Corona: Geimpfte mit „definitiv mehr Freiheiten“ als Ungeimpfte – Kanzleramtschef macht Ansage

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Corona-Varianten: Wie entstehen Mutationen und was macht sie gefährlich?

Was sind eigentlich Corona-Varianten und warum werden sie mit griechischen Buchstaben bezeichnet.

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Eine doppelte Impfung gegen Corona bietet auch gegen die Delta-Variante einen sehr guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen, aber eben keinen hundertprozentigen. Nun untersuchten Forscher, welche Menschen trotz Impfung weiterhin gefährdet sein könnten.

Derweil steigt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland weiterlich kontinuierlich an. Besonders zwei Gruppen treiben die Zahlen nach oben: Reiserückkehrer und junge Menschen.

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Corona in Deutschland (Stand 25. Juli 2021):

  • 7-Tage-Inzidenz: 13,8
  • Neue Covid-19-Fälle: 1387
  • Corona-Todesfälle insgesamt: 91.524

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Newsblog: Corona in Deutschland

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Sonntag, 25. Juli

15.55 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun bringt Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen ist eine neue Diskussion über Einschränkungen für Menschen ohne Impfung entbrannt. Sollten die Neuinfektionen weiter so zunehmen, müssten sie ihre Kontakte wieder reduzieren, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der „Bild am Sonntag“. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist“, warnte er. CDU-Chef Armin Laschet bremste sogleich: Der Vorschlag müsse noch einmal erörtert werden.

Braun äußerte seine Sorge über die zunehmenden Infektionen: „Die Zahl der Neuinfektionen steigt noch schneller als in den vorherigen Wellen“, sagte er und rief die Bürger eindringlich zum Impfen auf. Dafür gebe es zwei Argumente: Die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte“, sagte Braun.

8.02 Uhr: Impfpflicht? Grünen-Politiker Kretschmann will das nicht ausschließen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für denkbar. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt's auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können.

Samstag, 24. Juli

20.10 Uhr: Experte zerreißt Corona-Planer: „Datenerhebungskatastrophe“

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon überzeugt, dass die Pandemie mit einer besseren Erhebung von Daten in Deutschland leichter bewältigt werden könnte. „Wir haben eine Datenerhebungskatastrophe“, sagte er im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)“. Deshalb fehle in der Corona-Krise eine Datengrundlage für wirksame Maßnahmen.

„Das hat uns die letzten anderthalb Jahre begleitet und ist meines Erachtens nur in homöopathischen Dosen besser geworden“, so der Forscher vom Bernhard-Nocht-Institut. Dies betreffe etwa die Frage, wer nachgeimpft werden müsse. Die Frage nach der Impf-Auffrischung müsse ohnehin in den kommenden Wochen und Monaten dringend beantwortet werden, betonte er erneut. Denn: „Das Virus wird uns unser ganzes Leben weiter beschäftigen.“

11.02 Uhr: Inzidenz steigt auf 13,6

Die Bedrohung durch eine vierte Corona-Welle im Herbst als Folge von Urlaub, Delta-Variante des Virus und Impf-Unwilligkeit nimmt kontinuierlich zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 13,6 – am Vortag betrug der Wert 13,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1919 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben.

Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1608 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote gewesen.

8.18 Uhr: Apotheken stellen wieder Impfzertifikate aus

Ab nächster Woche sollen Apotheken in Deutschland schrittweise wieder Corona-Impfzertifikate ausstellen können. Das Bundesgesundheitsministerium teilte der Deutschen-Presse Agentur am Freitag mit, Apotheken würden in der nächsten Woche nach und nach wieder Zugang zum Portal des Deutschen Apothekerverbands (DAV) bekommen und somit wieder Impfzertifikate aushändigen können. Der DAV hatte die Ausstellung in Rücksprache mit dem Ministerium gestoppt, da es am Donnerstag Berichte über eine Sicherheitslücke gab.

Freitag, 23. Juli

21.11 Uhr: Virologe Christian Drosten in Sorge - droht erneut eine schwere Coronawelle im Winter?

Vielerorts in Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit niedrig, Corona-Sorgen treten da womöglich in den Hintergrund. Viele Menschen wiegen sich in falscher Sicherheit, glaubt der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin. In einem schriftlich geführten Interview der Deutschen Presse-Agentur erklärte er: Um einer schweren Winterwelle vorzubeugen, brauche es eine deutlich höhere Impfquote.

Wie jeder Bürger erhoffe ich mir, dass es in diesem Jahr nicht zu einer Winterwelle mit vielen schweren Fällen kommt. Auch ich wünsche mir, dass nicht noch einmal Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens notwendig werden.

