Kanzlerkandidat bei den Grünen: Wenn du DAS machst, erfährst du angeblich als Erster, wer es wird

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Superwahljahr 2021: Diese Entscheidungen stehen an

Im Wahljahr 2021 fallen in Deutschland einige richtungsweisende Entscheidungen. Die wohl wichtigste: Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt. Wir zeigen Dir, welche Wahlen dieses Jahr anstehen.

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Es ist eine der Fragen zur Bundestagswahl, die mit Spannung erwartet werden: Gibt es nach der Bundestagswahl im September mit Robert Habeck erstmals einen Bundeskanzler der Grünen – oder sogar mit Annalena Baerbock eine Bundeskanzlerin?

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung darf sich die Partei nicht nur Hoffnung darauf machen, Teil der Regierung zu sein, sondern sie auch anzuführen. Insbesondere weil sich die Union selbst im Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder zerfleischt.

Am Montag (19. April) soll Klarhheit herrschen und die Grünen wollen bekanntgeben, ob Annalena Baerbock oder Robert Habeck antritt.

+++ Alles zum Kanzlerkandidaten-Rennen in der CDU liest du hier +++

Kanzlerkandidat bei den Grünen: Wird es Robert Habeck oder Annalena Baerbock?

Mittwoch, 14. April

10 Uhr: Wenn du DAS machst, erfährst du angeblich als Erster, wer es wird

Während in es in der Union drunter und drüber geht und ein offener Machtkampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder entbrannt ist, scheint die Kandidatensuche bei den Grünen professioneller und weitaus gesitteter stattzufinden. Nun hat sich die Partei den nächsten Coup ausgedacht.

Wer sich auf dieser E-Mail-Liste einträgt, erfährt zuerst, wer der Kanzlerkandidat oder die Kanzlerkandidatin der Grünen wird. „Erfahre es zuerst!", ruft die Partei auf ihrer Homepage auf. Doch Vorsicht: Im Kleingedruckten erfährt man, dass man nicht nur über die Entscheidung in der K-Frage informiert wird, sondern danach auch „regelmäßig über AKtionen von Bündnis90/Die Grünen“. Man muss sich also wieder aus dem Newsletter austragen, wenn man wirklich nur als Erster diese eine Frage beantwortet bekommen will.

Klar ist: Auch ohne den Eintrag in den Mail-Verteiler wird man in den Medien oder in Social Media nahezu zeitgleich, möglicherweise auch etwas früher, die Antwort auf die K-Frage der Grünen finden.

Montag, 12. April

15.21 Uhr: ProSieben-Special zum Grünen-Kanzlerkandidat

ProSieben zeigt am Montag, 19. April, um 20.15 Uhr, live das erste ausführliche Gespräch mit der ersten, frisch gekürten Kanzler-Kandidatin oder dem Kanzler-Kandidaten in der Geschichte von Bündnis 90/Die Grünen. Wer wird es sein? Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Der Bundesvorstand der Grünen wird am 19. April vorschlagen, wer von den beiden bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 antritt.

Katrin Bauerfeind und Thilo Mischke interviewen den frisch gebackenen Kandidaten. Die ursprünglich für 20.15 Uhr angekündigte Serie „Chernobyl“ läuft im Anschluss ab etwa 21 Uhr nach „ProSieben Spezial Live. Das Kanzler-Kandidat:in-Interview“.

Freitag, 9. April

19 Uhr: Grünen-Chef Habeck warnt Partei vor „moralischer Arroganz“

Grünen-Chef Robert Habeck hat seine Partei vor „moralischer Arroganz“ und Rechthaberei gegenüber Andersdenkenden gewarnt. Voraussetzung für einen Erfolg der Grünen bei der Bundestagswahl am 26. September sei eine „selbstkritische Haltung gegenüber Macht und Machtausübung“, sagte Habeck am Freitag zum Auftakt des Landesparteitags der nordrhein-westfälischen Grünen in einem Video-Grußwort. Die Grünen müssten für eine neue politische Kultur kämpfen. Die Erosion des politischen Vertrauens könne nur gekontert werden, wenn man sich darum bemühe, auch die jeweils andere Seite zu verstehen. Die Grünen müssten nicht nur „im erweiterten Grünen-Milieu“ für Mehrheiten sorgen, sondern die Gesellschaft insgesamt ansprechen.

Der Grünen-Bundesvorstand will am 19. April vorschlagen, wer von den Parteichefs Annalena Baerbock und Habeck die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl am 26. September übernehmen soll. Die endgültige Entscheidung fällt auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni.

Habeck warnte die Partei auch vor Eingriffen in die persönlichen Freiheitsrechte. So sei etwa der Kampf gegen die Corona-Pandemie „keine Blaupause“ für den Kampf gegen den Klimawandel. „Es darf nicht zu solchen Eingriffen in die Freiheitsrechte kommen, nur weil die Politik ihre Hausaufgaben nicht macht“, sagte der 51-jährige Grünen-Politiker.

