsmagazin berichtet weiter, dass das Kanzleramt davon ausgehe, dass der Lockdown in Kreisen mit besonders hohen Inzidenzen bis Ende Mai oder Mitte Juni gelten werde.

13.52 Uhr: Impf-Hammer! Johnson & Johnson startet Lieferung in die EU

Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson können nun auch in der Europäischen Union starten. Der Hersteller begann am Montag mit der Lieferung an die EU-Staaten, wie das Unternehmen und die EU-Kommission bestätigten. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

11.54 Uhr: Einzelhandel wehrt sich gegen Geschäftsschließungen ab Inzidenz von 100

Der deutsche Einzelhandel wehrt sich gegen Geschäftsschließungen ab einem Inzidenzwert von 100. Diese Maßnahme „wird der Lage nicht gerecht“, erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag. Es sei belegt, dass der Einkauf mit Hygienekonzept kaum Infektionsrisiken berge. „Die Politik greift an den falschen Stellen ein. Jetzt muss gezielt gegen die dritte Welle der Pandemie vorgegangen werden“, forderte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die aktuelle HDE-Umfrage unter 1000 Unternehmen zeige, wie groß die Not im Einzelhandel mittlerweile sei. Demnach verloren die Innenstadthändler im Vergleich zu Vorkrisenzeiten in der vergangenen Woche 60 Prozent ihrer Umsätze. Dabei konnte auch die Öffnung für negativ getestete Kunden nicht weiterhelfen, hier gingen die Umsätze demnach um 62 Prozent zurück. Dort, wo die Kunden mit Terminvereinbarung einkaufen durften, verzeichneten die Händler ein Minus von fast 50 Prozent, wie der HDE weiter mitteilte.

09.20 Uhr: Über 13.000 Neuinfektionen - 99 neue Todesfälle in Deutschland

Die Zahl der insgesamt in Deutschland gemeldeten Corona-Infektionen ist auf über drei Millionen gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag haben sich nachweislich 3 011 513 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die erste bestätigte Infektion wurde am 27. Januar 2020 bekannt gegeben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 683 900 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78 452.

Binnen eines Tages wurden 13 245 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet.

06.19 Uhr: Menschen reisen nach Urlaub nach Deutschland zurück - Bundespolizei fassungslos

Eigentlich müssen Reisende aus Ländern mit einem besonders hohen Corona-Risiko einen negativen Corona-Test vorlegen, BEVOR sie in den Flieger nach Deutschland steigen. Doch wie das Mallorca-Magazin nun berichtet, habe die Bundespolizei seit Januar schon zahlreiche Corona-Verstöße an deutschen Flughäfen feststellen müssen. Demnach wurden 44.891 Mängel bei der Test- und Nachweispflicht bei Einreisenden festgestellt - im Testzeitraum vom 24. Januar bis zum 29. März. 3753 Fälle wurden davon an Flughäfen verzeichnet. Darunter seien auch immer wieder gefälschte Tests zu finden.

Reisende aus dem Ausland müssen seit dem 30. März einen negativen Corona-Test vorlegen. Nur so können sie beispielsweise aus dem Urlaub auf Mallorca nach den Osterferien in die Heimat zurückkehren.

Sonntag, 11. April

19.00 Uhr: Lauterbach spricht nach Oxford-Studie von „Game Changer“

Der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach hat Studienergebnisse der Universität Oxford als „Game Changer“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie bezeichnet. Den Initiatoren der Studie ist bereits vor einiger Zeit aufgefallen, dass unter den Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, nur sehr wenige mit chronischen Atemwegserkrankungen waren. Die Vermutung war, dass diese Patienten wegen des oft verabreichten Asthmasprays einen milden Krankheitsverlauf hätten.

Genau DAS ist jetzt nachgewiesen worden! An dem Test haben insgesamt 146 Personen teilgenommen, 73 sind zweimal täglich mit dem Asthmaspray Budesonid behandelt worden, die anderen nicht. Aus der Budesonid-Gruppe mussten nur zwei Teilnehmer wegen der Schwere der Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus, aus der anderen gleich elf Personen. Auch der Anteil der Patienten mit Fieber ist in der Budesonid-Gruppe niedriger gewesen.

