Thüringen: Umfrage Beben! AfD mit Höcke hängt alle ab – sozialer Friede in Gefahr?

AfD beendet Bundesparteitag vorzeitig im Streit

AfD beendet Bundesparteitag vorzeitig im Streit

Der Bundesparteitag der AfD in Riesa ist inmitten bitterer Auseinandersetzungen vorzeitig beendet worden. In einer Debatte um eine Europa-Resolution verweigerten sich die Delegierten lange den Vorschlägen des Spitzen-Duos, Tino Chrupalla und Alice Weidel, ehe sie den Text schließlich doch an den Bundesvorstand überwiesen.

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Passiert ist nun das, wovor politische Beobachter seit Wochen warnen: Infolge der hohen Inflation und der Energiekrise, mit in die Höhe schießenden Gas- und Stromrechnungen für Privathaushalte, befindet sich die AfD nach vielen verlorenen Wahlen plötzlich wieder im Umfrage-Aufwind.

Ist der soziale Friede in Gefahr, weil ein Teil der Bevölkerung mit den steigenden Rechnungen schlichtweg überfordert ist und auf die Rechtsaußen-Protestpartei AfD setzt?

AfD: Umfrage-Beben aus Thüringen – auch im Bund auf dem Vormarsch

Das jedenfalls scheinen zwei neue Umfragen zu belegen. Ein regelrechtes Umfrage-Beben kommt aus Thüringen.

Demnach wäre die AfD hier aktuell klar stärkste Partei, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. In einer repräsentativen MDR-Umfrage von infratest dimap (Erhebungszeitraum: 28. Juli bis 2. August), kommt die Partei des rechtsextremen Landeschefs Björn Höcke auf 25 Prozent.

Deutlich dahinter würden Linkspartei und CDU jeweils 22 Prozent holen, die SPD nur 11 Prozent, die Grünen lediglich 7 Prozent und die FDP müsste laut der MDR-Umfrage mit 5 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

Bei der Landtagswahl 2019 holte die AfD bereits 23,4 Prozent und kann nun darauf hoffen, dieses Ergebnis sogar noch zu toppen. Thüringen würde sich bei so einem Wahlausgang noch weiter in eine politische Sackgasse manövrieren, weil die CDU weder mit der AfD noch mit der Linkspartei eine Koalition eingehen will. Die bisherige rot-rot-grüne Minderheitsregierung, angeführt von Ministerpräsident Bodo Ramelow, würde nur noch auf 40 Prozent kommen.

AfD klettert auch bundesweit in Umfrage hoch

Doch auch deutschlandweit scheint die AfD wieder auf dem Vormarsch zu sein und sich trotz des in Teilen desaströs verlaufenden Parteitags und innerparteilicher Grabenkämpfe in den Umfragen zu erholen.

Im jüngsten ARD-Deutschlandtrend, ebenfalls von infratest dimap (Erhebunszeitraum 1. bis 3. August), steigt die AfD auf 13 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten ARD-Sonntagsfrage.

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Umfrage: SPD näher dran an AfD als an Grünen und CDU

Die SPD sackt auf 17 Prozent ab, die CDU klettert auf 28 Prozent, die Grünen bleiben mit 23 Prozent stärkste Ampel-Partei. Die FDP verliert einen Punkt auf 7 Prozent. Die Linkspartei kann von den galoppierenden Preisen, die vor allem für die einkommensschwache Bevölkerungsgruppen eine Belastung darstellen, nicht profitieren: 4 Prozent.

Noch bevor der Preis-Hammer beim Gas richtig zugeschlagen hat und Deutschland in einen problematischen Winter geraten könnte, findet die AfD also zu alter Umfrage-Stärke zurück.

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AfD-nahe Querdenker könnten Energiekrise nutzen und neu mobilisieren

In der Bundesregierung werden angesichts der Energiekrise heftige Proteste im Winter erwartet. „Wenn die Preissteigerungen viele Menschen hart treffen wird und wir zusätzlich im Herbst noch eine starke Corona-Welle erleben, dann ist das Potenzial für Mobilisierung und Radikalisierung da“, warnte Bundesinnenministerin Nanca Faeser im „Spiegel“.

Die AfD-nahe Querdenker-Szene könnte dann von Corona auf das nächste Pferd springen und die Energiekrise als neues Mobilisierungsthema nutzen. Außenministerin Annalena Baerbock befürchtete gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sogar „Volksaufstände", wenn Gaslieferungen aus Russland ausbleiben. Dann ruderte sie zurück und nannte das „vielleicht etwas überspitzt“.