Annalena Baerbock wird im ZDF deutlich, als AfD-Frau über Angst vor Muslimen spricht

Annalena Baerbock: Das ist die erste grüne Kanzlerkandidatin

Annalena Baerbock: Das ist die erste grüne Kanzlerkandidatin

Sie kann als erstes Mitglied der Grünen Bundeskanzlerin werden: Annalena Baerbock. Wir stellen die Politikerin vor.

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Viel ging es in der ZDF-Sendung „Klartext, Frau Baerbock“ um die Kosten der Energiewende, doch auch das Thema Migration wurde dort angesprochen. Zu einer besonders spannenden Situation kam es, als eine AfD-Lokalpolitikerin das Wort erhielt und Annalena Baerbock Fragen stellen konnte.

Die AfD-Frau sprach in der ZDF-Show von ihren Ängsten vor muslimischen Männern. Dagegen bezog Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wenige Tage vor der Bundestagswahl klar Stellung.

Annalena Baerbock wird im ZDF deutlich, als AfD-Frau über ihre Angst vor Muslimen spricht

Obwohl ihre Eltern selbst einen Asyl-Hintergrund haben, engagiert sich die Frau kommunalpolitisch in der AfD. Wie sie in der ZDF-Sendung sagte, wurden ihre Eltern in Vietnam aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt und flohen deshalb nach Deutschland.

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Mehr zu Annalena Baerbock:

  • Die 40-Jährige ist die erste Kanzlerkandatin ihrer Partei
  • Seit 2018 ist sie zusammen mit Robert Habeck Parteichefin der Grünen.
  • Vor wenigen Monaten führte sie noch überraschend in Umfragen, mittlerweile liegt ihre Partei zwischen 15-17 Prozent.
  • Baerbock ist seit 2007 verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.

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Das Thema Glaube und Asyl war auch ihr Anliegen, weshalb sie sich bei „Klartext, Frau Baerbock“ an die Kanzlerkandidatin wandte. Sie besorge es, dass in den Evakuierungsflügen aus Afghanistan überwiegend junge Männer saßen, darunter einige bereits abgeschobene und verurteilte Straftäter.

Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik belege, dass Einwander aus muslimischen Ländern gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überrepräsentiert seien, „insbesondere bei der Gewalt gegen Frauen“, so der ZDF-Studiogast.

Deswegen wollte die AfD-Lokalpolitikerin von der Kanzlerkandidatin der Grünen wissen, wie sie Frauen besser schützen wolle, wenn sie doch kategorisch gegen Abschiebungen nach Afghanistan sei – und ob sie es nicht für sinnvoll erachte, die Einwanderung aus muslimischen Ländern einzugrenzen.

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Annalena Baerbock liefert gegenüber der AfD-Frau tatsächlich Klartext im ZDF

In ihrer Antwort bezog Annalena Baerbock eindeutig Stellung und erhielt dafür mehrfach Applaus vom Studio-Publikum. „Ganz klar: Abschiebungen nach Afghanistan müssen gestoppt und ausgesetzt werden“, erklärte die Grüne.

Man könne Menschen nicht in das von den Taliban regierte Land abschieben, wo ihnen auch die Todesstrafe drohe. Hier gelte das Völkerrecht und das müsse dauerhaft sichergestellt werden. In einem Rechtsstaat könne es keinen Unterschied geben beim Blick auf die Nationalitäten: „Die Stärke unseres Landes ist, dass wir nicht Recht nach Einzelfall auswählen, sondern uns ans Völkerrecht halten“.

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Die Menschenrechte seien unteilbar, deswegen sei es „absolut nicht zu akzeptieren“, Asylberechtigten die Menschenrechte abzusprechen, weil sie aus gewissen Ländern kommen, sagte Baerbock entschlossen zur AfD-Frau.

AfD-Gast zu Annalena Baerbock im ZDF: „Ich bin nicht die einzige Frau, die Angst hat“

In ihrer Entgegnung wurde das AfD-Parteimitglied, das im ZDF eine heimatnahe Unterbringung der Geflüchteten aus Afghanistan forderte, persönlicher und emotionaler:.

„Ich stelle diese Frage, weil ich Angst vor einem neuen 2015 habe – und ich glaube nicht, dass ich die einzige Frau bin, die Angst vor einer weiteren Masseneinwanderung hat“, sagte sie. Dann zählte sie Namen von vergewaltigten und ermordeten Frauen auf. Ihre Stimme stockte etwas, als sie weitersprach: „Ich hatte gehofft, dass Sie eine bessere Antwort auf meine Frage finden würden. Aber die Angst, die ich und viele andere Frauen auch haben, konnten Sie mir heute nicht nehmen.“

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Annalena Baerbock ließ sich auf diesen Vorwurf nicht ein: „Ja, ich habe eine komplett andere Meinung. Das ist offensichtlich. Weil für mich gilt, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat. Und wenn es einen Vergewaltiger, einen Straftäter gibt, dann muss er verurteilt und ins Gefängnis gebracht werden.“

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Zuletzt ging Baerbock noch auf die Statistik zu Straftaten gegen Frauen ein, die von der Frau angesprochen wurde. Die größte Gefahr gehe für Frauen in Deutschland vom eigenen Partner oder Ehemann aus, so die Bundestagsabgeordnete. Jeden Tag versuche ein Partner seine Frau zu töten, jeden dritten Tag gelinge das.

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Das müsse verhindert werden: „Frauen, egal welcher Herkunft, vor Tätern, egal welcher Herkunft, besser zu schützen“, so Baerbock, die dafür erneut breiten Applaus erhielt.

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