Das hat Lauterbach auf Twitter bejubelt! Er schreibt: „Meines Erachtens ein 'Game Changer', weil die Studie gut gemacht wurde.“ Nach seiner Einschätzung erscheinen die Studienergebnisse plausibel: „Die Ergebnisse machen klinisch Sinn, weil die antientzündliche Wirkung in der Lunge den Verfall der Lungenfunktion verhindern kann. Zusätzlich sinkt wahrscheinlich sogar die Wahrscheinlichkeit für Long Covid, darauf deuten die Ergebnisse hin.“ Außerdem habe die Studie gezeigt, dass es kaum Nebenwirkungen gebe.

14.32 Uhr: Demonstration gegen Corona-Politik in Frankfurt kurzfristig abgesagt

Eine groß angekündigte Protestaktion gegen die Corona-Politik ist in Frankfurt kurzfristig abgesagt worden. Die Anmeldung der Demonstration sei zurückgezogen worden, teilte die Polizei am Sonntag kurz vor Beginn der Aktion mit. Ursprünglich waren rund 1000 Teilnehmer erwartet worden. Am Veranstaltungsort hatten sich jedoch nur wenige Menschen versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und hatte das Gelände weiträumig abgesperrt.

12.22 Uhr: Kreise: Merkel für konsequenten „Brücken-Lockdown“ gegen Corona

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen konsequenten Lockdown im Kampf gegen die dritte Corona-Welle ausgesprochen. Die Brücke der Beschränkungen solle möglichst kurz sein, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Sonntag in der Klausur der Spitze der Unionsfraktion in Berlin. Deshalb solle jetzt konsequent vorgegangen werden. Ziel sei es, Öffnungsschritte mit Testen zu verbinden.

07.39 Uhr: Polizei löst Corona-Party in mehreren Bundesländern aus

Die Polizei hat in mehreren Bundesländern illegale Partys beendet. Dabei feierten in der Nacht zum Sonntag teilweise mehrere Dutzend Menschen - trotz strenger Corona-Regeln, die das verbieten. So lösten die Beamten im rheinland-pfälzischen Vallendar etwa eine Feier in einem Parkhaus auf. Die Partygäste trugen weiße Kleidung und hatten fluoreszierende Farbe im Gesicht. Zudem sei in einem Nebenraum viel Alkohol gelagert gewesen. Als sie die Beamten sahen, flohen einige Feiernde. 24 Menschen konnten kontrolliert werden.

Auch im oberpfälzischen Vilseck musste die Polizei einschreiten. Mehr als 30 Partygäste seien auf frischer Tat in einem Privathaus ertappt worden. Weitere Kontrollen gab es etwa im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Bei zwei Partys in Ramin und Eggesin entdeckten die Beamten insgesamt 27 Menschen. Auf alle Feiernden kommen nun Anzeigen zu.

07.07 Uhr: Corona-Inzidenz steigt weiter an

In Deutschland sind innerhalb eines Tages 17.855 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 104 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 129,2.

Samstag, 10. April

16.12 Uhr: Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor – das sind die Eckpunkte

Die Bundesregierung hat einen Entwurf für das geplante Gesetz mit bundeseinheitlichen Maßnahmen gegen die dritte Coronawelle vorgelegt. Das geht aus einer Formulierungshilfe mit Stand vom Samstag, 12.50 Uhr, hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und die an die Bundestagsfraktionen und Länder geschickt wurde. Das Gesundheitsministerium bat die Fraktionen nach dpa-Informationen um Anregungen zu dem Entwurf bis Sonntag, 12 Uhr.

