ZDF-Moderatorin lädt AfD-Politiker ein – und lacht ihn im Live-TV aus

Der rasante Aufstieg der AfD

Der rasante Aufstieg der AfD

Seit 2013 gibt es die Alternative für Deutschland (AfD). Seit ihrer Gründung hat die rechtspopulistische Partei einen rasanten Aufstieg hingelegt.

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Sie sind DIE Verlierer der NRW-Wahl 2022: die AfD. Gerade einmal 5,6 Prozentpunkte hat die selbst ernannte Alternative für Deutschland nach den ersten Hochrechnungen (Quelle: ARD, Stand: 19.28 Uhr) einfahren können. Im Vergleich zur letzten Wahl ein Minus von 1,8 Prozent.

Ein Ergebnis, dass AfD-Chef Tino Chrupalla so nicht gefallen konnte, dementsprechend angefressen ging der 47-Jährige auch ins Gespräch mit ZDF-Moderatorin Bettina Schausten. Ein Wesenszug, den die erfahrene Journalistin scheinbar schnell erkannt hatte und mit ihren Fragen nur noch unterstrich. Da konnte Chrupalla im ZDF noch so sehr die Leistungen seiner Partei schönreden.

ZDF: Bettina Schausten hat AfD-Parteifchef Tino Chrupalla zu Gast

„Wir sind erstmal zufrieden, dass es aller Voraussicht nach reicht, dass wir in den Landtag einziehen werden. Dafür auch noch mal herzlichen Dank an unsere Wähler. Wir haben viele neue Gesichter, die in den Landtag einziehen werden, es wird eine Alternative hier im Landtag geben, das ist wichtig. Gleichwohl sind wir natürlich in Gänze nicht zufrieden. Da werden wir uns die Tage natürlich unterhalten müssen, inwieweit wir eine Initiative West auch hier brauchen“, so der AfD-Vorsitzende.

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Die AfD:

  • AfD steht für „Alternative für Deutschland“
  • Parteivorsitzende sind Jörg Meuthen und Tino Chrupalla
  • Gründung am 6. Februar 2013 in Berlin als zunächst rechtsliberale und EU-skeptische Partei
  • 2015 erste Spaltung eines wirtschaftsliberalen Flügels unter Parteigründer Bernd Lucke – Partei rückt dadurch deutlich nach rechts
  • bei der Bundestagswahl 2017 holte sie 12,6 Prozent, 2021 noch 10,3 Prozent
  • stärkstes Wahlergebnis war 27,5 Prozent bei der Landtagswahl in Sachsen 2019

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Dass man im Westen nicht so erfolgreich sei wie im Osten, sei regionalen und lokalen Unterschieden geschuldet, man habe hier mit anderen Voraussetzungen zu kämpfen, so der 47-jährige gebürtige Sachse. Dass er auch am Abschneiden seiner Partei schuld sein könne, kam Chrupalla dabei scheinbar nicht in den Sinn.

Genau darauf wies ihn aber Schausten im Laufe des Gespräches hin. Es sei die neunte Wahl in Folge, bei der die AfD verliere, so die 57-Jährige. Seit 2019 sei er Parteichef, so die künftige ZDF-Chefredakteurin weiter. Und dann kam die Frage, die Chrupalla besonders auf die Palme brachte: „Bei allen Wahlen danach Herr Chrupalla, ab Hamburg 2020 ging immer der Balken nach unten. Müssen Sie dafür als Parteichef jetzt nicht grundsätzlich neue Antworten finden, als immer nur das Einzelergebnis zu bewerten?“

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ZDF: Nach dieser Aussage musste Bettina Schausten lachen

Das wolle man ja auch, so Chrupalla. Allerdings, so der AfD-Politiker weiter, habe man es auch schwerer als andere Parteien. „Wir haben es natürlich schwieriger, wir werden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum zu Podiumsdiskussionen eingeladen, das ist ja auch eine Replik an Sie, wir werden ja auch kaum in irgendeiner Weise dort zu Wort kommen. Also alternative Meinungen sind nicht erwünscht“, erklärt sich Chrupalla.

Eine Antwort, bei der Bettina Schausten nicht mehr an sich halten konnte und sichtlich lachen musste. „Also Herr Chrupalla, dieses Muster kennen wir so von Ihnen ... Wissen Sie was, ich weise es mal zurück, denn Sie stehen hier und wir diskutieren“, versuchte die erfahrene Journalistin wieder die notwendige Ernsthaftigkeit zurückzugewinnen. Und Chrupalla? Dem blieb nur die Antwort: „Ja, wenigstens habe ich heute mal die Gelegenheit, es live im deutschen Fernsehen zu sagen.“

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