Inflation: Überschreitet sie die 10-Prozent-Marke? Staudamm bricht im September weg

Inflation im Juli voraussichtlich auf 7,5 Prozent abgebremst

Inflation im Juli voraussichtlich auf 7,5 Prozent abgebremst

Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im Juli laut vorläufigen Schätzungen leicht auf 7,5 Prozent verlangsamt. Preistreiber waren einmal mehr die hohen Energiepreise.

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Die Inflation schlägt heftig zu! Egal ob Gas, Sprit oder Lebensmittel – überall schossen die Preise im Jahr 2022 nach oben.

Aktuell liegt die Inflationsrate im Juli 2022 laut dem Statistischen Bundesamt bei 7,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Mai hat sich die Preissteigerung zwar ein bisschen entspannt, da lag die Inflation bei 7,9 Prozent, doch die Lage könnte sich schon im September zuspitzen.

Durchbricht die Inflation im Herbst die 10-Prozent-Marke? Nur DAS bremst die Preissteigerung noch

Es gibt Grund zur Sorge, dass die Inflationsrate im Herbst in zweistellige Höhen klettern könnte. Das liegt nicht nur an den weiter gestiegenen Energiekosten und der kommenden Gasumlage, sondern auch an den dann auslaufenden Gegenmaßnahmen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in einer Studie errechnet, dass ohne 9-Euro-Ticket, Tankrabatt und andere dämpfende Maßnahmen des Staates die Inflation schon längst zwei Prozentpunkte höher liegen würde! „Der Personenverkehr hat einen großen Anteil am Warenkorb, mit dem die Inflation berechnet wird“, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts.

Nach Berechnungen der Europäische Union lag die Inflationsrate in Deutschland im Juni bei 8,2 Prozent. Ohne die staatlichen Entlastungsmaßnahmen hätte sie bereits bei 10,2 Prozent gelegen! Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin, sagte dazu in den „Tagesthemen“: „Mit dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets und anderer Maßnahmen im Spätsommer dürfte die Inflation wieder deutlich steigen, sofern es keine Anschlussentlastungen gibt.“

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In der EU lag die Inflation im Juni schon bei 9,6 Prozent

Genau das ist das Problem: Die kostspieligen Maßnahmen des Entlastungspaketes der Bundesregierung laufen Ende August aus. Ab September könnte der Preisanstieg somit wieder volle Wirkung zeigen und die Inflationsrate dann wieder ansteigen, vor allem, wenn noch die Gasumlage obendrauf kommt.

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In anderen EU-Ländern ist die Lage bereits noch heftiger. Wo starke Entlastungsmaßnahmen des Staates fehlen, kletterte die Inflation im Juni weiter an, während sie in den Sommermonaten in Deutschland leicht sank. Im EU-Schnitt lag die Inflationsrate im Juni bei 9,6 Prozent, der traurige Spitzenreiter Estland meldete sogar 22 Prozent!

„Kurzfristig ist es natürlich erfreulich, dass die Inflation nicht noch stärker steigt“, so Studienautorin Melinda Fremerey vom Institut der deutschen Wirtschaft. „Allerdings sind solche Entlastungen keine langfristigen Lösungen. Um die Inflationseffekte zu dämpfen, sind gezielte Entlastungen und Einmalzahlungen wie die Heizkostenpauschale der richtige Weg.”