  • Vorgeschlagen werden demnach unter anderem Ausgangsbeschränkungen von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.
  • Für die Ausgangsbeschränkungen könnte es nur wenige Ausnahmen geben, etwa für medizinische Notfälle und den Weg zur Arbeit, nicht aber für abendliche Spaziergänge alleine.
  • Die Öffnung von Läden soll mit Ausnahme von Supermärkten, Drogerien, Apotheken, aber auch Buchhandel, Blumenläden und Gartenmärkten untersagt werden, ebenso Sport in der Gruppe.
  • Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern sollen den Vorschlägen zufolge strenge Kontaktregeln gelten: Gestattet wären dann nur private Treffen eines Haushaltes mit einer weiteren Person und von maximal fünf Personen; Kinder zählen nicht mit.
  • Für Schülerinnen und Schüler ist eine Testpflicht vorgesehen. Ab einer Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen sollen Schulen schließen. Es darf aber eine Notbetreuung geben und Abschlussklassen können von der Schließung ausgenommen werden.

10.48 Uhr: Charité besorgt über dritte Corona-Pandemie-Welle

Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. „Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation“, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können.

Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenig Chancen auf Impfungen hatte. „Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns, zu reagieren“, ergänzte das Vorstandsmitglied. So sei eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig geöffnet worden. Darüber hinaus wurden planbare Operationen, die aufgeschoben werden können, abgesagt.

07.30 Uhr: Corona-Notbremse - so soll sie funktionieren

Die Corona-Schutzmaßnahmen sollen durch eine Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes bundesweit vereinheitlicht werden. Heißt: Aber einer Inzidenz von 100 in Landkreisen und Städten soll dann eine vom Bund geregelte Notbremse ziehen.

Ein Gesetzesentwurf, der „Focus Online“ vorliegt, umfasst verschärfte Kontaktbeschränlungen, eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr, Home-Office-Pflicht, das Schließen von Theater, Museen, Freizeiteinrichtungen, dem nicht-lebensnotwendigen Einzelhandel und der Gastronomie (ausschließlich Abholung und Lieferung).

07.20 Uhr: Corona-Inzidenz steigt wieder

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmorgen 24.097 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Zudem wurden 246 neue Todesfälle in Zusammenhang mit Corona gezählt. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 120,6. Am Vortag hatte sie noch 110,4 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 2.980.413. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 78.249. 2.661.500 Menschen sind nach Angaben des RKI inzwischen wieder von einer Corona-Infektion genesen.

Freitag, 9. April

22.03 Uhr: Kommen jetzt die Hammer-Auflagen für ganz Deutschland?

Die Pläne für eine stärkere Vereinheitlichung der Corona-Schutzmaßnahmen nehmen Gestalt an. Wie die Sender RTL und NTV am Freitagabend berichteten, hat die Bundesregierung den Fraktionen von Union und SPD bereits konkrete Vorschläge zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes übermittelt. In der so genannten „Formulierungshilfe“ sind demnach unter anderem nächtliche Ausgangssperren von 21.00 bis 05.00 Uhr in allen Landskreisen und kreisfreien Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vorgesehen.

In dem Text heißt es dem Bericht zufolge: „Es wird eine bundesweit verbindliche Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 eingeführt. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen den Schwellenwert von 100, so gelten dort ab dem übernächsten Tag zusätzliche verhältnismäßige Maßnahmen.“

Zu diesen Maßnahmen zählt dem Bericht zufolge unter anderem eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr bis 05.00 Uhr – es sei denn, der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist begründet. Als Beispiele werden demnach medizinische oder veterinärmedizinische Notfälle, die Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, die Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts und die unaufschiebbare Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen oder Minderjähriger oder die Begleitung Sterbender genannt.

Hochschulen, außerschulische Einrichtungen der Erwachsenenbildung oder ähnliche Einrichtungen dürften dem Bericht zufolge keinen Präsenzunterricht mehr anbieten, sofern nicht „die nach Landesrecht zuständigen Behörden nach von ihnen festgelegten Kriterien eine Notbetreuung eingerichtet haben“.

Ladengeschäfte und „Märkte mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksangebote“ wie zum Beispiel Baumärkte dürften dem Bericht zufolge auch nicht mehr öffnen. Der Lebensmittelhandel, ebenso wie Getränkemärkte, Reformhäuser, Apotheken, Drogerien und Tankstellen blieben von den Maßnahmen ausgenommen. Auch Übernachtungsangebote sollen ab einer Inzidenz von mehr als 100 untersagt werden.