In der Corona-Pandemie seien „radikale politische Fehler gemacht worden“, so Habeck. Schon im Herbst habe man gewusst, dass die nächste Corona-Welle komme. Das Zögern und Zaudern habe Deutschland und Europa in eine schwere Krise gerissen. Der derzeitige Vertrauensverlust in die CDU/CSU und die Bundespolitik insgesamt sei gefährlich für die Gesellschaft. Jede Häme und Schadenfreude aber verbiete sich an dieser Stelle, „weil Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit die Essenz ist, dass Demokratie funktioniert“.

Die NRW-Grünen wollen von Freitag bis Sonntag ihre Landesliste für die Bundestagswahl am 26. September aufstellen.

8.30 Uhr: Entscheidung soll längst gefallen sein

In knapp zehn Tagen wollen die Grünen bekannt geben, wer die Partei in die Bundestagswahl im September führt und gleichzeitig als Kanzlerkandidat ins Rennen geht.

Während bei Parteien wie der CDU/CSU vermeintlich jedes Mitglied eine eigene Präferenz hat, zeigen sich die Grünen nach außen geschlossen und vermeiden spekulative Aussagen zu den Chancen von Annalena Baerbock oder Robert Habeck. Doch hinter den Kulissen soll es dagegen längst eine Entscheidung gegeben haben.

Denn laut „Welt“ soll Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen bekannt gegeben werden. Die 40-Jährige sei sowohl innerhalb der Partei, aber auch in Wirtschaft und bei den Gewerkschaften deutlich besser vernetzt, inhaltlich sattelfest und „auch unter Hochdruck dazu in der Lage, Entscheidungen zu fällen“.

Ein weiterer Grund: Es wäre innerhalb der Partei nur sehr schwer zu vermitteln, wenn von zwei geeigneten Kandidaten der Mann den Vorzug vor der Frau bekäme – Frauen haben bei den Grünen traditionell das erste Zugriffsrecht auf den Listenplatz eins.

Während Habeck in dem Spitzen-Duo lange Zeit als Favorit galt, hat Baerbock im öffentlichen Ansehen mittlerweile aufgeholt. In grünen Kreisen kursiert die Annahme, Robert Habeck könne bei der Bundestagswahl zwischen 15 und 35 Prozent einfahren – er gilt als Risikokandidat. Annalena Baerbock werde ein Ergebnis „um die 18 Prozent“ zugetraut – sie ist somit die stabilere Kandidatin.

Mittwoch, 8. April

14.15 Uhr: Baerbock als Frau mit den besseren Karten?

Der Machtkampf in der CDU/CSU um das Rennen ist in vollem Gange. Annalena Baerbock und Robert Habeck haben hingegen angekündigt, sich gemeinsam auf eine Kandidatur einigen zu wollen. Bereits in der Vergangenheit hatte Habeck betont, Baerbock habe als Frau das erste Zugriffsrecht auf diese Position. Auch wenn er bisher der Überzeugung war, dass sie nicht auf diese Karte setzen werde.

In der Grünen-Fraktion, so berichtet der „Tagesspiegel“, gelte Baerbock als Favorit, vor allem bei weiblichen Abgeordneten. Zudem wäre die Nominierung Baerbocks auch nach außen ein sichtbares Zeichen. Union und SPD werden jeweils einen Mann als Kanzlerkandidaten nominieren, beziehungsweise haben das bereits getan. Mit Habeck als Grünen-Kandidat wäre es ein reines Männer-Rennen – kann sich die Partei, die sich Geschlechtergerechtigkeit ganz oben auf die Fahne schreibt, diese Außenwirkung wirklich erlauben?

13.15 Uhr: Umfrage zeigt überraschenden Trend für Baerbock

In vielen Meinungsumfragen wusste Robert Habeck meist die Gunst der Wähler und Wählerinnen hinter sich und landete zum Teil sogar deutlich vor Annalena Baerbock. Das scheint sich nun jedoch zu wenden.

Am Mittwoch erschien eine Meinungsumfrage des Instituts Forsa für „RTL“ und „ntv“. Das Trendbarometer zeigt: Bei einer direkten Wahl des Bundeskanzlers läge Baerbock jetzt vor Habeck, wenn auch nur minimal. Während der Grünen-Chef auf 22 Prozent Zustimmung stößt, sind es bei Baerbock 23 Prozent. Beide landen damit in jedem Fall vor Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Sie kommen jeweils nur auf 17 Prozent der Stimmen, sollte die Union Laschet aufstellen.

An Markus Söder kommen jedoch weder Baerbock noch Habeck ran. Doch auch bei seiner Nominierung könnte in einem Dreikampf Baerbock leicht besser abschneiden. In diesem Fall käme die Politikerin auf 20 Prozent, Habeck auf 19. (dav, mit dpa)