Gas: Eskaliert die Lage ab dem 11. Juli? „Jeder sollte 2.000 Euro auf Konto haben“

Sorge vor russischem Gasstopp: Speicher in Deutschland werden aufgefüllt

Sorge vor russischem Gasstopp: Speicher in Deutschland werden aufgefüllt

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine werden derzeit die Gasspeicher in Deutschland aufgefüllt, um unabhängiger vor einem möglichen Lieferstopp Russlands zu sein. Der Füllstand sei derzeit "gut, aber nicht ausreichend", heißt es aus dem Bundeswirtscaftsministerium.

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Spitzt sich die Gas-Krise schon in wenigen Tagen weiter zu? Der 11. Juli könnte zu einem entscheidenden Datum für die Gas-Versorgung Deutschlands werden – möglicherweise ein dramatischer Wendepunkt.

Auf die Kunden kommen auf jeden Fall deutlich höhere Kosten zu. Es gibt düstere Prognosen von Experten zum Gaspreis.

Gas: Eskaliert die Lage ab dem 11. Juli? Was plant Putin?

Aktuell hat Putin die Gas-Lieferungen nach Deutschland bereits deutlich gedrosselt, angeblich wegen technischer Schwierigkeiten, wohl aber politisch gewollt. Möglicherweise steht die Ostseepipeline Nord Stream 1 bald ganz still, nämlich in Folge der Wartung am 11. Juli. „Wir wissen nicht, was danach passiert“, so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, im Gespräch mit RTL und ntv.

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Auch Müller kann also nicht ausschließen, dass nach der bereits länger geplanten Wartung noch weniger oder gar nichts mehr aus Russland fließen wird. Putin könnte den Termin als Vorwand nutzen, um die Wartung in die Länge zu strecken – über Wochen und Monate.

Gas-Notfallplan: Deutschen Verbrauchern droht Kostenexplosion

Ob Deutschland die Speicher für den Winter auf 90 Prozent und noch höhere Füllstände bekommt, erscheint fraglich. Aktuell liegen die Speicher bei knapp 59 Prozent. Sie sind damit zwar stärker gefüllt als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt, aber wenn nun die Gasmenge aus Russland über Nord Stream 1 weiterhin gedrosselt wird, ist das angestrebte Winterniveau zur Versorgungssicherheit kaum zu erreichen, teilt Habecks Ministerium mit.

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Durch die zweite Stufe im Gas-Notfallplan, den Wirtschaftsminister Robert Habeck am Donnerstag ausgerufen hat, sind unmittelbare Preisanpassungen durch die Versorger möglich. Ihre erheblichen Mehrkosten auf dem Weltmarkt können die Unternehmen dann direkt 1:1 an die Kunden weitergeben und die Tarife ganz plötzlich anpasssen.

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Gas: „Jeder sollte 1500, 2000 Euro auf dem Konto liegen haben

Energieexperte Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal „Verivox“ sagte der „Bild“, dass für Juni, Juli und August Grundversorger bereits 150 Preiserhöhungen angekündigt haben – „um durchschnittlich 35 Prozent“. Mit einer noch größeren Erhöhungswelle rechnet er im Herbst.

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Auch Energie-Experte Daniel Wetzel aus der Wirtschaftsredaktion der „Welt“ geht davon aus, dass Gasrechnungen „sehr kurzfristig, sehr deutlich steigen“ werden. Er sagte im Podcast „Kick-off Politik“, dass die Kunden Geld für die Jahresabrechnung zurücklegen sollten, um Nachforderungen und vor allem auch deutlich erhöhte Abschlagszahlungen begleichen zu können. „Jeder sollte 1.500, 2.000 Euro auf dem Konto liegen haben“, so Wetzel. „Das wäre hilfreich.“