Sollte die geplante Neuregelung umgesetzt werden, würde der Bund mehr Befugnisse in der Pandemiebekämpfung bekommen, die bislang im Wesentlichen Sache der Länder ist. Der bisherige Flickenteppich an länderspezifischen Einzelregelungen würde vereinheitlicht.

Die Neuregelung soll schnell umgesetzt werden. Bereits am Dienstag soll das Bundeskabinett die Vorlage verabschieden, dafür wurde die Kabinettssitzung um einen Tag vorgezogen. Bereits in der kommenden Woche soll sich der Bundestag damit befassen. Auch die Länderkammer, der Bundesrat, müsste dem Gesetz zustimmen. Dafür dürfte die bislang für den 7. Mai geplante nächste Sitzung vorgezogen werden.

15.24 Uhr: Auch Thrombose-Fälle bei Impfstoff von Johnson & Johnson

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) prüft Fälle von Thrombosen nach einer Coronaimpfung mit dem Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Eine Person sei gestorben. Einer der Verdachtsfälle sei während der klinischen Studien aufgetreten. Die Behörde betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Die EMA hatte am Mittwoch bei einer erneuten Prüfung von seltenen Thrombosen-Fällen nach der Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca festgestellt, dass es einen Zusammenhang gebe. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Blutgerinnseln im Gehirn treten nach EMA-Angaben mit ungefähr 1 je 100 000 auf. Die EMA gab weiter uneingeschränkt grünes Licht für eine Verwendung. Der Nutzen des Wirkstoffes sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Arzneimittelbehörde.

13.10 Uhr: Neuer Impf-Rekord in Deutschland

Am Donnerstag wurden 719.000 Imfdosen verabreicht, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn über Twitter mit. Das bedeutet einen neuen Tagesrekord. Am Mittwoch waren es 656.000.

Spahn twitterte: „Das Impfen in Arztpraxen macht einen sehr deutlichen Unterschied. Und auch das Tempo in den Impfzentren hat zugenommen.

11.05 Uhr: RKI-Chef Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn sehen bedrohliche Lage für Kliniken

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitagvormittag haben RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn vor einer Überlastung der Kliniken in der dritten Welle gewarnt. Spahn sagte: „Die Intensivmediziner schlagen zurecht Alarm. Wir dürfen nicht warten, bis die Kliniken überlastet sind.“ In den Krankenhäuser zeige sich, wie ernst die Lage sei.

Wieler erklärte, dass noch immer 2700 Klinik-Betten aus der zweiten Welle belegt seien. „Durch die jungen Menschen werden die Betten in der dritten Welle noch länger belegt sein.“ Die Intensivstationen würden sich in diesen Tagen rasant füllen. Er erinnerte daran, dass das Problem nicht die Anzahl an verfügbaren Betten sei, sondern die Ressourcen des Klinikpersonals. Diese Beschäftigten würden „seit Monaten am Limit arbeiten und unter extremer Belastung stehen“.

Verlässlichere Zahlen zur Corona-Entwicklung nach Ostern würde es aber erst ab nächster Woche geben, so der RKI-Chef.

Die dritte Welle könne man nicht wegtesten, so Wieler. So sieht das auch CDU-Minister Spahn, der auf der PK einen bundeseinheitlichen Lockdown forderte. Über einige Aussagen von Politikerkollegen könne er sich „nur wundern“, so der Gesundheitsminister. Manche würde die Einschätzung der Lage nicht teilen. „Eine kurze Besprechung wird nicht reichen“, so Spahn in Bezug auf die Forderung von Berlins Bürgermeister Michael Müller, den nächsten Corona-Gipfel kurz zu halten.