Ich bin aber zunehmend besorgt über den Impffortschritt. Hier kommen wir nicht schnell genug voran, obwohl genug Impfstoff zur Verfügung steht. Viele Menschen wähnen sich angesichts einer niedrigen Inzidenz in Deutschland in einem falschen Sicherheitsgefühl. Es ist wichtig, jetzt sehr viel mehr Informationsarbeit zu leisten - auch im privaten Umfeld, damit die Impfquote schneller ansteigt. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit von erneuten schmerzhaften Eingriffen im Winter.

Auf die Frage der dpa: „Reicht die bisherige Impfquote schon für die erwartete Entkoppelung von Inzidenz und Intensivstationen - also dass höhere Werte sich dank der Impfungen nicht mehr so stark in den Kliniken bemerkbar machen?“, antwortete der Virologe: „Die bisherige Impfquote reicht sicherlich nicht aus. Wenn die Impfquote nicht signifikant erhöht wird, ist eine schwere Winterwelle zu erwarten. Bei 75 Prozent voll Geimpften über 60 Jahren ist ein Viertel dieser besonders gefährdeten Altersgruppe ohne Schutz. Wenn das so bliebe, könnten wir - stark vereinfacht gesagt - nur etwa viermal mehr Infektionen zulassen als noch vor der Impfkampagne. Diese Vervierfachung wäre bei einer Verdopplungszeit von vielleicht 10 bis 14 Tagen in weniger als einem Monat erreicht.“

16.06 Uhr: Offiziell! Spanien und Niederlande gelten nun als Hochinzidenzgebiete

Bundesregierung und Robert-Koch-Institut (RKI) haben Spanien und die Niederlande am Freitag als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft, außerdem die Kaukasus-Republik Georgien. Mit der Einstufung sind verschärfte Einreise- und Quarantäne-Regeln verbunden. Die neue Einstufung für Spanien und die Niederlande soll am Dienstag um 00.00 Uhr wirksam werden, für Georgien gilt sie schon ab Sonntag.

15.31 Uhr: Moderna für Jugendliche freigegeben

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Zwölf bis 17-Jährige freigegeben. Dies gab die Behörde in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung bekannt. Bisher hatte nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe.

14.20 Uhr: Besorgniserregender Corona-Trend bei jungen Menschen in Deutschland

Nicht nur bei Reiserückkehrern aus Spanien (Update 6.40 Uhr) ist ein besorgniserregender Trend zu erkennen, sondern auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Während deutschlandweit die 7-Tage-Inzidenz bei 13,2 liegt, liegt sie laut dem Robert-Koch-Institut bei 15-24-Jährigen bei 32! Fast dreimal so hoch also. Bei Menschen über 60 Jahre liegt die Inzidenz lediglich bei fünf.

Auch in England sind junge Erwachsene von der neuen Infektionswelle am stärksten betroffen. Laut der Gesundheitsbehörde Public Health England lag hier die 7-Tage-Inzidenz sogar bei 1.155 unter 100.000 Menschen. Das ist der höchste je festgestellte Wert seit Ausbruch der Corona-Pandemie.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Die meisten jungen Menschen hatten bis vor wenigen Wochen noch keine Möglichkeit sich impfen zu lassen und bislang oft erst eine Spritze. Bei nicht wenigen ist das Interesse an einer Impfung allerdings auch gering, weil sie sich nicht in Gefahr eines schweren Krankheitsverlaus wähnen.

Laut Experten kann aber das Long-Covid-Syndrom auch in dieser Altersgruppe auftreten, außerdem besteht auch für ältere und vorerkrankte bereits Geimpfte kein hundertprozentiger Impfschutz, wenn sie etwa mit infizierten Verwandten zusammenkommen.

6.40 Uhr: Reiserückkehrer treiben Infektionszahlen nach oben – ein Urlaubsland besonders gefährlich

Das Robert-Koch-Institut hat nun veröffentlicht, in welchen Ländern sich Reiserückkehrer am häufigsten anstecken. Dabei sticht ein Land deutlich heraus.

Von allen Infektionen in Deutschland ließen sich in der Kalenderwoche 28, also Mitte Juli, insgesamt 389 auf Reiserückkehrer aus Spanien zurückführen. In der Kalenderwochen davor waren es 249 und 136. Der Trend ist damit eindeutig: Immer mehr Urlauber stecken sich in Spanien an und bringen das Virus mit nach Deutschland.

Spanien steht damit deutlich an der Spitze. Danach folgten in der Meldewoche 28: Türkei (80), Kroatien (66) und Griechenland (55). Wenn man die vier Kalenderwochen 25-28 insgesamt anschaut, dann kommen aus Spanien 821 registrierte Infektionen, aus Russland 171 und aus den Niederlanden 124, teilt das RKI nun mit.

Reiserückkehrer sind somit Infektionstreiber in Deutschland. Während noch am 14. Juli die Verdoppelungszeit der aktiven Corona-Fälle bei 63 Tagen lag, ist sie nun auf 12 Tage gesunken.