6.55 Uhr: Corona-Gipfel mit Angela Merkel wohl tatsächlich geplatzt

Nach Informationen des „Business Insiders“ ist der Corona-Gipfel am Montag tatsächlich geplatzt! Demnach werden die Ministerpräsidenten zwar möglicherweise beraten, aber keine Beschlüsse fassen. Dies will das Nachrichtenportal von einer Person erfahren haben, „die mit den Vorbereitungen des Treffens vertraut“ sei. Der Grund soll sein, dass es keine Einigkeit zwischen Bund und Länder gibt und man keinen erneuten Chaos-Gipfel will.

Während Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen bundeseinheitlichen harten Lockdown wollen, gibt es dagegen Widerstand aus mehreren Bundesländern, etwa aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Saarland. Diese CDU-geführten Länder wollen moderate Öffnungen mit Testpflichten.

Die SPD-geführten Bundesländer verweisen wiederum darauf, dass bereits die Instrumente der Notbremse wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen umgesetzt wurden. Jedoch hätten sie nichts gegen eine Vereinheitlichung der Regelung bei Ausgangsbeschränkungen und dem Einzelhandel.

Ein möglicher Ausweg könnte sein, dass Angela Merkel auf eine Gesetzesänderung im Infektionsschutzgesetz setzt und der Bund somit per Verordnung deutschlandweite einheitliche Corona-Regeln erlässt. Das müsste allerdings ebenfalls der Bundesrat durchwinken, also die Länderchefs!

6.40 Uhr: Massive Impfstoff-Kürzung in Hausarzt-Praxen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Liefermenge von BioNtech-Impfstoff an die Hausärzte massiv gekürzt. Ende April, in der 16. Kalenderwoche (19-25. April), erhalten die Hausärzte 463.320 Dosen, ursprünglich waren 700.000 mehr beschlossen worden! Auch in der 17. Kalenderwoche werden die Lieferungen stark gekürzt. Statt 2,6 Millionen Dosen Impfstoff erhalten die Hausärzte nur 1,7 Millionen.

Grund für diese Maßnahmen sind laut „Business Insider“ deutliche Liefer-Ausfälle von AstraZeneca an die Impfzentren. Deswegen erhalten sie mehr BioNtech-Impfstoff zum Ausgleich. Der abgezwackte Impfstoff könnte aber trotzdem nicht reichen, um alle vereinbarten Termine in den Impfzentren einzuhalten.

6 Uhr: Corona-Lage spitzt sich wieder zu

Nach den niedrigen Corona-Zahlen über Ostern, meldet das Robert-Koch-Institut am Freitag wieder eine hohe Fallzahl von über 25.000 Neuinfektionen. Somit ist auch wieder die bundesweite 7-Tages-Inzidenz auf nun 110 angestiegen.

8. April 2021

22.13 Uhr: Kann man Sputnik V vertrauen?

Bayern hat ihn schon geordert, auch Mecklenburg-Vorpommern hat bereits die Fühler ausgestreckt: Der russische Impfstoff Sputnik V ist gefragt. Doch was ist überhaupt über den Vakzin bekannt? Die wichtigsten Fragen – und Antworten – findest du HIER.

18.53 Uhr: Corona-Gipfel wackelt mächtig

Nach dem vergangenen Corona-Gipfel nahm Angela Merkel die Osterruhe zurück, entschuldige sich öffentlich. Nun droht bereits der nächste Krach, noch vor dem nächsten Treffen zwischen Bund und Ländern am Montag.

Wie mehrere Medien berichten, zweifeln die Teilnehmer daran, ob die MPK überhaupt stattfinden soll. Der Streitpunkt: Was soll überhaupt beschlossen werden? Eine Verlegung auf Mittwoch steht im Raum.

16.17 Uhr: Ministerpräsidentenkonferenz doch nicht am Montag?

Die für Montag geplante Ministerpräsidentenkonferenz soll laut der „Bild“ ausfallen. Grund sei, dass man eine weitere Chaos-Sitzung verhindern wolle. Ob die Konferenz verschoben oder abgesagt wird, sei noch unklar.

14.20 Uhr: Impf-Hammer am Mittwoch! Ist der Knoten jetzt geplatzt?

Plötzlich tut sich was beim Impfen in Deutschland! Am Mittwoch wurden 656.357 Impfungen gegen Corona gemeldet. Knapp die Hälfte erfolgte bei Hausärzten Darin enthalten sind keine Nachmeldungen der Osterttage, sondern tatsächlich Impfungen, die am Mittwoch verabreicht wurden. Hinzu kamen 169.668 nachträglich gemeldete Impfungen.

Es ist der mit Abstand höchste Tageswert bei den Corona-Impfungen bisher in Deutschland. Die bisherigen Spitzenreiter-Tage erreichten nur knapp unter 300.000 Impfdosen.

13.14 Uhr: Christian Drosten teilt Tweet, der dramatisches Ausmaß verdeutlicht – „Dies ist ein Notruf“

Christian Drosten ist einer der führenden Virologen in Deutschland. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird er immer wieder zu Rate gezogen, wenn es um die Bekämpfung der aktuellen Situation geht. Nun setzt er auf Twitter einen „Notruf“ ab.

Drosten teilt Grafiken, die die Auslastungen der Intensivbetten in Deutschland verdeutlichen.

Der ursprüngliche Tweet ist von Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI). Daher stammen die Daten zur Belegung der Intensivbetten, so Drosten.

Karagiannidis schreibt: „Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen bevor Ihr reagieren wollt??? Wir verpassen jede Ausfahrt zur Senkung der Zahlen. Unser Prognosemodell im Abgleich mit den realen Zahlen (in Grün) spricht Bände. Bitte handelt endlich!“

Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 wieder deutlich an. Derzeit sind es mehr als 4400, zu Jahresbeginn waren es knapp 5800 gewesen.

10.50 Uhr: Corona-Machtkampf! Ministerpräsident Weil widerspricht Merkel offen

Es kommt Widerspruch aus den Ländern gegen die Pläne des Kanzleramtes das Infektionsschutzgesetz zu ändern und dem Bund mehr Kompetenzen zu verschaffen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte, er sei gegen einen „kurzatmigen Aktionismus“. Er äußerte „große Zweifel“, dass sein Bundesland einen bundeseinheitlichen Lockdown mittragen werden. Die Lage in den Kliniken in Niedersachsen sei entspannt. „Diesen exponentiellen Anstieg, den wir ja befürchten mussten, den sehe ich nicht“, so der SPD-Politiker im Morgenmagazin.

Die CDU-Ministerpräsidenten Tobias Hans im Saarland und Daniel Günther in Schleswig-Holstein setzen derweil auf Öffnungen. In Schleswig-Holstein soll ab kommender Woche die Außengastronomie bei regionalen Inzidenzwerten unter 100 öffnen. Im Saarland sind Außengastronomie, Fitnessstudios, Thater und Kinos für Menschen mit einem negativen Corona-Test bereits wieder geöffnet.

7.10 Uhr: Merkel will bei Pandemiebekämpfung offenbar Ministerpräsidenten entmachten

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung plant Angela Merkel eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes. Damit würde der Bund mehr Kompetenzen bei der Pandemiebekämpfung erhalten. Die Bundesregierung will demnach, dass Landkreise mit erhöhten Inzidenz- und R-Werten sowie unter Berücksichtigung weiterer Faktoren, verpflichtet werden, ihre Lockdown-Maßnahmen zu verschärfen.

Dieser Schritt würde die Landesregierung entmachten. Müsste aber von ihnen zunächst im Bundesrat abgesegnet werden!

Am Mittwoch sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer, dass die Bundesregierung einen bundeseinheitlichen Lockdown für richtig erachten würde. „Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trägt im Moment nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei“, so Demmer.

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6.45 Uhr: RKI meldet wieder extrem hohe Corona-Fallzahlen nach Ostern

Nach den Oster-Feiertagen meldet das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen 20.407 Covid-19-Neuansteckungen sowie 306 Todesfälle.

Durch die niedrigen Zahlen am langen Wochenende geht die 7-Tage-Inzidenz dennoch zurück. Sie liegt aktuell bei 105,7. Am Vortag waren es noch 110,1. In der vergangenen Woche lag der Wert noch bei 134,2.