Es ist somit aktuell damit zu rechnen, dass wir Anfang August doppelt so viele aktive Corona-Fälle haben werden als heute. Die Dynamik des Infektionsgeschehens hat somit deutlich zugenommen.

Donnerstag, 22. Juli

17.15 Uhr: Ausstellung des digitalen Impfausweises gestoppt

Wegen einer gravierenden Sicherheitslücke hat der Deutsche Apotherverband (DAV) das Erstellen von digitalen Impfzertifikaten gestoppt. Das Handelsblatt habe bei Recherchen einen Fake-Apothekeninhaber mithilfe gefälschter Dokumente in das Portal eingeschleust. Deshalb teilt der DAV nun mit, dass das Prozedere erstmal gestoppt sei. Seit Mittwochnachmittag hatten sich Apothekenmitarbeiter schon gewundert, warum sie nachträglich keine digitalen Impfzertifikate mehr ausstellen können.

Nachdem dies bekannt wurde, wurde überprüft, ob es weitere Fake-Accounts gelungen sei, das System zu hacken. Dies sei aber nach ersten Erkenntnissen nicht der Fall. „Daher ist davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher über Apotheken ausgestellt worden sind, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken ausgestellt wurden“, so der DAV.

15.45 Uhr: Spanien und Niederlande schon morgen wieder Hochinzidenzgebiete?

Die Bundesregierung will Spanien und die Niederlande einem Medienbericht zufolge am Freitag zu Hochinzidenzgebieten erklären. Außerdem soll Luxemburg als einfaches Risikogebiet eingestuft werden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise am Donnerstag berichteten. Spanien gilt seit anderthalb Wochen als einfaches Risikogebiet, die Niederlande erst seit Sonntag.

Die Einstufungen haben Folgen für die Quarantäneregeln. Bei Hochinzidenzgebieten müssen Touristen nach einer Rückkehr in eine zehntägige Quarantäne gehen, die sie aber nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beenden können.

15.29 Uhr: Karl Lauterbach schlägt wegen zunehmender Inzidenz Alarm „Risiko ist sehr hoch“

Karl Lauterbach hat bei Twitter nun Alarm geschlagen. Er fordert eine baldige Booster-Impfung für Menschen mit geschwächter Immunfunktion. In Israel haben diese Impfungen schon begonnen. Auch im Hinblick auf den Herbst, bei dem Jens Spahn schon ankündigte, dass wir mit Inzidenzen bis zu 800 rechnen könnten, wenn die Menschen sich nicht weiterhin an die Schutzmaßnahmen hielten, sei dies nun notwendig, um die Bevölkerungsgruppe zu schützen.

7.40 Uhr: Besonders DIESE Menschen könnten trotz Corona-Impfung schwer erkranken

Trotz einer Corona-Impfung sind einige Patienten weiterhin gefährdet auch einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Auch wenn das Risiko deutlich geringer ist als ohne Impfung, gibt es solche Fälle, insbesondere bei Patienten, die sich mit der Delta-Variante infizieren

In Israel wurde nun in einer Studie untersucht, welche Menschen hier gefährdeter sind. Hierzu wurden Daten von 152 Patientenakten aus Krankenhäusern analysiert. Alle Patienten der Studie wurden vor ihrer Erkrankung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

Das waren die Ergebnisse der Studie:

  • Das mittlere Alter (Median) der Erkrankten lag bei rund 71 Jahren
  • 70 Prozent davon waren Männer.
  • 25 Prozent kamen aus Pflegeheimen.
  • 40 Prozent nahmen Medikamente, die ihr Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Etwa aufgrund einer Kortison-Behandlung wegen einer Autoimmunerkrankung, einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation.
  • Die große Mehrheit litt an weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck (71 Prozent), Diabetes (48 Prozent), Herzschwäche (27 Prozent), Nieren- und Lungen-Krankheiten (jeweils 24 Prozent), Krebs (ebenfalls 24 Prozent) und Demenz (19 Prozent).
  • Nur 4 Prozent waren absehen von ihrer Corona-Infektion gesund.

Von den 152 geimpften Klinik-Patienten verstarben 34. Das entspricht einer Rate von 22 Prozent.

+++ Corona: Spahn warnt vor Hammer-Inzidenz im Herbst – „im Oktober 800“ +++

7 Uhr: Droht Deutschland „große vierte Welle“ wegen Impf-Schneckentempo?

In einer Analyse warnt die „Süddeutsche Zeitung“ davor, dass Deutschland gefährlich langsam impfe. Wenn sich daran nichts ändere, steuere die Bundesrepublik auf eine große vierte Welle zu.

Laut der Prognose der SZ würde man beim aktuellen Impftempo erst Mitte Dezember 85 Prozent der über 11-Jährigen vollständig geschützt haben. Sollte sich der Rückgang der täglichen Impfungen wie zuletzt fortsetzen, gäbe es sogar bei nur 70 Prozent eine Sättigung.